Piratenmarketing funktioniert immer wieder

Vor zehn Jahren veröffentlichten Jerome Bixby (Buch) und Richard Schenkman (Regie) den Indie-SciFi „The Man from Earth“, eigentlich ein Theaterstück mit wenigen Darstellern, das vorziegend in einem einzigen Zimmer spielt. Das Pro­duk­tions­budget umfasste berichtetermassen 200.000 USD, das Marketingbudget null, kein Vertrieb interessierte sich, wenige Monate später war das kurzweilige Stück ein Kultklassiker geworden und heimste Filmpreise ein. Was war inzwischen passiert? Weiterlesen

Ronit Baranga tätowiert Babies

Die israelische Künstlerin Ronit Baranga studierte zuerst Psychologie und hebräi­sche Literatur und erst anschliessend Kunst. Ich möchte nicht behaupten, dass in ihrem Werkschaffen diese Reihenfolge sichtbar wird, aber sie trifft auf jeden Fall ins Ziel. Fast jeder dürfte hier mit „Waaas? Die armen Babies!“ reagieren, obwohl die Situation natürlich komplexer und die Werke umfangreicher sind, als es der erste flüchtige Blick erscheinen lässt: Weiterlesen

Politikverdrossenheit, made in Bavaria

Warum sind viele Menschen so angepisst von Politik und Politikern und Parteien und wählen dann aus Hass und Selbstmitleid und Verwirrung Rechtsradikale (die wenigstens mal einfache Rezepte anbieten)? Wir erinnern uns: „Die andern sind schuld“, ist das einfachste Gesellschaftsrezept ever. Um hier eine schlüssige Antwort zu erhalten, fragen wir doch einfach den Bundesrechnungshof. Weiterlesen

Wie alles begann (auf Tatooine)

John Williams, Komponist der Musik für alle Star Wars Filme (und sonst noch einiges), dirigiert die Aufnahme des Star Wars Eingangsthemas. Hier im Jahr 2016. Ein historischer Moment, anyway. via kottke

Frauen am Herd und am Südpol

Die 16jährige Australierin Jade Hameister ist der bisher jüngste Mensch mit allen drei grossen Eis-Überquerungen per Ski: Nordpol, Südpol (jeweils vom nördlichsten Breitengrad zum Pol) und einmal quer durch Grönland. Ihr TED-Redebeitrag wurde auf Youtube erwartungsgemäss mit den üblichen Kommentaren gekränkter, marginalisierter und wegen ihres Geschlechts massiv benachteiligter männlicher Schneeflöckchen verziert: „cool story babe, now make me a sandwich“, was in unserer Sprache dem „Frauen zurück an den Herd“ entspräche. Jade hat nun eine schlüssige Antwort veröffentlicht, nämlich das oben stehende Bild von ihr am Südpol (zweiter Besuch), mit einem Sandwich und der Aufforderung: Komm und hol’s dir. Fahr 37 Tage lang und 600 km weit auf Skiern durch das antarktische Eis und hol dein Schinken-und-Käse-Sandwich ab.

Meltdown und Spectre: Alles wird noch schlimmer

Die erste Welle an Bugfixes und Patches zu den extremen Sicher­heits­lücken in modernen Computerprozessoren – Stichworte Meltdown, Spectre – ist raus. Wie man vor wenigen aus der unabhängigen Presse erfahren musste (vor allem aus dem britischen Register), hatte vor allem Prozessormarktführer Intel, und in einem ge­ringeren Umfang auch die anderen Halbleiterimperien (AMD, Nvidia, ARM) ele­mentare Sicher­heits­bedenken beiseite gewischt, damit die Chips schneller laufen. Die Löcher im Zaun waren über ein halbes Jahr lang unbewacht, Daten von fast allen PCs und Servern konnten mit überschaubarem Aufwand gestohlen werden. Weiterlesen

Starship Troopers: Die guten und die bösen Nazis

Der Guardian hat ein längst überfälliges Interview mit dem Regisseur Paul Ver­hoeven, in dem der 1938 geborene und ’85 in die USA umgezogene Nieder­länder klarstellt, was der kontroverse Hard-SF-Streifen von 1997 tatsächlich sagt. Nämlich ganz simpel, dass blinder Militarismus und Fremdenhass immer faschistische Züge trägt. Auch und gerade, wenn es dabei um „unsere Jungs“ geht, die für „die gute Sache“ kämpfen. Weiterlesen