Chemnitz-Studie: Youtube verbreitet Extremismus

Genauer gesagt: Der Algorithmus auf Youtube, der dafür sorgen soll, dass möglichst viele Zuschauer möglichst lange bleiben und auf möglichst viele Videos klicken, damit Youtube ihnen möglichst viel Werbung zeigen kann. Der Trick, die Zuschauer an den Bildschirm zu fesseln, heisst: Immer noch krassere Sachen auffahren. Der in Berlin lebende Politik- und Sprachforscher Ray Serrato (Freie Uni Berlin) unter­suchte nach den aktuellen, bürgerkriegsähnlichen Zuständen in Chemnitz (an­geb­lich aus­ge­löst durch einen von 400 Morden, die pro Jahr in Deutschland verübt werden), unter anderem mit einem Überfall auf das einzige jüdische Restaurant in der Stadt (das hatten wir doch schon mal vor 80 Jahren, oder?), die Empfehlungen, die Youtube seinen deutschen Nutzern gab, wenn sie nach Chemnitz und dem Geschehen dort suchten. Weiterlesen

Rebel Galaxy Outlaw

Jetzt ist es raus: Der Nachfolger der besten Space-Sim für Einsteiger und/oder Joy­stickverweigerer, Rebel Galaxy, ist in Wirklichkeit das Prequel und heisst deswegen Rebel Galaxy Outlaw. Wer erinnert sich noch an die etwas heftige Tante Juno mit dem Hillbilly-Akzent, mit welcher der Protagonist in Rebel Galaxy seine Abenteuer zu bestehen hatte? Diesmal sehen wir Juno Markev als junge Weltraum-Tagediebin; eigentlich ist sie selbst die Protagonistin. Mit dem gewohnten Mundwerk, nur eben nicht mehr in der 2D-Sofaversion eines einigermassen feindlichen Weltraums, sondern als ausgewachsenen Space Shooter der Wing Commander Privateer Klasse (mit RPG + Trade-Part). Weiterlesen

Always Moving

Voivod, die alten kanadischen Hexenmeister sind zurück. Schön, dass sie noch in unserer Dimension leben. Gestern kam das neue Video oben. Thrash-Metal ist es ja nun keiner mehr, und für Math-Metal ist es zu abgeklärt. Aber die häufig wech­seln­den Minor-Akkorde sind geblieben.

Späte Ehre für die Entdeckerin der Radiosterne

Im Jahr 1974 wurde für die Entdeckung der Pulsare (Radiosterne) der Nobelpreis verliehen. Allerdings nicht an die Entdeckerin Jocelyn Bell Burnell, die schon 1967 als junge Astrophysikerin die Aufzeichnungen der frühen Radioteleskope aus­ge­wertet und das Ergebnis beschrieben hatte, sondern an einen männlichen Kol­legen, der am Bau des Teleskops beteiligt war. Kein akademischer Titel, kein Nobelpreis, oder? Jetzt und im Alter von 75 Jahren hat sie für diese grundlegende astro­nomische Entdeckung und ihr weiteres Lebenswerk den mit 3 Millionen US-Dollar dotierten Breakthrough Prize erhalten. Sie erklärte, das Geld für Bildungs­stipendien für Frauen und Nichtweisse Menschen bereitzustellen, damit auch diese Zugang zu einer akademischen Karriere erhalten können. Eigentlich wäre es ja Aufgabe der Gesellschaft, für Chancengleichheit zu sorgen, aber davor haben weite Teile der (männlichen) Bevölkerung wohl zu viel Angst. Diese emanzipierten Frauen könnten uns ja die Schwänze abschneiden, oder die Hälfte aller Nobelpreise bekommen. Je nachdem, was schlimmer ist. livescience, pic Roger W Haworth cc by sa

Das Märchen vom schlechten menschlichen Geruchssinn

Der US-Neurologe John P. McGann räumt mit der Legende auf, Menschen hätten von Natur aus einen schlechteren Geruchssinn als Tiere. Die organischen Belege dafür findet er im Aufbau der menschlichen Nase sowie des Geruchszentrums im Gehirn. Den Ursprung der Legende identifizierte er dagegen in den Schriften des ersten Ge­ruchs­forschers Paul Broca aus dem 18.Jahrhundert an der Fakultät für Medizin in Paris. Weiterlesen

Was kostet es, Nazis niederzuschlagen?

Vor einem Jahr war eine Frau am Rand eines Aufmarschs der extremen Rechten in Charlottesville, Virginia von einem US-Rassisten getötet worden, als dieser wut­entbrannt sein Auto in die Reihe der Gegendemonstranten gelenkt hatte. Der Ver­anstalter des „Unite The Right“ Umzugs, Jason Kessler, hatte anschliessend nichts besseres zu tun, als auf einer öffentlichen Pressekonferenz Heather Heyer, das Opfer, zu verhöhnen und die Schuld für alles der Polizei anzulasten. Und dann? Weiterlesen

IBM: Hautfarben-Filtersoftware für Überwachungskameras

Der Weltkonzern IBM (ja, die mit dem hässlichen Ruf, damals Volks­zählungs­maschinen an die Nazis geliefert zu haben, was den Holocaust viel effektiver machte) beliefert seit 2012 die New Yorker Polizei mit Software, die Über­wachungs­kameras via Software mit der Funkion bereichert, nach Hautfarben oder „Rassen“ auswählen zu können. Neue Softwareversionen lassen dann nicht mehr nach Hautfarbe suchen, sondern nach „Ethnizität“. Wie praktisch. Direkt gefragt: Seid ihr bescheuert, IBM? via boingboing