27 Jahre später: Elite Dangerous

Im Januar ’90 hatte ich meinen ersten PC gekauft, einen Atari 1040 ST, und wenig später wollte ich Games haben, weil der kleine Bildschirm (ich hatte 2 davon, einen schwarzweissen und einen weniger scharfen mit 16 Farben) so aufregende Geschichten erzählen konnte. Eines der ersten Games, auf eine Zeitungsannonce hin erworben (1990 gabs ja noch kein Internet), war Frontier Elite II. Eingelöste Träume meiner Kindheit, ja, aber irgendwie unspielbar, mit 3-4 Frames pro Sekunde. Fünf Jahre später hab ichs damit nochmal versucht, dann auf einem DOS-Rechner mit für das Game selbst geskripteter Startdiskette und langen Nächten voller Explosionen, wenn das mühsam erkämpfte Raumschiff wieder und wieder an der sich ständig drehenden Raumstations-Luftschleuse zerschellte. Sowas hält man dann aber nicht lange durch, und wenn das Weltall in noch so schönen 16 Farben glitzert. Mittlerweile (wie in „Dezember 2014“) kam die modernisierte Fassung nach einer erfolgreichen Kickstarterkampagne als Elite Dangerous raus, mit beachtlichem kommerziellem Erfolg. Weiterlesen

Robots: Mehr Bürgerrechte als Frauen

In der vergangenen Woche verlieh das mittelalterlich geprägte Öl-Königreich Saudi Arabien im verzweifelten Versuch, modern zu wirken, einem Robot die Bürgerrechte: Sophia, gebaut von Hanson Robotics, Hong Kong. Wie Kat Hall im Register richtig anmerkt, hat dieser Robot ab der ersten Sekunde im Wahabitenreich mehr Rechte als Frauen. Keine Gesichtsverhüllung, keine männliche Begleitung. Unser wichtiger Handelspartner und Verbündeter im Nahen Osten schafft damit unerwartet eine ganz eigene Singularität: Weiterlesen

Wir haben A/2017 U1 überlebt

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Stellt euch vor, einer unserer grössten Supertanker kommt mit 44 Kilometern pro Sekunde (oder 160.000 Kilometern pro Stunde) aus dem Weltall jenseits des Sonnensystems auf uns zugeflogen, wird durch die Gravitation der Sonne in Richtung Erde abgelenkt und verfehlt uns nur knapp. 24 Millionen Kilometer sind etwa 60mal so weit weg wie unser Mond, und damit astronomisch gesehen fast garnichts. Der rund 400 Meter durchmessende aussersolare Asteroid A/2017 U1 ist der Erde am 14. Oktober am nächsten gekommen, kreuzte vor wenigen Tagen die Erdbahn und ist mittlerweile Richtung Pegasus unterwegs. Wenn man die Grösse des Besuchers mit bekannten Meteoriteneinschlägen auf der Erde vergleicht, könnte man bei einem Treffer von einem Krater mit mehreren Kilomteren Durchmesser und einer Verwüstungszone von mehreren Hundert Kilometern Durchmesser ausgehen. Entdeckt hat man den Irrläufer übrigens erst 5 Tage nach seinem Erd-Vorbeiflug, vom Panstarrs-Teleskop auf Hawai aus. gif: Nasa, pd

Lagerfeuer ohne Qualm, mit Bluetooth: BioLite FirePit

Lagerfeuer sind toll. Grillen überm offenen Feuer sowieso. Winziges Problem: Qualm. Das sind unverbrannte (Russ-)Partikel, die in die Luft gewirbelt werden und dort massiv zur lungenkrebsgefährdenden Feinstaubbelastung beitragen. Dabei kann man Feuer auch ohne Rauch haben: Wenn die Luftzufuhr stimmt. Deswegen hat BioLite nach ihrem genialen kleinen Campstove und dem grösseren BaseCamp ein neues High-Tech-Lagerfeuer auf Kickstarter (ist schon längst finanziert): FirePit. Weiterlesen

Annihilation

Der Trailer sieht gut aus, mit Natalie Portman in der Hauptrolle kann man nicht viel falsch machen, Oscar Isaac als male Nebenrolle hat schon im eher langweiligen letzten Star Wars 8 überzeugen können und Regisseur Alex Garland hat mit Ex Ma­china ein erstklassiges SciFi-Drama abgeliefert. Das Originalbuch soll grossartig sein und ein Team aus vier Wissenschaftlerinnen kommt mit dem Arrival- und dem Ghostbusters-Bonus. Veröffentlichungstermin 23. Februar 18, ich bin gespannt. via io9

Luxembourg will das Weltall privatisieren

Die Steueroase Luxembourg unternimmt gerade Anstrengungen, sich auch ausser­halb der Erde als globale Geldwaschanlage und Profitdunkelkammer zu etablieren. Nachdem das Luxemparlament im Juli an internationalen vereinbarungen vorbei ein Gesetz verabschiedete, das allem im Land gemeldeten Firmen Souveränität über etwaige ausserirdische Rohstoffe (etwa aus Asteroiden) zusichert, bereist das Luxem­prinzenpaar Grossherzog Guillaume mit Gattin Stéphanie gerade die Scheich­tümer und Tigerstaaten unseres Planeten, um auch im Sonnensystem Gewinne zu privatisieren und die entstehenden Kosten zu sozialisieren. Weil das hier unten so gut funktioniert hat. Näheres: guardian, pic deepspaceindustries

Ameisenstaat: 40% Arbeitslose

Insektenforscher Daniel Charbonneau, Takao Sasaki und Anna Dornhaus ver­öffentlichten an der örtlichen Uni in Tucson, Arizona die Ergebnisse ihrer Studien. Obwohl landläufig Ameisen als Inbegriff des unermüdlichen Fleisses bis hin zur Selbstaufgabe gelten, sind demnach durchschnittlich 40% der Arbeiter inaktiv. Das heisst, sie erhalten ein bedingungsloses Grundeinkommen, müssen aber nichts dafür tun. Erst wenn aktive Arbeiter aus dem Produktionsprozess fallen, rücken die bis dahin inaktiven nach. Das klingt schlüssig und könnte eine Lösung für unsere durch Digitalisierung und Automation in eine Krise geratene Wirtschaft bieten. Wir müssten dazu nur das frühindustrielle Konzept der Erwerbsarbeit fallen lassen. Aber womöglich ist dieser evolutionäre Schritt zu gross für unsere Spezies und wir sterben stattdessen aus. phsyorg via boingboing, pic Daniel Charbonneau