Lufthansa-Piloten retten 222 Menschenleben

Allein von Januar bis September 2017, also in den ersten drei Quartalen, haben deutsche Lufthansa-Piloten 222 Menschenleben gerettet, wie der britische Independent unter Berufung auf die WAZ berichtet. Das ist ein grossartiger Erfolg, den man nicht genug feiern kann. Und was ist ab Oktober ’17? Das wissen wir noch nicht, weil die oben genannte Zahl von der Bundesregierung stammt und auf eine Anfrage der Linken im Bundestag zurückgeht. Bei den 222 Geretteten handelt es sich um schutzsuchende Personen, die in unsichere Länder wie Afghanistan abgeschoben werden sollten, was die Piloten der Lufthansamaschinen verhinderten, indem sie nicht starteten, solange die betreffende Person an Bord war. Nebenbei lernen wir, dass eine solche Entscheidung des Flugkapitäns selbstverständlich straffrei ist – sonst hätte die Lufthansa inzwischen keinen einzigen Flieger mehr in der Luft. Bravo und Danke an unsere Piloten! Beispielpic von Lasse Fuss cc by sa

Afghanistan: Bereits über 600.000 Flüchtlinge im Inland

afghanistan_idps_1

Die UN schätzt, dass zu den bereits über 620.000 Inlandsflüchtlingen in Afghanistan in diesem Jahr mindestens weitere 450.000 dazu kommen werden, so dass es innerhalb des Landes mehr als eine Million vom Krieg vertriebene Afghanen geben wird. Zu diesen kommen noch ein bis zwei Millionen bereits in Nachbarländer wie Pakistan und Iran Geflüchtete dazu, die demnächst zurückgeschickt werden sollen. Währenddessen besetzen die militanten Islamisten der Taliban und des Daesh immer neue Regionen und vertreiben oder ermorden alle, die nicht in ihre Reihen eintreten wollen. Diese zentralasiatische Drehscheibe der Gewalt und der äusseren Einmischung als „sicheres Herkunftsland“ zu bezeichnen und das Deportieren erfolgreich nach Europa geflohener Afghanen zu fordern, wie das in Deutschland zur Zeit passiert, sollte für europäische Politiker ein Karriereende bedeuten. via irin

Warum werden gerade afghanische Einwanderer in den Tod geschickt?

wahl_bayern

Das Bild oben zeigt am Beispiel meines Bundeslandes, warum gerade bestens inte­grierte Afghanen aus Deutschland in den Tod geflogen werden. In ein Heimatland, das auch unter zeitweiliger Beteiligung der Bundeswehr (und entgegen unserer Verfassung) nach wie vor vom Krieg zerrissen wird. Einem Krieg, der übrigens von unseren US-Aliierten angefacht wurde, als sie den aufständischen Taliban und ihren saudi-arabischen Mujaheddin-Hilfstruppen im grossen Stil Waffen lieferten. Um zu verhindern, dass die damals noch furchterregende Sowjetunion hier an Einfluss gewinnt. Als auch die Taliban sich nach dem Ende des Warschauer Pakts nicht als verlässliche Vasallen herausstellten, nutzte man die Anschläge auf das World Trade Center 2001, um das Land zu besetzen, was ja für eine Weile irgendwie funktioniert hat. Jetzt nicht mehr so, und diejenigen Afghanen, die für westliche Organisationen arbeiteten und deswegen heute auf den Todeslisten der Taliban stehen, mussten das Land verlassen. „Warum werden gerade afghanische Einwanderer in den Tod geschickt?“ weiterlesen

Afghanistan: US-Airforce beschiesst fliehende Ärtze

1105kunduzmsfreport01

Aus dem Bericht von Doctors Without Borders (MSF) erfahren wir, dass nach der Bombardierung des Krankenhauses von Kunduz, Afghanistan, am 3. Okober dieses Jahres die Fliehenden von einer kreisenden AC-130 (die schwer bewaffnete Version einer auch von der Bundeswehr verwendeten Hercules Transportmaschine) beschossen wurden. Der Angriff war also kein „Versehen“, wie US-Präsident Obama wenige Tage danach erklären musste, sondern ein gezieltes Vorgehen des US-Militärs gegen eine Einrichtung, in der mutmasslich gegnerische Soldaten medizinisch behandelt wurden. Ein weiterer Völkerrechtsbruch eines unkontrollierten Militärs. via boingboing, Weitere Details: intercept, pic MSF

Bitter Lake, und die Zerstörung des Islam

Der britische Dokumentarfilmer Adam Curtis hat für die BBC aus 26 Terabyte an unveröffentlichtem Film-Material eine Erklärung für den Zustand von Afghanistan, des Islam und der arabischen Welt geschaffen. Der vollständige Film ist derzeit nur BBC-Zuschauern über das iPlayer App zugänglich, das oben verlinkte Youtube-Video ist bereits eine gekürzte Fassung. Bei der Betrachtung wird klar, dass die Entwicklung in Arabien und Mittelasien sowie die Radikalisierung des Islam von einer weltoffenen, mystisch orientierten Religion zum Fundamentalismus saudischer Beduinen auf Eingriffe der USA zu Zeiten des Kalten Kriegs zurückzuführen sind. via boingboing

Afghanistan, Opiumlieferland Nummer Eins

opium_afghanistan

Seit der Besetzung Afghanistans durch die USA und ihre Verbündeten im Jahr 2001 ist der Opiumanbau explodiert. Heute werden dort auf 2000 km² Schlafmohnpflanzen zur Opiumgewinnung und Heroinherstellung angebaut, das entspricht der Grösse des Saarlands. Während der Herrschaft der Taliban war die Opiumproduktion fast auf Null zurückgegangen (s.oben). „Afghanistan, Opiumlieferland Nummer Eins“ weiterlesen

Mysteriöser Trojaner überwacht US-Dronen über Afghanistan

Doch, wirklich. Kein Humor hier. Die US-Dronenflotte aus Predators und Reapers hat sich kollektiv eine Virus-Epidemie zugezogen. Der Virus stellt weiter eigentlich garnichts weiter an, ausser alle Fernsteuerbefehle der Piloten aufzuzeichnen. Ob und wie er sie nach China weitersendet, wissen wir nicht. „Mysteriöser Trojaner überwacht US-Dronen über Afghanistan“ weiterlesen

Die Terroristen haben gewonnen

Am Donnerstagabend (vor Ostern) gegen 10 Uhr Ortszeit wurde Flug 593 der United Airlines von Denver, Colorado nach Santa Ana, Kalifornien, angehalten und konnte erst zweiein­halb Stunden später abfliegen, nachdem das Flugzeug geräumt und von Beamten der lokalen Polizei sowie der Transportation Security Administration durchsucht worden war. „Die Terroristen haben gewonnen“ weiterlesen

Deutschland am Hindukusch verteidigen

Im Dezember waren es noch 38 Ja %, 57 % Nein, im Dezember 09 45 % Ja, 57 % Nein. Warum sind dann noch deutsche Truppen in Afghanistan? Warum verlängert der Bundestag dann den Kriegseinsatz? Muss erst eine Parteizentrale brennen wie in Kairo, bis die Stimme des Volks gehört wird? „Deutschland am Hindukusch verteidigen“ weiterlesen

Muss Deutschland jetzt Handelskriege führen, Herr Bundespräsident?

Nicht Handelskriege in Form von Zöllen und Kontrollen, sondern in Form von getöteten Zivilisten. Wenn die wirtschaftlichen Interessen Deutschlands in Frage gestellt wurden. Bundespräsident Horst Köhler erklärte gegenüber dem Deutschlandfunk nach seinem aktuellen Afghanistan-Besuch wörtlich: „Muss Deutschland jetzt Handelskriege führen, Herr Bundespräsident?“ weiterlesen

Deutsche töten afghanische Soldaten

Sechs Soldaten der afghanischen Armee wurden am Freitag irrtümlich von der deutschen Bundeswehr erschossen. Die deutsche Pioniereinheit war in einen Hinterhalt der örtlichen Taliban-Miliz geraten und hatte anschliessend das Feuer auf afghanische Truppen eröffnet, die ihnen zu Hilfe geeilt waren. Drei deutsche Soldaten kamen ums Leben, wodurch sich der Blutzoll auf 39 junge Deutsche erhöht, davon 22 durch direktes feindliches Feuer; 138 weitere wurden verwundet. Wann beendet die Bundesrepublik ihre Teilnahme an der völkerrechtswidrigen Besetzung des Landes? (via  aljazeera)

Afghanistan: Mehr Gründe für einen Rückzug der Nato

Die britische Tageszeitung The Independent hat Einblick in bisher vertrauliche Dokumente des britischen Aussenministeriums erhalten, worin die Effektivität der Besetzung des innerasiatischen Landes massiv bezweifelt wird.

„Afghanistan: Mehr Gründe für einen Rückzug der Nato“ weiterlesen