Winterplanet als TV-Serie

Das klingt aufregend: Der SciFi „The Left Hand of Darkness“ von Ursula K. Le Guin, im Deutschen veröffentlicht als „Winterplanet“ und „Die linke Hand der Dunkelheit“, wird von der Produktionsfirma Critical Content für eine TV-Verfilmung vorbereitet. Die Autorin ist als consulting producer verpflichtet. Damit könnte eines der Standard­werke des feministischen SciFi zum ersten Mal auf den Bildschirm kommen. Le Guin gelang es mit dem Kunstgriff, einen Planeten zu erfinden, dessen Bewohner nicht eindeutig einem Geschlecht angehören, sondern je nach Situation männlich oder weiblich werden, die Rolle der Geschlechter auf eine Weise zu diskutieren, die vorher und nachher nur selten gelungen ist. Ja, das heisst auch, ich finde, dass ihr alle dieses Buch lesen solltet. via io9

Music For 18 Neural Networks

Damien Henry hat eine Software geschrieben, die aus einem Pic, dem Blick aus dem Zugfenster, eine fast ganzstündiges Video rechnet. Das erstaunlich: Die Bilder werden mit der Zeit immer realistischer, so als müsste der Code erst lernen, wie man das macht. Und ja, das Vid ist realtime und zeigt den aktuellen Stand (Mai ’17) der kulturellen Robokalypse. Und die Musik allein ist bereits wert, dass man es laufen lässt, Steve Reichs „Music For 18 Musicians“ ist eine der grossen sinfonischen Kompositionen des 20sten Jahrhunderts.

Roboter spielen präziser

Faszinierend, beruhigend und erschreckend. Gleichzeitig. Der schweizer Ingenieur­student Christian Schürch hat diesen Roboterarm darauf programmiert, einen Spielzug für unbestimmte Zeit auf seinem Gleis zu halten. Das veranschaulicht sehr schön die Zukunft unserer Arbeitswelt: Alle Tätigkeiten, die nicht besonders viel Kreativität oder menschliches Einfühlungsvermögen erfordern, werden in einigen Dekaden automatisiert sein. Bis dahin müssen wir uns entscheiden, ob wir lieber in einer sozialistischen Utopie oder einer postapokalyptischen Dystopie leben wollen. via kottke

Persönlichkeitsanalyse Online

Wie kreativ bist du? Wie sehr lebst du in der Gegenwart? Was kann dir ein künstlich intelligenter Psychologe über dein Innenleben sagen? Die Kreativagentur Format hat zur Beantwortung all dieser wesentlichen Fragen einen Chatbot aufgestellt, der dir eine Reihe von seltsamen Problemstellungen unterbreitet, um anschliessend ein noch seltsameres Resumee über dich zu ziehen. Ja, in englischer Sprache, aber definitiv ein unterhaltsamer Ausblick auf den aktuellen Stand der Chatbotforschung. Sprecht hier selbst mit dem Doktor.

Fremde Sprachen per Klick: Vulgar

Hobby-Autoren und LARPer aufgepasst: Vulgar ist ein Software-Sprachgenerator, der auf Klick 2000 Wörter (plus abgeleitete Begriffe) mit Grammatik und Aussprache in einer völlig neuen, nie gehörten, künstlichen Sprache erzeugt. Die Online-Testversion ist kostenlos, die kommerzielle ist für 19,95 USD vom Hersteller zu haben: vulgarlang.com, via mefi

Otomo Spacebike

Von Katsuhiro Otomo, der uns auch Akira und andere fantastische Anime geschenkt hat. Ich weiss nicht, wie euch das geht, aber für mich sind Pics wie dieses (klicken > grösser) Ausdruck einer ungebrochenen Hoffnung auf eine Zukunft, die es sich lohnt, zu erleben. via conceptships

Warum man im Weltraum besser keine Floppy Disks verwendet

Weder dort noch sonstwo. Auch wenn mein geliebter, für immer in meinem Alte-Medien-Mausoleum ruhender allererster Computer Atari 1040 ST nur eine 360 Kilobyte Floppy als Massenspeicher hatte (Festplatten waren erst später), bin ich froh, dass es das alles nicht mehr wirklich gibt. Floppys, Zipdisks, CDs, DVDs. Selbst USB-Sticks liegen einem kleinen Digitalgoldfischglas auf meinem Schreibtisch und blubbern selbstgenügsam vor sich hin. Nur die Compact Cassette vermisse ich ein wenig. Selbst in der kruden Version einer Datasette, wie für den Alesis Drumcomputer, mit dem ich um 90 rum auf Tour war. Ansonsten: Tschüs, physische Speichermedien. War schön mit euch. gif87a via boingboing