Wie Arabien Europa vor dem Alkohol gerettet hat

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Der US-Publizist Mark Pendergrast beschreibt in seinem Buch „Uncommon Grounds“ (von 1999, deutsche Übersetzung „Kaffee. Wie eine Bohne die Welt veränderte“), wie in Europa vor der Neuzeit fast nur alkoholisierte Getränke genossen wurden, weil das Wasser durch unsachgemässe Behandlung oft Krankheiten übertrug. Das leichte Bier jener Zeit hatte natürlich die bekannten Nebenwirkungen, und die allgemeine Abstumpfung ging erst dann zurück, so Pendergrast, als der Handel mit Arabien auch Kaffee nach Europa brachte. Und so die Ära der Aufklärung und Vernunft erst ermöglichte. Dass mit dem arabischen Handel auch Wissenschaft und Philosophie auf den bäuerlichen europäischen Kontinent zurückkehrten, beschreibt der Harvard-Absolvent nicht so explizit; das darf aber als bekannt voraus gesetzt werden. Eine Lehre darf man aus dieser geschichtlichen Betrachtung ziehen, nämlich dass der geistige und kulturelle Austausch mit der arabischen Nachbarregion für Europa massive Vorteile gebracht hat und unbedingt weiter entwickelt werden sollte. Was natürlich nur gehen kann, wenn wir aufhören, dort Stellvertreter- und Rohstoffkriege zu führen. nytimes

Der inner-islamische Konflikt

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Fast immer, wenn im Nahen Osten geschossen wird, bemühen unsere Medien­vertreter das Erklärungsmodell „da kämpfen Sunniten und Schiiten aus religiösen Gründen“. Ein Blick auf die obenstehende Karte der University of Columbia (hier in gross) zeigt, dass die Grenzen der islamischen Konfessionen keineswegs entlang irgendwelcher Staatsgrenzen verlaufen. Statt dessen sehen wir, dass Sunniten und Schiiten mit den anderen zahlreichen weltanschaulichen Gruppen des Irans bunt gemischt durcheinanderwohnen. Mit Ausnahme einer Sekte, die nur im unwirtlichen Inneren der arabischen Halbinsel anzutreffen ist: Wahabiten. Diese besonders fundamenta­listische Lesart des Islam war eines der Werkzeuge, die den Stammes­fürsten der Saud so weit zur inner-arabischen Macht verhalf (spätestens nach der Eroberung von Mekka und Medina), dass sie als wirtschaftliche und militärische Vertragspartner für die USA in Frage kamen. Heute verfügt diese funda­menta­listische Sekte über umfangreiche Öl-Einkünfte (Zum Vergleich: Deutschland hat ein etwa 6mal höheres Bruttoinlandsprodukt) und setzt diese zur Machtgewinnung in Arabien (Daesh), Asien (Taliban) und Afrika (Boko Haram) ein. Mit Sunniten und Schiiten hat das alles nichts zu tun.

Homeland ist rassistisch: Arabische Sprayer trollen Hollywood

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Grossartige Aktion dreier Berliner Grafitti-Artisten mit arabischem Hintergrund (Heba Amin, Caram Kapp, Stone), die vom Prodakutionsteam der US-TV-Serie Homeland engagier wurden, um arabische Sprüche an Berliner Mauern zu sprühen, um damit ein möglich echtes und gruseliges ISIL-Feeling zu erzeugen. Die Agenten-Serie ist ein schlimmes Machwerk, das die selbstgefällige Weltsicht der militärisch-industriellen Komplexes („a.k.a. „USA“) auf die die Fernsehschirme der Welt projiziert. Die drei bekamen als Briefing Bilder von Grafittis aus syrischen Flüchtlingscamps, die sie aber aus Coyrightgründen nicht kopieren durften (a.k.a. „LOL“). Und das kam dabei raus: Weiterlesen

Die Wiederkehr des Kalifats

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Während sich der „dekadente Westen“ mit Fussball vergnügte, riefen heute nachmittag die Kämpfer der ISIL (Islamic State of Iraq and the Levant. Levante, nicht Syrien) das islamische Kalifat aus, mit ihrem Chef Abu Bakr al-Baghdadi als Kalifen und „Anführer aller Moslems“. Weiterlesen

Update: Ägypten ist ohne Internet

Gestern morgen um 5:20 Eastern Standard Time (auf dem Pic) oder eben gestern vormittag um 11:20 MEZ zog die ägyptische Regierung den Internet-Stecker, aus Angst vor dem eigenen Volk und seinen unzensierbaren Kommunikationsmöglichkeiten. Lieber Mittelalter als Demokratie. (Danny O’Brien via techmeme) (pic/grösser)

Facebook zeigt Unterschied zwischen Arabien und Islam

Eine Analyse der Facebooknutzer in den verschiedenen Nationen der Erde zeigt: In allen grösseren, entwickelteren Ländern sind knapp mehr Frauen als Männer im grössten sozialen Netzwerk vertreten. Weiterlesen