Die Welt aus Sicht der Leute von jetzt

Wie leben im dritten Jahrtausend (einer random Zeitrechnung), und es gibt Leute, die in diesem Jahrtausend geboren sind. Also nach Y2K. Und für die ist konservativ das neue rechts. Stimmt natürlich, und ist auch schon länger so, aber aus Sicht der Gen Z ist das ein besonders krasses Problem. War es für mich übrigens auch, als ich 20 war, nur ist das schon ein paar Tage her. Richtig bizarr wird die Situation aber erst dadurch, dass die Post-Millennials heute gegen eine Generation (oder eher zwei) protestieren, mit der ich aufgewachsen, in die Schule, ins Büro, in die Kneipe gegangen bin. Und die jetzt nicht wahrhaben will, dass sie exakt denselben Mist baut wie die paar Generationen davor. Und dass wir Teile dieses Planeten unbewohnbar machen, wenn wir nicht sofort unsere Bequemlichkeitsreligion in die Tonne treten. Was wir, die 11k2-Community, natürlich gar nicht wollen. Naturkatastrophen, Rohstoffkriege, Epidemien. Nein, ich hab seit über 5 Jahren kein Auto mehr, war das letzte mal vor 10 Jahren in einem Flugzeug gesessen, esse ungefähr einmal pro Woche was mit Fleisch. Aber das reicht nicht. Jedesmal, wenn die FridaysForFuture vor meinem Haus vorbeidemonstrieren, geh ich runter und mache mit. Jedesmal, wenn jemand auf Facebook Klimaleugnerblödsinn erzählt, widerspreche ich massiv. Aber das reicht nicht. Am Ende wird es nur dann was mit der Zukunft für die Gen Z und die nachfolgenden, wenn wir uns alle zusammenschliessen und die obszöne Gier der Konzerne und ihrer Besitzer abschaffen. Durch politische Entscheidungen, die nur dann funktionieren, wenn „wir“ genügend viele sind. Wer macht mit? Selbst auf die Gefahr, dann von der Springerpresse als progressiv und das neue Linke gedisst zu werden? pic ist von mir und cc by sa

Im WordPress Dschungel

Um diesen Dschungel zu durchqueren, hab ich inzwischen rund einen Arbeitstag verpulvert. Ich fühl mich schon fast wie Kara Ben Nemsi im Wilden Westen. Und das ging so: Wie ihr wisst, hab ich Ende Juno beschlossen, das alte WordPress-Theme meines kleinen Blogs von 2008 durch ein neueres zu ersetzen, das dann von Automattic, dem WordPress-Entwickler, auch weiter unterstützt wird. Das waren schon mal ein paar Stunden vergleichen, rumklicken und rausfinden, was sich mit der neuen Generation Themen machen lässt. Schliesslich hat mir Capoverso gut gefallen, die Farben sind da hübsch. Winziges Problem: Das Thema hat kein Menü auf Mobilgeräten. Das bedeutet, das Impressum lässt sich nicht aufrufen. Zufällig Hereinsurfende wissen also nicht, wer das macht und warum. Oh nee. Also gestern ein anderes, das zwar auch gut aussieht, dafür aber weder Hashtags noch sonst irgendwas unter den Beiträgen anzeigt. Auch nicht. Also doch das Colinear-Theme und ausführliches Schrauben, bis es so aussieht wie jetzt. Klar geht alles noch eine Nummer intensiver, mit einem selbstgehosteten WP-Blog hätte ich noch mehr Möglichkeiten, würde dafür aber noch mehr Zeit verballern. Irgendwas ist immer, nee? Wie findet ihr, dass 11k2 inzwischen aussieht?

11k2: Das Blog aus der Bronzezeit

Ehrlich, das 11k2-Blog hat am 23. August 2008, also vor 14 Jahren, seinen first post bekommen. Und 2008 war noch digitale Bronzezeit: Das iPhone wurde erst ein Jahr davor vorgestellt, das Android OS erst einen Monat nach dem 11k2-Start. Internet war damals also noch etwas für Desktop-PCs oder höchstens Laptops mit begrenzter Akkulaufzeit. Heute ist das alles anders, heute wird das WWW zu über 80% von Mobilgeräten (Handys und so) aus benutzt. In den gesamten 14 Jahren habt ihr, werte Leser:innen, die Seiten dieses Blogs 5.149.222 mal aufgerufen, bei 792.836 Besuchen. Und dabei die 8.678 Beiträge 32.423 mal kommentiert. Wobei die aufregendsten Jahre natürlich 2012 und 2013 waren, als ich noch hyperaktiv in der Piratenpartei war und pro Tag bis zu 11 Beiträge postete. Jetzt mal direkt gefragt: Wie habt ihr den Unterschied erlebt, diese Epochenwende von altem zu neuem (mobilen) Internet, vom „Internettagebuch mit Katzenbildern“ zu einer Verlinkungsmöglichkeit für Soziale Plattformen? Ich erlebe schon auch, dass die Kommunikation zwischen Leuten, die publizieren und Leuten, die rezipieren, inzwischen nur noch auf den social media abläuft, genauso wie überhaupt das ganze Internet. Weil es einfacher ist, was ja für sehr viele Leute ein zentrales Argument darstellt. Wahrscheinlich gibt es heute genausoviele Nerds mit HTML-Kenntnissen wie 1994 und genausoviele Webseitenbetreiber wie 2008, aber dazu sind eben alle anderen gekommen, die zuvor eher Tageszeitungen in leichter Sprache oder Fernsehnachrichten mit lustigen Bildern gewohnt waren. Und wahrscheinlich ist es in 14 Jahren, also 2036, wieder ganz anders. Aber das sehen wir ja dann. Das Pic ist von Jonas Löwgren und cc by sa

Capoverso – ein Einschnitt nach 14 Jahren

Nach fast 14 Jahren ein neues WordPress-Theme: Capoverso (ital. Einschnitt). Weil das von 2008, Neo Sapiens, nicht mehr unterstützt wurde. Nachvollziehbar, weil sich das WWW in diesen 14 Jahren enorm verändert hat: Heute gehen (in old germany) über 80% aller Nutzer mobil ins Internet. Nicht mehr per PC, den nur noch Online-Trilobiten wie ich benutzen (ich hatte ab 1996 einen eigenen Internetzugang). Deswegen werden Webseiten und WordPressblogs heute eben vor allem für Smartphones geschrieben. Ich weiss, ich weiss: Auf den Inhalt kommt es an. Der ist nun eben moderner verpackt. Das Pic mit dem Einschnitt oben ist von Susanne Jutzeler und cc0.

Mit einem lauten Knall abtreten

Genau das wäre mein Traum einer Bestattung: Mit einem Loved One Launcher und einer Packung biologisch abbaubarer Konfetti ein letztes Mal in die Welt geballert werden. Der Hersteller weist ausserdem darauf hin, dass eine handelsübliche Urne so viel Asche enthält, dass man zwei mal ballern muss, um den Dahingeschiedenen auch wirklich loszuwerden. Ans Universum. Die vom Krematorium angelieferte Asche kann dabei über 20 Meter weit geschleudert werden, also Vorsicht. Winziges Problem ist das nach Bundesländern unterschiedliche Bestattungsgesetz, das etwa an meinem Wohnort das lustige finale Hinausballern meiner Asche als Ordnungswidrigkeit ahnden würde. Da müsste ich also ein Budget für die amtlichen Geldbussen der Kanonen-bestattungsgäste vorsehen. Der Loved One Launcher von Cremation Solutions kostet übrigens 395 USD plus Konfetti und Versand. Klingt ok. via boingboing

Chaotic Neutral Human Wizard

Stimmt es, dass man sich mit der Zeit, mit neuen Erfahrungen, mit überwundenen Problemen, Niederlagen, Erfolgen, verändert? Das will mir zumindest einer der präzistesten Persönlichkeitstests, nämlich der Dungeons&Dragons Character Test nahelegen. War ich demnach vor 9 Jahren noch Chaotic Good Human Bard/Rogue, so hat sich meine Persönlichkeit durch die durchaus turbulente Zeit seither wohl verändert, nämlich zum Chaotic Neutral Human Wizard. Also jemand mit weniger sozialen Interessen, eher ein Einzelgänger, der sich ungern an Regeln hält und seine Vorhaben durchzieht, no matter what. Wow. Das hatte ich nicht erwartet. Eher die gegenteilige Entwicklung. Aber ok… wie ist das bei euch? Das sehr gelungene Pic ist von Gerry Arthur. Und hier gehts zum Test. Viel Glück.

10 Jahre Linux

Im Sommer ’12 hab ich zum ersten Mal Linux installiert, Ubuntu im Dual Boot (also parallel zur vorhandenen Windows Installation), und hab das seither mit all meinen Rechnern gemacht, Desktop und Notebook. Warum? Weil mir Windows zu fehler-anfällig und unsicher war. Ok, Windows 10 ist mittlerweile ziemlich stabil und für Gaming gut zu gebrauchen, aber in das wilde Internet möchte ich nicht mehr hinein surfen, mit einem Betriebssystem, das für Fernwartung gebaut ist. Tatsächlich hat Linux auch seine Macken: Es gibt nicht für jede beliebige Hardware vernünftige Treiber, und die Softwarepalette ausserhalb von Internet/Produktivität ist überschau-bar. Wobei mir auf der Arbeitspartition die Auswahl Firefox, Thunderbird, Libre Office und Gimp völlig genügt. Und wenn es mal ein Problem gibt, ist die Kommandozeile in Linux sowohl mächtiger als auch sicherer als in Windows. Ich denke mal, ich werde das weiter so halten: Ein hübsches, einfach zu benutzendes Ubuntu plus irgendein dualgebootetes Windows für die Spielsachen. Hier, probiert es selber aus.

Was ich mir heute wünsche, Ausgabe 62

Nein, ich wünsche mir heute keinen älteren sowjetischen T-62 medium battle tank, weil ich Militär und Krieg nach wie vor verabscheue. Aber ich wünsche mir, dass die Ukraine von diesen und ähnlichen Typen genügend aufstellen kann, um sich gegen die faschistische Invasion Russlands zu verteidigen. Und möglichst schnell Frieden zurück zu bekommen. Letzteren bitte auch für Kurdistan und (Ohne T-62) für die zerstrittenen Geschwistervölker in Palästina. Und dann noch Gesetze für Solarzellen auf allen Hausdächern (auch Industrie), damit wir die Kohle-, Öl- und Edgaskraftwerke abschalten können, und für Zuschüsse zum öffentlichen Verkehr (im Gegensatz zum motorisierten Individualverkehr). Damit die Erde auch in 20 Jahren noch schön ist. Das ist doch wohl nicht zuviel verlangt? Hallo?

Booster gegen Corona

Bin eben zurück von meiner dritten Corona-Impfung („Booster“) und fühle mich deut-lich erleichtert. Und dankbar. Ich bin so froh, dass ich in dieser Zeit lebe (trotz allem). Nachdem meine ersten beiden Shots im Sommer mit Biontech gefüllt waren, hab ich mich diesmal für Moderna entschieden (Was für ein Luxus! Ich kann auswählen!), weil Kreuzimpfungen noch ein winziges bischen besser wirken als homogene. Naja, ein bischen traurig bin ich auch, wenn ich an die Leute denke, die sich durch die laufende Propagandakampagne in den sozialen Plattformen und Teilen der Yellow Press verunsichern lassen und die Impfung verweigern. Die werden früher oder später alle angesteckt, und dann nochmal, und dann nochmal. Bis sie krank werden, oder genügend Immunität erworben haben. Aber ok, das muss jede*r selber wissen. 3-2-1-Launch. Das Gif ist von der Esa und zeigt eine Ariane.

Geimpft! (Diesmal gegen Grippe)

Nachdem ich schon mein ganzes Leben harter Fan aller Erkältungskrankheiten bin, bin ich um so mehr erleichtert, dass es mit der Grippeimpfung wieder kurzfristig geklappt hat. Einerseits, weil mir eine typische Wintergrippe eine Woche Fieber plus vier Wochen Kreislaufflaute einbringt, andererseits, weil ich gerade „in times of rona“ mein Immunsystem im Gleichgewicht halten möchte. Klar bin ich 2-mal-Biontech-geschützt und hab dadurch eine 20:1 (95%) Chance, mich nicht anzustecken oder krank zu werden und eine 100% Chance, nicht daran zu sterben, aber andererseits pulsiert das Leben wieder um mich herum, in Form von ungetesteten Grundschulkindern in meinem Betreuer-Dayjob und angetrunkenen Konzertbesuchern (je nachdem, was schlimmer ist), wenn ich abends als Tontechniker arbeite, also will ich das Risiko für mich und andere (bei Ansteckung kann ich auch Überträger sein, selbst wenn ich selbst nicht krank werde) möglichst klein halten. Und ihr so? Anyway, bleibt gesund. beispielpic tumisu cc0

11k2: Wilde 13 Jahre

Ja, wirklich. Heute vor 13 Jahren war der first post des 11k2-Blogs. Der Beginn eines Projekts, das zu meiner eigenen Überraschung bis heute weiterläuft. In diesen 13 Jahren waren das 8.590 Beiträge, 33.930 Kommentare, 5.135.320 Aufrufe von 783.536 Besucher:innen, 592 Follower:innen. Keine Frage, die ersten drei Jahre waren die wildesten, mit Piratenthemen, Katzenbildern, Internetmemes, Technik, Musik. Politik. Dann hat sich der Meatspace bei mir vorgedrängt und das kleine Blog ist immer noch mein persönliches Logbuch geblieben. Nur eben nicht so wild. Ausblick: Ich sehe derzeit keinen Grund, damit aufzuhören. Ok, irgendwann kommen keine neuen Artikel mehr nach und die Kommentarspalten füllen sich mit Spam. Dann wisst ihr, dass ich tot bin. Das dauert aber noch ein paar Jahrzehnte. Bis dahin viel Spass! Das Pic oben zeigt die „Wilde 13“ aus dem Stück „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ der Augsburger Puppenkiste (Uraufführung 1961), das Bild ist von Elmar Herr. Ho ho ho! Jetzt erstmal eine Buddel voll Rum, auf die nächsten 13 Jahre.

Mel ist zurück

Mel ist mein favourite Männermagazin (besser als fancy-schmancy GQ usw) und war ein paar Monate weg, weil der corporate Sponsor ausgestiegen war. Jetzt haben sie einen neuen und posten, was das Zeug hält, und was Männer interessiert. Also Dinge wie „Männer berichten von Belästigung durch Zusendung unverlangter Tit Pics“, „Warum jede Farm im Süden der USA in ein Sklaverei-Museum umgewandelt werden sollte“, „Warum Paul Verhoevens Starship Troopers die Zukunft vorausgesagt hat“, „Der andere Drogenkrieg: Gefälschtes Viagra“ oder „Warum manche Frauen beim Sex ihren BH tragen“. Also so ähnlich wie Vice oder Buzzfeed, nur weniger trashig. Ernst-hafter. Erfahrene 11k2-Leser (m/w/d) wissen, wie ich das alles meine. Aber lest selber: mel magazine

Negativ ist das neue positiv

Das gilt schon seit über einem Jahr. Für mich war es allerdings extrem positiv, dass der Schnell- und danach der PCR-Test negativ waren. Weil ich ne knappe Woche mit Fieber, Kopfschmerzen und ohne Kreislauf auf der Nase gelegen war, und dazu noch Geschmacks- und Geruchsveränderungen erlebte. Kaffee (eins meiner wichtigsten Lebensmittel) roch und schmeckte auf einmal wie Gülle aus dem Abfluss, vermischt mit Johannisbeersaft, und dieses Symptom gilt nun mal als corona-typisch. Nein, sagte der Arzt auf Nachfrage, das kann auch bei Grippe passieren. Aber liest man denn nicht überall, dass die „normale“ Grippe durch die Covid-Hygienemassnahmen praktisch ausgestorben sei? Ja, schon, aber ich bin Zeit meines Lebens ein so begeisterter Fan von Erkältungskrankheiten, dass ich es trotzdem schaffe, mir eine einzufangen. Diesmal sogar mit Geschmacksdings. Das gibt es also auch. Die Dame auf dem Pic oben (von Adina Voicu cc0) trägt übrigens eine Krone (Corona) aus Blumen, das ist der Zusammenhang, und ich kann die typischen Stachelbälle nicht mehr sehen. So wie ihr auch. Be well.

Das Blutbad im PC-Gehäuse

Vor vier Wochen fing alles an. Plötzlich wollte mein Desktop-PC, Kommu­nika­tions­zentrale, Tor zur Welt, Archiv meiner Aktivitäten und Unter­hal­tungs­multitalent beim Starten kein Bild mehr zeigen. Oh, dachte ich. Am Kabel rütteln hilft, dann sollte ich wohl mal das VGA-Kabel aus dem späten 16. Jahrhundert gegen ein modernes HDMI tauschen. Aber wir haben ja grade Corona, und man kann nicht so einfach in den Laden gehen und was holen. Also Bestellen und Postweg. Dauert auch nur wenige Tage. Fast forward: „Das Blutbad im PC-Gehäuse“ weiterlesen