Google Home ruft die Polizei, und sonst wen es will

Das ist der erste dokumentierte Fall: In Albuquerque, New Mexico eskalierte ein Beziehungskrach so weit, dass der herumstehende Google Home Assistent die Polizei rief. „Aber das das ja wundervoll, vielleicht konnte so schlimmeres verhütet werden, ein Verbrechen, oder dass Menschen zu Schaden kommen?“ Nein, Google Home ist (genauso wie Amazon Alexa und alle ähnlichen Geräte) ein immer offenes Mikrofon mit einem Computer dran, der von einem Konzern programmiert wurde, um die Interessen eben dieses Konzerns wahrzunehmen. Das 1984 unseres 21sten Jahrhunderts wird nämlich vom rundum überwachten Bürger selbst gekauft und bezahlt. Nein, das hätte sich auch George Orwell nicht träumen lassen. Ich bin gespannt, was die schöne neue Welt in den nächsten Jahren noch so zu bieten hat. via gizmodo, pic google

Modetrend Beinhaarleggings

Der britische Onlineshop Contrado bietet (unter anderem) Leggings mit aufgedruckter Beinbehaarung an. So als Gegenmodell zum aktuellen Beinrasierzwang. via dangerousminds

G20 und das Ende des Rechtsstaats

Zum Ende des Staatschef-Treffens in Hamburg sind die Medien voll mit entsetzten Berichten über Zerstörungen und Widerstand. Sachbeschädigungen muss niemand gut finden. Was aber völlig untergeht in der Medienöffentlichkeit, ist die massive Einschränkung unseres Rechtsstaats durch die Polizeikräfte, die nicht nur friedliche Demonstranten, sondern auch Vertreter der Presse bedrängt, verprügelt und mit im Kriegsrecht verbotenem Capsicain-Spray („Pfefferspray“ mit gesundheits­gefährdenden Chili-Reizstoffen) beschossen. Was Polizisten nach geltendem Recht nur zur Abwehr von Gefahr für Leib und Leben dürfen, nicht, um Demonstrationen aufzulösen, die durch Gerichtsurteil ausdrücklich genehmigt wurden. Weiterlesen

Reich durch Evangelismus: So wirds gemacht

Der Trump-Anwalt Jay Sekulow nahm nach vorliegenden Unterlagen seit Beginn unseres jungen Jahrhunderts über 60 Millionen US-Dollar durch eine christliche Spendenaktion ein. Die Christian Advocates Serving Evangelism (Case) forderten vom Fernsehschirm herab gezielt Arme und Arbeitslose auf, doch ihr Herz und ihr Portemonnaie zu öffnen. Davon bezahlte Sekulow respektable Gehälter an seine Familienangehörigen, kaufte Immobilien (für die Familie) und versteckte alles hinter einem Dickicht an Verträgen. Weiterlesen

Wofür das Internet wirklich erfunden wurde

Im Schicksalsjahr 2000 (nicht) veröffentlichten The Laziest Men on Mars eine Reihe von Tracks (Musikalben waren damit tot) auf der damals freien Musikplattform MP3.com, darunter die zeitlosen Klassiker „Invasion of the Gabber Robots“ (a.k.a. „all your base are belong to us“), „The Terrible Secret of Space“ und „Nothing can Stop Torg!“. Zu einer Zeit, als die meisten Menschen das Internet noch unter dem Namen „AOL“ kannten, setzten Jeffrey Jay Roberts und Jonathon Robinson via ISDN-Modem Gabber, Videogamesamples und die adoleszente Pixelwut der Something-Awful-Community zu einer Sammlung von Hymnen für ein vergangenes Jahrtausend zusammen. All Your Base! Damit mir das niemand vergisst! Weiterlesen

Neill Blomkamp: Firebase

Der südafrikanische SciFi-Pionier legt nach dem Start seiner post-apokalyptischen Kurzfilmserie Rakka gleich mal eine zweite auf: Firebase. Diesmal beginnt der Film sehr gore-betont und blutig (nichts für Kinder) in Vietnam, rollt überkopf in eine Ghost-Story und bekommt als Cliffhanger eine Supersoldierfigur mit Raumzeit-rettender magnetischer Railgun. Die weiteren Folgen sind auch diesmal über Steam zu bekommen. Pro Folge (die erste hatte 27 Minuten) 4€99 einschliesslich grosser 3D-Modelle der CGI-Monster zum In-Ruhe-Ankucken. Blomkamp arbeitet hier tatsächlich an der Zukunft des Digitalmedienvertriebs. Das ist noch ein ganz klein wenig zu teuer, finde ich, aber ich verstehe, dass die winzige Produktionsfirma die Kohle irgendwo wieder reinkriegen muss. Viel Erfolg!

Wenn der rechte Rand überkocht

NPR Headquarters in Washington, DC.

Einer selbstgestrickten Tradition zufolge liest das National Public Radio NPR der US of A an jedem vierten Juli die Unabhängigkeitserklärung vor. Find ich super. Ja, wirklich, ich würde mich freuen, wenn unsere öffentlich-rechtlichen Sender zu jedem 23. Mai das Grundgesetz feierten. Aber das ist ein anderes Thema. In diesem Jahr jedenfalls sendete das NPR die Declaration Of Independence mit ihren klaren Freiheitsidealen und der massiven Kritik am damaligen King George Of England auch via Twitter, in Abschnitten zu je 140 Zeichen. Was passiert? Allgemeiner Jubel? Aber nein, weit gefehlt: Weiterlesen