Alles ist Chemie, auch Dubstep

Sounds aus dem Labor. Klar ist Dubstep schon älter. Macht nichts. Chemie auch. Beides aber nach wie vor nicht wegzudenken. via misscelania

Der Mondlandungsfake, von Fachleuten erklärt

Die VFX-Spezialisten der Corridor Crew beschäftigen sich in diesem Video mit der wiederholt gehörten Vermutung, „die“ Mondlandung (es waren ja eigentlich sechs, nicht nur eine) hätte gar nicht statt gefunden, sondern sei mit Filmaufnahmen aus dem Studio gefälscht worden. Zieht man in Betracht, dass es im fraglichen Zeitraum von 1969 bis 72 noch keine digitale Bildbearbeitung gab, sondern nur Modelle vor gemal-ten Hintergründen, dann kommen die Effekt-Experten zu folgendem Schluss: Diese Aufnahmen auf der Erde nachzustellen, wäre (aus vielen Gründen) sehr viel kom-plizierter und teurer gekommen, als einfach (bzw 6x) zum Mond zu fliegen. via mefi

District 9 Sequel ist in Arbeit

Wie der südafrikanische Regisseur Neill Blomkamp via Twitter mitteilte, ist das Team des Alien-Apartheid-Erfolgs von 2009 wieder an der Arbeit, um tatsächlich das Drehbuch für District 10 zu schreiben. Fans des Überraschungserfolgs fordern das seit 12 Jahren. Und tatsächlich enthält die Rassismusallegorie mit Garnelen-Aliens als Unterdrückte einen Anknüpfungspunkt: Zum Ende des Films gelingt es einem Alien, zurück zum Heimatplaneten zu fliehen, wobei er aber seinem irdischen Freund verspricht, zurückzukehren. Wir sind gespannt. space.com

Pupil Slicer: Wounds Upon My Skin

Was kommt raus, wenn man Grind und Math multipliziert? Grath? Das Metal-Trio Pupil Slicer aus London, aktuelles Album Mirrors, macht nicht exakt den Sound, den ich jeden Tag hören möchte (doch etwas hektisch), ist aber so verdammt überzeugend, dass ich einfach nur beeindruckt bin. Und: Endlich mal wieder eine Frontfrau (Gitarre, Vocals) im Metal, die persönliche Songs schreibt, eigene Traumata durch den Ver­stär­ker presst und Ängste so kleinhackt, dass sie im agressiven Stakkato untergehen. via revolvermag

The Drowned God: Gnashing of Teeth

The Drowned God machen hier so ziemlich alles richtig. Kann man weiter empfehlen. via decibel

Wie man in Abu Dhabi Telekommunikation verkauft

Ich weiss auch nicht. Der arabische Telekom-Konzern Etisalat hat einen erfahreren finnischen Regisseur engagiert, um für die eher virtuellen Produkte des Unternehmes zu werben, und das ist dabei rausgekommen. Ja, das Vid ist lustig, aber der depressive finnische Humor steht doch sehr viel weiter im Vordergrund als der beabsichtigte telekommunikative Erlösungsgedanke aus der Scheinwelt der Emirate. Ich glaube, das Endprodukt ist ein typischer Fall von „lost in translation“. via colossal

Dan McPharlin: Musik in der Parallelwelt

Dan lebt und arbeitet in Adelaide, Australien und hat die seltene Gabe, authentische 70er-Jahre SciFi-Buchcover entwerfen zu können. Und damit nicht genug: Er baut aus Karton und anderen Haushaltswaren Modelle von Synthesizern und deren Ver­wandten. Eine Parallelwelt antiker, für winzige Alienhände gebauter Moogs und Korgs, aus einer Galaxis weit, weit weg von hier. Weiterlesen

Wie Jazz entstanden ist

In einer Tiefgarage. Ehrlich, genau so war es. Man kann es mit eigenen Augen sehen und eigenen Ohren hören. Auf YouTube, deswegen muss es stimmen. via boingboing

Hormuz, Stadt der Träume

Das Büro ZAVarchitects aus Teheran hat auf der iranischen Insel Hormuz im Per­sischen Golf mit Hilfe von einheimischen Arbeitskräften ein Dorf aus gestampften Erdwänden errichtet. Die Siedlung soll im neuen Jahr 2021 als Gemeindezentrum mit Übernachtungsmöglichkeiten für Touristen genutzt werden. Ja, ich will auch ein solches Gemeindezentrum in Erd- und Meeresfarben. Aber wenn ein iranisches (oder anderes) Architekturbüro so eine orientalische Traumstadt in meinem kalten, mit einem Maschinenherz lebenden Heimatland errichtet, empfindet das ein Teil der hier lebenden Menschen als obszön und zu wenig kaltherzig und vbersucht, alles zu zerstören. Um die maschinenbetriebene Dysthymie nicht gestört zu sehen, an die wir alle so gewöhnt sind. Maschallah, dann leben wir eben weiter in einem Land aus Stahlbeton. Unsere, kollektive, Entscheidung. Weiterlesen

Die Mechanik der Historie

La mécanique de l’Histoire von Yoann Bourgeois im Panthéon in Paris. Film von Tony Whitfield. via blört

Lila tardigrade Gutelaunebärchen

Der textile Artist und Handpuppen- und Maskenhersteller Ian Langohr lebt in Montreal und hat seine langgehegte Sympathie für die winzigen, nahezu unkaputtbaren Bär­tierchen (englisch: tardigrade) in Schaumstoff und Plüsch genäht. In der freien Wild­bahn werden die dort eher durchsichtigen, kälte-, strahlungs- und weltraumresistenten Panarthropoden maximal anderthalb Millimeter gross. Das sei zu klein zum Kuscheln, befand Ian, und beschleunigte die Evolution so, dass er zumindst mit der Hand in die Rolle des Lilalaunetardigraden schlüpfen kann. Ein Erfolg für Kunst und Wissenschaft, wie ich meine. Auf seinem insta ist ein nettes Tardivideo zu sehen. via everlasting blort

Andre Antunes ist Jesus Christus

Das, oder er ist ein verdammt guter Musiker. Wir haben ja schon mehrere Kenneth Copeland Mashups gesehen, aber dieser hier hat den Segen des Höchsten. Halleluja. Der Metal-Messias hat übrigens einen fetten Youtube-Channel dabei, mit Klassikern wie Paula White oder BBQ Beer Freedom. Ich will nicht soweit gehen, zu sagen, dafür sei Metal erfunden worden, aber, yeah, fuckit. Weiterlesen

Die Zukunft hat längst begonnen, und läuft auf einer Game-Engine

Der kommende SciFi-Film „Gods Of Mars“ ist noch in Produktion und hat daher noch kein offizielles Erscheinungsdatum. Im Production-Trailer oben erfahren wir allerdings, dass er nur einen winzigen Bruchteil dessen kostet, was in Hollywood für einen Pixar oder ILM Film aufgestellt wird. Was ist der Trick? Die Hintergründe werden komplett in der Unreal-Game-Engine erstellt, das Team benötigt also keine Lagerhallen füllende Render-Server-Farm, sondern nur einen ordentlichen Gaming-PC. Selbst die Raumschiffe und Battlemechs werden zunächst als Modelle zusammengesetzt, dann gescannt und anschliessend im Spiel… im Film frei verwendet. Aber natürlich! Warum soll nicht die vorige Generation (Film) der literarischen Sphäre von der heutigen (Games) profitieren? Schliesslich profitiert ja auch die vorletzte (Theater) von der letzten (Film-Einspielungen). Ich finde, das hier ist ein sehr schönes Beispiel für die gegenseitige Belebung unterschiedlicher kultureller Genres. io9, variety

Politik, oder doch lieber Rap Battle?

Die „Epic Rap Battles Of History“ waren nicht immer gleich super, aber das hier trifft wieder den Ton, den Reim, das Wort. Definitiv die goldene Schallplatte für: Don Trump vs Joe Biden. Yo (Bitches).

Burt Gummer For President

Machen wir uns nichts vor: Dieser Trump ist eine Marionette der Milliardäre und Opiumclown fürs Volk. Und diesen Biden finden wir nur gut, weil er nicht Trump ist, und nicht bei den milliardärshörigen US-Republicans, sondern bei den langweiligen US-Democrats, die aber wenigstens noch gute Abgeordnete haben wie AOC und die Squad. Und wir hier im alten Europa wählen da eh nicht mit, sondern tragen nur die Konsequenzen. Also sage ich: Burt for President! Und was ich noch sage, ist: Fantastisch, dass es immer neue Tremors-Filme gibt, wie aktuell Tremors Shrieker Island, den wir so ab Ende des Monats sehen können. Burt! Burt! Burt! via io9

Endlich Quake auf Vinyl

Seit der Veröffentlichung des (aber wirklich) legendären First-Person-Shooters Quake im Jahr 1996 haben wir diverse Dimensionssprünge hinter uns gebracht – mal ehrlich, wer hätte sich vor 24 Jahren Smartphones, SarsCov2, Trump und eine seit 20 Jahren kreisende Internationale Raumstation auf einmal vorstellen können? Also ist es um so wichtiger, dass der Originalsoundtrack des Klassikers endlich auf schwerem Doppel-Vinyl erscheint, für 35 Die-Regierung-Belügt-Uns-Und-Führt-Geheime-Dimensionstor-Experimente-Durch-Dollars im NineInchNails-Webshop. via boingboing

Bester. Peptalk. Ever.

Peptalk wie Aufmunterungsrede. Jack Conte ist eigentlich Musiker, hat die Band Pomplamoose und die Künstlerfinanzierungsplattform Patreon gegründet und erklärt in diesem Video sehr, sehr gut, wie das ist, wenn man was macht (in seinem Fall Musik und alles drumherum): Es geht in 99kommaweissichnich aller Fälle in die Hose. Ab und zu funktioniert was, und machst ein bischen Kohle (was dringend nötig ist) und dann geht wieder alles schief. Und dann klappt wieder was. Und dann wieder nicht. Was du lernen musst, wenn du etwas machst, ist, die Misserfolge nicht so schwer zu nehmen. Ja, ok, hat nicht hingehauen, und das davor auch nicht, und es geht schon ne Weile so. Aber du bleibst dran, und dann wird es auch was. Genau darum geht es. via boingboing

Musiktheorie ist Rassismus

Schon lange wächst in mir die Überzeugung, dass man alle „klassische“ Musik vor 1850 besser verbrennen und vergessen sollte. Vielleicht mit Ausnahme einiger weniger Partituren für wissenschaftliche Zwecke. Aber in unserer Kultur hat diese „Klassik“ in meiner wie erwähnt wachsenden Überzeugung nichts mehr zu suchen. Meine Argumente waren hier zunächst eher musikalischer Art: Weiterlesen

Katsumi Hayakawa: Die Skulptur als Stadt

Papier, Druck, Acryl, Kunstrasen. Katsumi Hayakawa bringt in Malerei und Skulptur die urbane Landschaft in eine Form, die gleichzeitig unbegreiflich und vertraut unser Lebensumfeld beschreibt. Die Stadt, oder die Idee der Stadt, von aussen, von der Seite, als Bonsai Version ihrer selbst. Oder von Tokyo, wo der Künstler lebt, als Abstraktion von Urbanität.

via colossal

Wofür Turntables wirklich erfunden wurden

Für zoetropische Slipmats nämlich. Mit Mario oder anderem. via boingboing

Wenn jemand ein ambivalentes Verhältnis zu Pilzen hat

Instagram-User Spoon zeigt uns das ganze Ausmass seiner Verunsicherung und Ablehnung Pilzen gegenüber. Sehr deutlich sogar. Mit ausgestrecktem Mittelfinger. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass diese Instaseite etwas mit Kunst zu tun hat: fuck mushrooms

VOIVOD – The End Of Dormancy

Keine Frage. Voivod sind alt geworden. Zur Hölle, die Band hat 1982 angefangen. Im Juli kommt das neue Album „The End Of Dormancy“ mit Vinyl-EP-Auskopplung, und hier zeigen die Kanadier, dass man mit zunehmenden Alter eine raffinierte Art von Bosheit entwickeln kann, die dem ganzen Metal-Genre einen massiven Tritt verpasst. Die Pandemie-Cyberpunk-Optik des Videos wächst aus den ersten Anfängen der Ex-Thrasher heraus und bildet nur den Rahmen für ein Stück Präzisionsmetall, das sichtbar über den heutigen Prog-Djent-Post-Metal-Durchschnitt herausragt. Diese Männer wissen genau, was sie tun, und sie tun es mit Modern-Jazz-Bläsersätzen im Intro. Hail Satan! Und der dunkle Lord lächelt sicher zufrieden, während er dem neuesten Werk seiner emsigen Jünger lauscht. Geht mir genau so.

Lovecraft Country

Neue HBO-Serie, ab August, 10 Folgen erstmal. Atemberaubend aktuelle Story von 3 Afrikan Americans im den schlimmen, rassistischen 50ern, zwischen dem Horror weisser Überlegenheitsideologie und dem Horror Lovecraft’scher Monster. Bin sehr gespannt. via io9

Solar Opposites: Sind Aliens menschlicher als wir?

Aus der Rick-Und-Morty-Ecke kommt derzeit Solar Opposites auf Hulu und sonst in dieses Internet. Am 8.Mai wurde die erste Staffel veröffentlicht (binge, baby, binge), der Trailer verspricht extra würzige Unterhaltung, Eher so für Erwachsene, bei der auffallend hohen Dichte an Momenten mit alien Fortpflanzungshumor. Schau ich mir als nächstes an. via io9

Oranssi Pazuzu: Uusi Teknokratia

Vor nem Monat erschienen, aus dem fünften Album der finnischen Black-Metal-Sinfoniker. Sehr schön. via thequietus

Medien nach der Krise: So wird das aussehen

US-Rapstar Travis Scott gab gestern Abend ein Konzert anlässlich seiner aktuellen Single-Veröffentlichung, und 12 Millionen Menschen sahen zu. Zum Vergleich: Mehr Zuschauer hat die Tagesschau nur zu besonderen Krisen, sonst eher unter 10 Mio. Und wo war das Konzert? Na, im derzeit heissesten Social Network. Fortnite. Wo sich Spieler jetzt einen Travis Scott als Avatar zum Mitspielen kaufen können. Und wo der echte Travis noch weitere 4 Konzerte gebucht hat. Wisst ihr was: Ich spiel selber nicht Fortnite, ist mir zu bunt und kindgerecht (noch mehr als WoW), aber das Video vom Event ist super. Tja dann. Lebt wohl, alte Medien. War ne schöne Zeit. kotaku

Penny Dreadful 2: Okkulte Mächte, Nazis und die geistigen Grossväter Trumps

Neuer Trailer, ab Sonntag im US-TV und sicherlich kurz darauf im freien Internet: Penny Dreadful City of Angels. Mit der grossartigen Natalie Dormer als Gestalt­wandlerin und Police Officer aus der Finsternis, und Daniel Zovatto (Horrorgestählt in Beneath, It Follows, Dont Breathe, Fear the Walking Dead und anderen) als erster Latino-Detective in der Kriminalpolizei von Los Angeles der Dreissiger Jahre. Bonus: Jede Menge Rassenkonflikte und ein blossgestelltes weisses Amerika. Yay!

Der Couchkartoffelpersönlichkeitstest

Wenn man zuviel Zeit hat. So im Lockdown. Diesen Test fand ich unterhaltsam: Erst sich selber einschätzen, dann Charaktere aus den Lieblingsfilmen/Serien. Dann als Ergebnis eine Übereinstimmung kriegen. In meinem Fall: Hoban Washburne (Firefly + Serenity). Klar wollen wir alle immer die Helden sein, die Jon Snows, und nicht die Tyrion Lannisters. Aber dazu bringen wir nicht immer den nötigen Bierernst auf, oder? Wie isses bei euch? openpsychometrics, via mefi, kottke

Ana Tijoux: Antifa Dance

Heute wichtiger als in Jahren: Antifaschistische Kunst. Gegen die Überlegenheits- und Herrschaftsphantasien einer kleinen Gruppe von weissen Cis-Hetero-Imperialisten und ihrer Fans. Am Ende laufen Klassismus, Sexixmus, Rassismus zu einem totalitären Blutrausch zusammen, die Gewaltfantasien emotional Verarmter treffen heute Sisha-Bars und Synagogen, gestern ganze Länder und Populationen, morgen hoffentlich weniger. Aber das liegt an uns. Und Props an Ana für die Zusammenfassung.

Insect Ark: Skin Walker

Diese Band erscheint immer wieder auf meinem Radar. Sehr untypisch: Die Verwendung einer Steel Guitar. Sehr typisch: Der kontemporäre Fusion-Black-Metal-Shoegaze-Drone, hier in instrumentaler Version, ohne lästigen Gesang. Sind auf Tour in Europa, im März ein paar Shows hier in Kaltland. insectark