15 Jahre Afra

Ich hab noch nie in meinem Leben, nach meiner Kindheit, irgendwo so lange gewohnt wie hier. Afra, altes Haus! Was für eine pralle Zeit! Glückliche, grauenhafte, interessante Jahre. Wer weiss – vielleicht bin ich in 15 Jahren immer noch hier. Wer mit mir darauf trinken will: Morgen im Hai. Cheers!

11k2 ist !!1elf

Heute. Vor 11 Jahren. Das kleine Blog hatte am 23.8.08 seinen first post. Das war ein wilder, interplanetarer Flug. Der wird auch weiter gehen, keine Sorge, aber ich werde noch länger nur alle paar Tage posten, und nicht wie anfangs 10 oder 11 Beiträge pro Tag. Mein Leben ist einfach anders. Weniger cyber-, mehr im meatspace. Was ich neulich schon sagte: Der grösste Unterschied zwischen meiner Blogtätigkeit vor 11 Jahren und heute ist nicht mein Part, sondern das Internet selbst. Weiterlesen

Wenn die Sicke stirbt

Wer? Eine Sicke ist der Rand eines Lautsprechers, also des laut sprechenden Bauteils in einer Lautsprecherbox. Der Teil zwischen dem (bei Tieftönern/Bässen) papierenen flachen Kegel, der Membran, und dem Blech- oder Aluminiumkorb, der das ganze zusammen hält und an dem der Magnet befestigt ist. Da, wo die ganze Vor-und-zurück-Bewegung stattfindet. Bei Lautsprechern für Gitarrenboxen oder Beschallungsanlagen ist dieser Sickenrand aus behandeltem, festen Papier. Kleine Tieftöner wie auf den Bilder hier haben meistens eine Sicke aus Schaumstoff. Die ist nicht nur günstig in der Herstellung sondern auch weich und beweglich. Nachteil: Weiterlesen

Wie man erfolgreich mit durchgedrehten Kindern spricht

Yeah. Letzter Schultag. Mission accomplished. Das waren 11 extrem gefüllte Monate als Schulbegleiter an einer lokalen Grundschule. Was ich gelernt habe: 1 Wenn man hypermotorische, aggressive Kinder fragt, was das Problem ist und wie man ihnen helfen kann, kriegt man meistens (nicht immer) schlüssige Antworten. 2 Kleine Fäuste sind ein wichtiges Kommunikationsmittel, die darf man nicht verbieten, und die kleinen blauen Flecken davon sind bald wieder weg. 3 In den ersten Monaten an der Schule dachte ich, ich hätte einen völlig neuen Lebensabschnitt betreten, nach Abschnitten als Musiker, Tontechniker, IT-Journalist, Politiker jetzt eben Schul­be­gleiter, also etwas sozialpädagogisches. Nein. Ich mach seit 30 Jahren dasselbe: Kommunikation. Deswegen klappt das inzwischen auch ganz gut. Tatsächlich hab ich so gut wie alle Probleme mit Kommunikation gelöst, mit Empathie. Nachdem der kindliche Wutanfall vorbei war. Manchmal mit Festhalten, damit das Rumpelstilzchen nicht sich oder andere verletzt (Erste Regel: Es darf kein Blut fliessen). 4 Die Grundschullehrerinnen (sind meist Frauen) haben meinen vollen Respekt. Was für ein Höllenjob, was für ein Enthusiasmus, was für eine Liebe zur Erziehung. Ich könnte diesen Job nicht machen. Aber den Job, den ich in den letzten 11 Monaten gemacht hab, den mach ich ab September wieder, dann an einer Mittelschule. Auch wenn ich mit der Gage meinen Lebensunterhalt nicht decken kann, aber der Job macht Sinn, und er macht mich glücklich. Beispielbild pixabay cc0

Come, forest, take my soul

Ich gebe es offen zu: eigentlich wohne ich im Internet. Trotzdem ist meine physische Version, mein Avatar im Meatspace (zentraleuropäischer Server), oft mit dem Rad in den wenigen wirtschaftsfernen Teilen meiner alten Stadt unterwegs. Im Wald, wo Bäume umfallen und liegenbleiben, weil sie niemand wegräumt, wo Kanäle mit überwucherten Ufern das Wasser vergangener Industriezeiten in den Fluss zurückbringen, wo dir klar wird, dass diese Orte deinen Avatar wieder mit Ruhe und Gesundheit aufladen. Immer wieder, wenn du willst. Allerdings will der Wald etwas dafür: deine Seele. Wie gut, dass man die im Internet gar nicht braucht. Nimm sie, Wald, behalte sie. Du hast bessere Verwendung als ich am Bildschirm. Weil ich schon oft versucht hab, sie anzuklicken, und nie etwas mit der Maus markieren konnte. Guter Tausch, Wald, ich bin dabei. Bis bald, Wald. Warte auf mich. Weiterlesen

In die Tiefe

Langfristige Projekte ftw. Heute: Ich überleg mir seit 3 Jahren, wieder Musik zu machen. Meine letzte Band wird nicht mehr, meine vorletzte, buchstäblich in einem anderen Jahrtausend tourende schon gar nicht. Dann was neues, etwas, das meine persönliche Entwicklung vom Postpunk zum Doomgaze fortsetzt. Aber was dann? Solarstrom-Industrial? Eigentlich führte mich meine musikalische Entwicklung weg von der Melodie und immer mehr zum Groove. Schon in den 80ern sah ich mich selbst mehr als Rhythmusgitarrist (hat man aber nicht so gehört), in den 10ern dagegen war bereits alles nur noch Loop und Feedback, und alles unter 50 bpm. Also führt mich der Weg in die Tiefe, den Segen der Älteren Götter (die, deren Namen man nicht nennen darf) vorausgesetzt. Weiterlesen

Mein persönlicher Tag der Befreiung

Heute war mein persönlicher Tag der Befreiung. Vom Nationalsozialismus. Bis auf das Wetter (leichter Regen, gemischt mit Graupeln) war das sehr lustig. Ich erzähl hier mal die ganze Geschichte: Weiterlesen