Alan Turing, als Banknote

Die Bank von England wird ab 2021 50-Pfund-Noten mit dem Bild des Mathe­matikers Alan Turing in Umlauf bringen. Er war einer der Väter der Informatik, half mit, den Weltkrieg gegen Nazideutschland zu gewinnen, indem seine Computer die Reichsverschlüsselungsscheiben knackten und beging 1954 Selbstmord. Wegen seiner damals auch im Grossen Britannien noch strafbaren Homosexualität wurde er zu einer Hormonbehandlung gezwungen, die ihn eine lethale Depression trieb. guardian, pic bank of england

Das Ende der Welt ist nahe

Nein, heute einmal nicht die Klimakalypse, sondern eine unerwartete Gelegenheit zur Schadenfreude: Der durch Hass und Hetze gross gewordene Axel-Springer-Verlag wird zu einem Anteil an die Heuschrecke KKR verkauft. Letztere will nun die (nach Eigenangaben) Tageszeitung Die Welt nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten beurteilen, was nichts anderes bedeutet, als dass es dem Zentralorgan unter­nehmer­ischen Selbstmitleids mit seinem unaufhörlichem Jammern auf Rekordhöhe an den Kragen geht. Verdient, denn das publizistische Feigenblatt des Bildungs­bürgertums hat es immer weniger hingekriegt, die anti-demokratische, autoritäre und klassistische Haltung der Verlagsbesitzer zu verstecken. Good riddance, wie der Lateiner sagt. faz (die auch nicht viel besser ist) pic matthias schindler cc by

Drone Wars, Autonome Autos und Digitale Geister

Inzwischen gibt es mehrere Untersuchungen, unter anderen durch Forscher der Ben Gurion Universität, die Autonome Autos als Zielscheiben für Anschläge durch Drohnen sehen. Nahezu unsichtbar schwirren die kleinen Plattformen elektronischer Kriegführung hinter selbstfahrenden Fahrzeugen und projizieren für eine Zehntel­sekunde digitale Geister, Hindernisse oder Verkehrszeichen und bringen den Bord­computer des Autos dazu, halsbrecherische und potentiell tödliche Fahrmanöver auszuführen. Weitere Eingriffsmöglichkeiten sind GPS-Spoofing und Stören der im autonomen Fahrzeug verwendeten Radarsysteme. Die Drohne verschwindet anschliessend unbemerkt, während auf der Strasse Dutzende von toten Menschen zurückbleiben. Der perfekte Terroranschlag. Willkommen in der Gegenwart. boingboing, bldgblog, bengurionU, pic Roman Koval cc0

Als die Sowjetunion den weltweiten CO2-Ausstoss um 7,6 Milliarden Tonnen senkte

Mit dem Ende der Sowjetunion im Jahr 1991 gingen Industrieproduktion, Wirtschafts­kraft und Fleischverbrauch drastisch zurück. Zuvor war Rindfleisch ein Haupt­be­stand­teil der Ernährung, danach wichen die Menschen auf andere Lebensmittel aus. Heute ist die weltweite Fleischproduktion für 14,5% des produzierten CO2 ver­ant­wortlich. Konsumiert wird dieser Fleischberg vor allem von der „Ersten Welt“, den Industrieländern. Das ist also einer der seltenen Fälle, wo eine Veränderung unseres Konsums direkte Wirkung hat: Je weniger Fleisch (und Milchprodukte) wir essen, desto weniger schnell überhitzen wir unseren Planeten. Jetzt noch schnell eine CO2-Steuer nach Schweizer und Kanadischem Vorbild (Steuereinnahmen werden gleichmässig an Haushalte ausgeschüttet), und wir haben eine Chance. Oder wir warten darauf, dass weite Teile unserer Erde für Menschen und Tiere unbewohnbar werden und zerstören den Rest in einem globalen Krieg. Das ist die andere Möglichkeit. nature, pic openclipart-vectors cc0

Minnesota: Zuschüsse für Bienen und Hummeln

Seit diesem Sommer bezahlt der US-Bundesstaat Minnesota Zuschüsse an Garten­besitzer, wenn Flächen so bepflanzt werden, dass sich Bienen und Hummeln dort wohlfühlen. Richtig, das ist nur ein Klacks angesichts des viel grösseren Problems. Die Erderwärmung und das Artensterben bekommen wir nicht in den Griff, wenn wir ein paar Wildblumenwiesenstücke mehr haben. Aber es ist ein wichtiger Schritt dahin, Wildwiesen, Wiederaufforstung und ein Ende der unbeschränkten Aus­beutung unseres Planeten als normal zu betrachten. Unsere Zivilisation hat es geschafft, in Sichtweite ihres eigenen Zusammenbruchs zu kommen. Ausser, wir machen sehr vieles anders. Deswegen ist es doch ganz gut, was in Minnesota passiert, und ich will das hier auch haben. smithsonian, pic skitterphoto cc0

Das Wort ist mächtiger als Superman

Lois Lane kommt zurück. Die Starjournalistin des Daily Planet und einzige Frau, die Intimes über Klark Kent weiss. DC-Comics hat gerade eine neue Serie dieser Publizistik-Superheldin aufgelegt, mit Unterstützung von Greg Rucka und Mike Perkins. Und lässt die Chance nicht ungenutzt, die Superfähigkeiten des Comic-Genres in der Alltagsrealität zu entfalten. Zu Beginn der Geschichte nämlich wird Lois aus einer Pressekonferenz im Weissen Haus geworfen und verliert ihre Zulassung für die präsidentialen Veranstaltungen, weil sie zu bohrende Fragen zu Konzentrationslagern für Flüchtlinge gestellt hatte. Was sie allerdings nicht davon abhält, weiter zu recherchieren und die neuen US-Faschisten als solche zu de­maskieren. Bravo. Hier die ersten Panels: Weiterlesen

Eines Tages in Amerika

Happy 4th. Das pic ist von Edel Rodriguez. God bless him. Oder Cthulhu.