Falsches Zitat der Woche

Weil der freundliche Teil des Internet seit Tagen drüber kichert… ihr alle kennt das Zitat: „Ich bin zwar gegenteiliger Meinung als Sie, werde aber mit meinem Leben dafür einstehen, dass Sie die Ihre äussern dürfen“? Wer hat’s gesagt? Voltaire (siehe pic)? Nein, seine Biografin Evelyn Beatrice Hall, die unter dem Pseudonym Stephen G. Tallentyre veröffentlichte. Erstens: Na, so was. Zweitens: Ein weiteres Beispiel aus einer schier endlos langen Reihe von Leistungen, die von Frauen geschaffen, aber Männern zugeordnet werden. Weil das alte Patriarchat immer noch wirkt. Mehr als uns bewusst ist. Ich will eine freie Gesellschaft, also muss zuerst dieser alte Krempel über Bord geworfen werden. Dann schaffen wir das vielleicht auch irgendwann, das Konzept der Meinungsfreiheit von Frau Hall umzusetzen. via robertsharp, pic Nicolas de Largillière pd

World Hijab Day, ein wichtiger Tag für uns alle

Was? Im Ernst? Der Tag, an dem die Unterdrückung muslimischer Frauen gefeiert wird, die von ihren brutalen Patriarchen genötigt werden, Kopftücher zu tragen? Bingo, genau deswegen. Wegen unseres alltäglichen europäischen Rassismus, der sofort annimmt, dass nur Frauen anderer kultureller Identität unterdrückt werden, und nicht die in unserer eigenen. Weiterlesen

Pornografische Gedanken am Arbeitsplatz

Alex Lilly hat auf ihrem aktuellen Album 2% Milk den Track “Pornographic Mind” dabei. Über sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, die für Frauen ein Riesenproblem darstellt und für uns Männer in der Regel kaum wahrnehmbar bleibt. Weil wir ja grundsätzlich davon ausgehen, dass das alles so ok ist, was wir sagen und tun. Wobei ich ernsthaft hoffe, dass mir das auch gelingt. Manchmal hat man(n) ja eine Kollegin, die man(n) so heiss findet, dass der The Rock Test garantiert schief gehn würde. Ausser, man(n) schafft es wirklich, sich zu benehmen. Zu all dem hat Alex eine bittersüsse Synthiepopnummer geschrieben, die mir musikalisch zwar zu süss ist (zuwenig Distortion, Blut und Verzweiflung), deren Inhalt (mit Präsentation) ich aber feiern kann. Applaus! flood via mefi

Was genau ist jetzt das Beste im Mann?

In sehr kurzen Worten: Das mit dem nicht scheisse sein. Mehr Worte: Rasiererfirma Gilette hat den uralten Werbespruch mal in einen Kurzfilm gepackt und vor drei Tagen veröffentlicht. Elf Millionen Views and counting. Und natürlich die ganze Hass­lawine, die immer dann losdonnert, wenn jemand es wagt, toxische Männlichkeit auch nur anzusprechen. Nur dass diesmal keine einzelne Frau sowas gesagt hat, die man vielleicht mit sehr vielen Vergewaltigungs- und Morddrohungen ein­schüch­tern kann, sondern ein multinationaler Konzern, dem sowas elegant an seinem shiny metal ass vorbeizischt. Ja, richtig, ihr rasierenden Marketinggewinner der Wocher, Männer haben die Pflicht, andere Männer für ihr Verhalten in die Verantwortung zu nehmen. See something, say something. Und wisst ihr, Geschlechtsgenossen, eigentlich wäre das ganze beschissene Thema der sexuellen Gewalt (Belästigung, Vergewaltigung, Unterdrückung) völlig leicht aus der Welt zu schaffen: Einfach nicht machen. Einfach nicht scheisse sein, und wenn man als Mann noch so unsicher ist. Dafür müssen wir uns keine original Gilette Razor kaufen. Aber wir müssen das mit dem männlichen Scheissesein mal in den Griff kriegen. Ehrlich. Dann läuft auch alles andere besser.

Whatever the product (continued for way too long)

Lacht nicht. Dieselbe Scheisse wird heute nur subtiler kommuniziert. via sadanduseless

Rocknroll wird weiblich, oder zumindest gleich

Eine Studie im Auftrag des Gitarrenherstellers Fender in Britannien und den USA fand, dass 50 % der Gitarren inzwischen an Frauen verkauft werden. Das klingt zumindest nicht mehr nach Männerdomäne. Nachdem die Weltbevölkerung zu knapp mehr als 50 % weiblich ist, sollten auch entsprechend viele Politikerinnen, Unternehmerinnen, Astronautinnen und eben Gitarristinnen dabei sein. consequenceofsound, pic Brett Sayles ccO

Warum Männer früher sterben

Statistisch gesehen haben Männer auf der ganzen Welt eine geringere Lebens­erwartung als Frauen. Woran kann das nur liegen? Reddit-Citizen u/draypresct hat sich die Mühe gemacht, die Unfallstatistiken seines Heimatlandes, den US of A, in eine anschauliche kleine Grafik umzusetzen. Wir sehen mit Erstaunen, dass tödliche Unfälle unter Kindern geschlechtsneutral sind, während männliche Teenager zunehmend öfter plötzlich zu Tode kommen, und die volle Mortilität im Unfallsektor erst Mitte 20 erreicht wird. Dann verunglücken Männer etwa drei mal so oft final als Frauen. Was passiert hier? Werden Männer mit zunehmendem Alter einfach blöder und laufen im Tran öfter vor den Bus? Weiterlesen