Kurzer Blick auf die Uhr

Ah. Ok.

11k2: Sekt gibts erst in einem Jahr

Am 23.8.2008 ging der erste Artikel auf dem 11k2-Blog online. Mit der zweiten kosmischen Geschwindigkeit (11.200 m/s) als sinnbekränzende Metapher. Das wären dann mal neun Jahre und damit länger als irgendeine andere meiner publizistischen Tätigkeiten. In kurzen Worten: 7860 Beiträge, 4.862.055 Aufrufe (page impressions) von 646.693 Besuchern (unique visitors). 346 direkte und 783 Social Media Follower. Und 422.409 vom Spamfilter geblockte Irgendwasse. Das Pic oben ist von Megan Ng aus Markham, Kanada, cc0 und zeigt einen typischen Arbeitstag im Leben eines Bloggers. Nicht. Garnicht. So schön das Bild aussieht mit der Retroschreibmaschine und den bunten Stiften, aber ich bin froh, dass ich im frühen Digitalzeitalter lebe. So früh, dass ich noch ein Leben ausserhalb der Social Media Networks miterlebt habe. Da ist sie wieder, die Gnade der frühen Geburt. Dann auf die nächsten neun Jahre. Cheers!

Warum ich in die Linke eingetreten bin

Heute bin ich offiziell, mit Händedruck und Foto, der Partei Die Linke beigetreten. Das ist für mich ein Neuanfang, und ich freu mich darüber. Vor sechs Wochen hab ich die Piratenpartei nach 7 stürmischen Jahren verlassen, weil die zwar alle nett sind und das Programm auch, das aber als Partei keinen Sinn mehr macht. Weiterlesen

Warum ich aus der Piratenpartei ausgetreten bin

Ja, richtig gelesen, ich habe nach über sieben Jahren aktiver Mitgliedschaft die Piratenpartei verlassen.

Seit meinem Eintritt im März 2010 hat sich gezeigt, dass die Piraten zwar absolut wichtige Gegenwartsthemen bearbeiten, dennoch aber nicht zu einer politisch relevanten Partei wurden, sondern sich letztlich wieder zu einer Ein-Themen-Organisation zurückentwickelten, die andere, wichtigere gesellschaftliche Themen beiseite lässt. Alles, was im Grundsatzprogramm der Piraten steht, ist zwar richtig und muss umgesetzt werden. Es genügt aber nicht. Zentrale Themen wie Feminismus, Anti-Faschismus und Anti-Kapitalismus sind zu sehr in den Hintergrund gerückt. Das kann ich inhaltlich nicht mittragen. Dazu kommen strukturelle Punkte. Weiterlesen

Weltverschwörung der jüdischen Grossbanken aufgedeckt

lolcat-language

In letzter Zeit fällt mir verstärkt auf, dass auch ausgesprochen aluhutlastige Rechts­randblogs gerne mal auf meine kritischen Beiträge verlinken. Was mich ebenso ausge­sprochen amüsiert, weil dieses kleine Blog (knapp 5 Mio Aufrufe in 8,5 Jahren) ja eher der Popkultur, der Raumfahrt, der Autoritätskritik und der sexuellen Befreiung nahesteht. Ebenso amüsiert war ich, als bei einem völlig überfüllten Stammtisch meiner kleinen Piratenpartei nach dem Berlinhype von 2011 ein Besucher mit ernster Miene darauf beharrte, dass das Hauptproblem unserer Zeit ja die „Weltverschwörung der jüdischen Grossbanken“ sei, worum man sich auch an erster Stelle kümmern müsse. Weiterlesen

Linux macht glücklich

ubuntu1604

Gestern hab ich, nebenzu, während noch andere, wichtige Dinge zu erledigen waren, meinen mittlerweile ordentlich vergreisten Hell-Laptop (das D im Firmen­namen hatte ich gleich zu Anfang in ein H umgeklebt) von Ubuntu 12.04, das ich im Frühjahr 13 parallel zum vorhandenen Windows 7 installiert hatte, erst auf 14.04 und dann auf 16.04 (geht nur in zwei Schritten) upgegradet. Also ein Betriebssystem von 2012 durch eines von 2014 und dann eines von 2016 ersetzt, und dabei nur gelegent­lich auf „[x] Ja, überschreib die alte Version dieser Datei durch die neue“ geklickt. Ohne irgendwas zu löschen oder zu formatieren, so dass alle Dateien und Passwörter etc erhalten bleiben. Ergebnis: Das Gerät läuft störungsfrei und im Ganzen besser als vorher. Mach das mal mit Windows, etwa von Vista auf 8.1 und dann auf 10, und du siehst wahrscheinlich einen brennenden Computer vor dir. Oder die Polizei steht vor der Tür, weil irgendwo was in die Luft geflogen ist und deine IP-Adresse zufällig auf dem Boden lag. Zumindest dauert es mehrere Tage, benötigt mehr als einhundert Neustarts mit angestrengtem Nachinstallieren von Treibern sowie Herumstochern in der Registry, und bestätigt dich in der Überzeugung, dass Computer ohne Alkohol nicht zu ertragen seien. Was aber eben nur für Windows gilt. Und nach fast vier Jahren Dual-Boot-Daseins mit Ubuntu Linux zum Arbeiten und Kommunizieren, und Windows nur für Spiele, verstehe ich so irgendwie gar nicht mehr, wieso nicht alle, die ihren Computer für Internet und gelegentliche Text- und Bildbearbeitung nutzen (also das typische Consumer-Profil), lieber Linux (wie eben das besonders benutzerfreundliche Ubuntu) benutzen. Keine Viren, kein Ärger mit Treibern und Geräten, alles geht von selber. Könnt ihr ja ausprobieren…

Mit der Bombe leben, wenn auch nur für einen Tag

fliegerbombe

Ihr habt es sicher alle mitbekommen: In meiner geliebten Heimat- und favourite Wohn/Schlafstadt ist eine am Ende „nur“ noch 1,8 Tonnen schwere Fliegerbombe ausgebaggert worden. Mitten in der City. Liegt da seit über 70 Jahren in der Erde und rostet vor sich hin. Klar, muss man entschärfen. Aber wenn das nicht so klappt, sind 1400 Kilo Sprengstoff unterwegs. Also wurde die Innenstadt geräumt, im Radius von 1,5 Kilometern, was 54.000 Einwohner betrifft. Mich auch, also hab ich heute morgen um 9 unter dem Getöse der Lautsprecherwagen („Hier spricht die Feuer­wehr, verlassen sie unverzüglich die Evakuierungszone…“) als letzter Bewohner das Haus abgeschlossen und mich in die Wohnung einer sehr guten Freundin (die somit mein Leben gerettet hat, irgendwie) am Cityrand geflüchtet (50 Meter hinter der roten Linie). Die sich selbst wiederum aus Feiertagsgründen bei Verwandten am Alpenrand (is ja nicht weit) aufhält, actually. Aber was mir beim Verlassen des Hauses aufgefallen ist: Es war nicht wie in „28 days later“, sondern fast alltäglich. Nur vorübergehend. Im worst case wären an meinem Wohnhaus, einen Kilometer von der Bombe entfernt, maximal Scheiben zu Bruch gegangen. Die drei Sprengmeister (pic unten) hätten dann mehr Pech gehabt, und die Häuser im engeren Viertel um den Blockbuster. Und dann? Weiterlesen