Mittlerweile in Venezuela

Was wir grade nicht im TV sehen: In Venezuela gehen viele Tausend Menschen auf die Strasse, um gegen den Putschversuch von Juan Guaidó und für den sozialis­tischen Staat um Präsident Maduro zu demonstrieren. Winziges Problem: Das Land hat die grössten Erdöl-Lagerstätten der Erde, und die USA haben bereits ange­kündigt, dieses Öl für US-Firmen nutzbar zu machen. Die UNO hat sich auf die Seite des wiedergewählten Präsidenten Nicolás Maduro gestellt, ob das und der Wille des venezolanischen Volkes ausreicht, um den Putschversuch zu beenden, müssen wir abwarten. Selbst wenn die US-amerikanische Einmischung scheitert und die Marionette Guaidó im Gefängnis landet, wird das Land weiter unter dem Embargo der USA leiden, das Importe dringend benötigter Güter verhindert, ausser vielleicht aus Russland oder dem Iran. pic telesur

Die Mieten explodieren: Geldwäsche

Die US-Autorin Constance Edwards fasst sehr plausibel und plakativ zusammen, was wir alle schon länger fühlen: Dass die aktuelle, seit Jahren anhaltende Explosion von Mieten und Immobilienpreisen exakt einen Grund hat: Geldwäsche. Vor allem Geldwäsche aus illegalen Ölexporten, also Erdöl, das aus boykottierten Staaten wie Iran, Russland, Venezuela herausgeschmuggelt wird – ein Business, dass unfassbare Profite abwirft. Allerdings müssen diese illegalen Umsätze erst einmal in legales Geld umgewandelt werden, und dazu eignen sich Immobilienfonds am besten. Diese kaufen freiwerdende Wohnblocks und Apartmenthäuser en Gros auf, zu Mondpreisen, falls nötig. Weiterlesen

Wenn du etwas nicht verstehst, suche auf Youtube danach

Luca Rossi, If You Don’t Understand Something Search For It On YouTube, 2017, via wemakemoneynotart

Die Macht der Spezialdemokraten

Wir lachen ja gerne über die alte Sozialdemokratie. Also… alle ausser SPD-Mit­gliedern. Und sehen dann mehr oder weniger konsterniert zu, wie die ganze Gesellschaft nach rechts zu rutschen scheint. Tut sie nicht wirklich, nur werden die immer gleichen Kryptonazis heute stärker wahrgenommen. Also was tun, wenn ein rechtspopulistischer US-Präsident und Möchtegerndiktator die Regierung schliesst, so dass Millionen von Angestellten kein Gehalt mehr bekommen, Nationalparks ohne Aufsicht verwüstet werden, Flughäfen vor den Schliessung stehen, weil die Lotsen fehlen, Unternehmen von Pleite bedroht sind, weil ihre Steuerunterlagen nicht mehr bearbeitet werden? Alles nur, um eine „Mauer“ an der mexikanischen Grenze zu erzwingen, ein nutzloses Egoprojekt? Dann wirds interessant. Weiterlesen

Das Internet ist gerettet – vorerst

Die Bedrohung für ein freies Internet durch den wirklich entsetzlichen Urheber­rechts­entwurf der Europäischen Union ist vorerst weg. Hier hat Demokratie einmal funk­tioniert: Die 27 EU-Mitgliedsländer konnten sich nicht auf einen gemeinsamen Entwurf einigen, also stimmten 11 Länder (Deutschland, Belgien, die Niederlande, Finnland, Slowenien, Italie, Polen, Schweden, Kroatien, Luxembourg und Portugal) gegen den Kompromissvorschlag des aktuellen Ratsvorsitzenden Rumänien. Weiterlesen

Die Wahrheit über den Kapitalismus, aus italienischer Sicht

Politische Street-Art aus Rom: Blu ist seit 15 Jahren damit beschäftigt, Häuserwände mit den korrekten Farben zu versehen. Aktuell zeigt er uns mit „Capita“, wie ein bunter Wasserrutschenpark genau einen Weg zum Pool des Luxus hat, für die Elite des Landes, dazu eine für die Dienerschaft und Polizei und schliesslich mehrere in grau verlaufende Röhren, die Mitglieder der arbeitenden Klasse in eine grünlich schimmernde Abfallgrube werfen. Wir pittoresk, wie wahr. pic/klick/grösser

Amazon Direktkaufbutton Dash: Illegal

Die Verbraucherzentrale NRW hat gerichtlich durchgesetzt, dass der Amazon Dash Button hierzulande nicht verkauft werden darf. Der ach so praktische Nachfüllknopf sollte nach den Vorstellungen von Amazon, dem derzeit weltweit ausdrucksstärksten Kapitalismusdarsteller, an Waschmaschinen und andere Orte des wiederholten Konsums geklebt werden. Mit einem einzigen Druck sollen Konsumenten dann Waschpulver (oder andere Verbrauchsmaterialien) nachbestellen können, wobei sich Amazon nicht auf einen Preis, Liefertermin, nichtmal die Marke festlegen lassen will. Was natürlich nicht in die Tüte kommt. Gut, dass es (noch) keine internationalen Schiedsgerichte gibt, wie sie unsere Konzerne gerne per TTIP, JEFTA, CETA usw installieren wollen, dann wäre ein solches oberlandesgerichtliches Urteil anfechtbar. pic amazon