Augsburg gegen die AfD

Der Bundesparteitag der Scheinprotestpartei AfD wird im Moment von heftigen Protesten begleitet: nach einem 4 km langen Demozug vom Ort des Parteitags in der Messehalle zum innerstädtischen Rathausplatz haben sich 6000-7000 Menschen vor dem historischen Rathaus versammelt, um gemeinsam für Menschlichkeit und Grundrechte und gegen die Karrierenazis (so nenen ich sie heute) der AfD zu protestieren. Einwohner der Stadt säumten die Strassen entlang des Demozugs, mit Transparenten wie „Hass ist krass, Liebe ist krasser“ oder „Augsburg bleibt bunt“. Weiterlesen

Mit der Bombe leben, wenn auch nur für einen Tag

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Ihr habt es sicher alle mitbekommen: In meiner geliebten Heimat- und favourite Wohn/Schlafstadt ist eine am Ende „nur“ noch 1,8 Tonnen schwere Fliegerbombe ausgebaggert worden. Mitten in der City. Liegt da seit über 70 Jahren in der Erde und rostet vor sich hin. Klar, muss man entschärfen. Aber wenn das nicht so klappt, sind 1400 Kilo Sprengstoff unterwegs. Also wurde die Innenstadt geräumt, im Radius von 1,5 Kilometern, was 54.000 Einwohner betrifft. Mich auch, also hab ich heute morgen um 9 unter dem Getöse der Lautsprecherwagen („Hier spricht die Feuer­wehr, verlassen sie unverzüglich die Evakuierungszone…“) als letzter Bewohner das Haus abgeschlossen und mich in die Wohnung einer sehr guten Freundin (die somit mein Leben gerettet hat, irgendwie) am Cityrand geflüchtet (50 Meter hinter der roten Linie). Die sich selbst wiederum aus Feiertagsgründen bei Verwandten am Alpenrand (is ja nicht weit) aufhält, actually. Aber was mir beim Verlassen des Hauses aufgefallen ist: Es war nicht wie in „28 days later“, sondern fast alltäglich. Nur vorübergehend. Im worst case wären an meinem Wohnhaus, einen Kilometer von der Bombe entfernt, maximal Scheiben zu Bruch gegangen. Die drei Sprengmeister (pic unten) hätten dann mehr Pech gehabt, und die Häuser im engeren Viertel um den Blockbuster. Und dann? Weiterlesen

Neulich, gegen Hass und Rassismus

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In meiner Wohn-Schlafstadt gab es bisher keine Pegida- oder sonstige Islamhasser­umzüge; nur die üblichen Kleingruppen-Nazi-Auftritte. Trotzdem war das humorfreie Treiben in ostdeutschen Städten eklig genug, um auch hier, im ansonsten verschlafenen bayerisch-schwäbischen Prosperitätsgürtel Leute dagegen auf die Strasse zu bringen. Beim ersten Flashmob im Dezember etwa 200, beim zweiten am vorgestrigen Montag dann etwa 700 Teilnehmer (Polizei schätzte 400). Auffällig war die unter dem unverbrauchten Begriff AugeNauF breit aufgestellte, gut gelaunte antifaschistische Front, vom lokalen türkischen Kültürverein (der heisst wirklich so), über Linke, Piraten, Antifa, Attac, plus schwer zählbar viele linke/bunte Splittergruppen. Weiterlesen

Warum die Piraten in Augsburg (oder anderswo) nicht zur Kommunalwahl antreten werden

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In den letzten Wochen (und Monaten) hatte ich kaum Zeit gefunden, allgemeine Besonderheiten dieses Planten auf 11k2 zu beschreiben. Statt dessen leistete ich meinen Beitrag dafür, die Welt zu einem besseren Ort für uns alle zu machen, indem ich mich für die Piratenpartei engagierte (wie ihr alle sicher mitbekommen habt). Jetzt ist der eineinhalbjährige Wahlkampf abgeschlossen, und ich erkläre hier in diesem Crosspost, wie es gekommen ist, dass die Piraten in den meisten bayerischen Städten erst gar nicht zur Kommunalwahl zugelassen wurden. Weiterlesen

Warum ich hier gerade so wenig poste

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Weil ich im Wahlkampf bin. Genauer gesagt im Vorwahlkampf – für die anstehenden Kommunalwahlen in Augsburg müssen wir 470 Unterschriften von Bürgerinnen und Bürgern sammeln; und zwar auf dem Bürgerbüro, zu normalen Öffnungszeiten. Entsprechend zäh läuft das Sammeln und entsprechend geht meine ganze Zeit dafür drauf. Und ich vertrete hier in meiner Stadt ja auch nicht gerade Traditionalisten und Materialisten, die aus Pflichtgefühl oder Eigennutz ihre Unterstützer-Unterschrift abgeben, sondern knapp 5000 Leute, die eigentlich keinen Bock auf den Scheiss haben. Weiterlesen

Lab 30 2013: Wo elektrischer Strom unsere Wahrnehmung verändert

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Vom 24. bis 27. Oktober (also jetzt grade) knistert, klickt und zischt das 12. Augsburger Kunstlabor „Lab 30“ im Abraxas, Sommestrasse 30. Wer davon noch nie gehört hat: Stellt es euch als eine Art Ars Electronica in klein vor. Ich war gestern abend dort und hab nicht mal die Hälfte gesehn. Eins vorneweg: Das Elektrokunstfestival wird hier in der selbsternannten Provinz finanziell kleingehalten und nur durch Spenden finanziert. Der viele Strom passt einfach nicht ins Trachtenpanorama der derzeitigen konserativen Regierung. Dass es auch im zehnten Jahr trotzdem stattfindet, ist eine Ohrfeige für den amtierenden Kulturreferenten. Egal. Her mit der Kunst. Weiterlesen

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Wenn es in meiner geliebten Heimatstadt schon mal Musik aus Teslaspulen, Gemüse, Waschmaschinen, Wachszylindern, Fitnessgeräten, zu hören und dazu jede Menge Elektronika mit nur angestrengt erfassbarem Sinngehalt zu sehen sind, geh ich natürlich hin: Heute, morgen und übermorgen ins lab30, Sommestr. 30, Augsburg.