Peak Music, und ihr dunkles Geheimnis

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Im abgelaufenen Jahr 2015 wurden im weltgrössten Musikmarkt USA erstmals mehr Alben verkauft, die vor mehr als 18 Monaten veröffentlicht worden waren, als aktuelle Titel. Dasselbe passierte bei Downloadverkäufen. Also ist zumindest der Verkauf von Tonträgern und Downloads eine sterbende Branche – bei Streams kann sich das anders verhalten. Für Big Music wäre das eine Horrornachricht, hätten nicht die grossen Labels bereits mit entsprechenden Verträgen mit Streaming-Anbietern ihre Schäfchen ins Trockene gebracht; zum Nachteil der Künstler, wie inzwischen bekannt ist. Peak Music ist allerdings erreicht, so oder so. Weiterlesen

Limewire-Prozess: Big Music fordert 75.000 Milliarden US-Dollar

Eine Zahl mit 12 Nullen. Etwa fünfmal so viel wie die gesamten Staatsschulden der USA. Im Prozess gegen die ehemalige Musiktauschbörse Limewire forderten die dreizehn klagenden Musikvertriebe eine Entschädigung, die dem 145fachen des deutschen Bundeshaushalts entspricht. Mehr, als die weltweite Tonträgerindustrie seit Erindung des Phonografen im Jahr 1877 eingenommen hat. Die zuständige US-Bundesrichterin Kimba Wood wies die Forderung als „absurd“ zurück. Die tatsächliche Reduzierung des Verkaufs durch den freien Tausch ist übrigens bis heute nicht nachgewiesen. Via law

EMI: Gehört jetzt der Citi Bank

Die EMI ist tot. Die sterblichen Überreste des einstmals grössten Plattenlabels gehören jetzt dem Hauptschuldner, der Citi Group, die waghalsigen Finanzmanöver des britischen Investors Guy Hands und seiner Heuschreckenkompanie Terra Firma sind vorüber. Weiterlesen

Der digitale Musikvertrieb ist am Ende

Mark Mulligan arbeitet für Forrester Research und schreibt aktuell in der New York Times: „As things stand now, digital music has failed.“ Tatsächlich beobachten wir, dass der Absatz von physischen Tonträgern weiter stark abnimmt, während der Verkauf von Downloads bereits in die Phase der Marktsättigung eintritt.

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Warner Music kauft EMI, oder wird verkauft, oder beides

Das Management von Warner Music hat an Oberheuschrecke Goldman Sachs den Auftrag vergeben, geeignete Käufer für eine Übernahme des schwächelnden Tonträgervertriebsunternehmens zu finden. Weiterlesen

Jetzt neu: Downloadverkäufe ohne künstliche Verzögerung

Die Musikabteilungen von Sony und Universal haben heute einen Siebenmeilenschritt in die digitale Gegenwart getan: Zukünftig sollen Song-Downloads schon am selben Tag verkauft werden, an dem sie im Radio gespielt werden: „on air, on sale“. Weiterlesen

Big Music schrumpft, aber zu langsam

Nach Zahlen von Nielsen Soundscan gingen 2009 in den USA Verkäufe von Alben um 13 % zurück, der Umsatz mit aufgezeichneter Musik (CDs, Videos, Downloads) um 2,5 %. Und das, obwohl der Verkauf von digitalen Musikdownloads um zahme 1 % zunahm. Moment, dann würde es, bei linearem Rückgang, noch 40 Jahre dauern, bis es in den USA keine Major Labels mehr gibt? Leute, das muss schneller gehen. Hört auf Konserven zu kaufen und gebt das Geld lieber den Bands. (via hypebot)

Zukunft des Musikbusiness: Forest Family

Die Herausgeber der beiden beliebten Musikblogs Gorilla vs. Bear und Weekly Tape Deck haben gemeinsam das Label Forest Family gegründet, das, wieder in Blogform, neue Veröffentlichungen ankündigt. Was dabei auffällt: Die Tonträger sind entweder Vinylschallplatten (7″/10″/12″) oder Kassetten. Weiterlesen

Ausverkauf: Jamendo

Die bedeutendste Plattform für Creative-Commons-Lizensierte Musik, Jamendo, steht vor der Pleite. Und soll verkauft werden. Die Chance also für Big Music (a.k.a. musikalisch-industrieller Komplex), die lästige freie Konkurrenz für ein paar Millionen aufzukaufen und sofort anschliessend zu plätten. Aber das werden wir ja in Kürze erleben. (via techcrunch)

Warum Big Music stirbt: 10.000 Dollar ist garnichts

Neue Anekdoten aus dem musikalisch-industriellen Komplex. Der Sänger der US-Alt-Rock-Band Too Much Joy, Tim Quirk, bekam in der vergangenen Woche die lange erwartete Abrechnung für Online-Verkäufe von ihrem ehemaligen Label Warner Music. Weiterlesen

Thom Yorke: Big Music ist seit 20 Jahren tot

090810thom_yorkeEin durchaus individueller Standpunkt, aber trotzdem fundiert. Thom Yorke von der britischen Band Radiohead, erklärte in einem Interview:

„Zur Zeit können wir einen Prozess der natürlichen Auslese beobachten. Das Music Business trieb seinem Ende entgegen, vor ungefähr 20 Jahren. Aber dann, halleluja, kam die CD ins Spiel und alles ging noch ein bischen weiter. Aber im Grunde war die Branche tot“.

Wenn man so überlegt, was der Mann da sagt, kommt es einem ganz Weiterlesen

Big Music: Tot und begraben

090805nytimesmusicsalesDiese Infografik aus der NYT (klick > riesig) zeigt, wie eindeutig die goldene Zeit der Big Labels vorbei ist.

In Milliarden US-Dollar, inflationsbereinigt, von ’73 bis ’08. Kein Wunder, dass Tim Gideon vom PC Mag den August 09 als „Ban Major Record Labels Month“ ausruft. Er sagt: Boykottiert die Big Four EMI, Universal Music Group, Sony Music Entertainment, Warner Music Group, und ihre Sublabels solange, bis sie aufhören, Leute zu verklagen, dann das erpresste Geld zurückgeben und sich bei den Opfern ihrer Hexenprozesse öffentlich entschuldigen.

Eine unterstützenswerte Forderung, wie ich meine.

( grafik via evolvor, boykottaufruf via pcmag)

Joel Tenenbaum bekennt sich schuldig

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Im zweiten grossen P2P-Prozess der USA hat der des Filesharing angeklagte Joel Tenenbaum heute erklärt, er habe die fraglichen 30 Songs bewusst aus dem Kazaa-Netzwerk heruntergeladen, und diese auch bewusst zur Weiterverbreitung verfügbar gehalten. Weiterlesen

Big Music muss die Zahlen auf den Tisch legen

090719geldspeicherTreppenwitz der Geschichte: Im aktuell laufenden P2P-Schauprozess Sony Bmg Music Entertainment v. Tenenbaum hat das hohe Gericht beschlossen, einen Antrag der Verteidigung zu unterstützen.

Nämlich den, dass die Musikindustrie exakte Zahlen auf den Tisch legen muss, um nachzuweisen, wie entsetzlich die Verluste durch Völkermordpiraterie (a.k.a. P2P) denn nun wirklich sind.

So dass alle Künstler bald Weiterlesen

Big Music will Anteil am Pirate Bay Verkauf

Wie aus Kreisen der IFPI zu hören, will die globale Creme der Musikkonzerne Geld aus dem Verkauf der Pirate Bay schlagen. Winziges Problem: TPB gehört juristisch einer Briefkastenfirma Weiterlesen

Big Music denkt über Aufführungs-Gebühren auf Klingeltöne nach

090622mobilephoneDie US-Verwertungsgesellschaft ASCAP denkt schon mal vor: Klingeltöne seien ja zumeist an irgendwelche Songs angelehnt, deswegen würden die Anbieter von Klingeltönen (also die Jambas dieser Welt) ja auch Tantiemen abführen, an die Komponisten und ihre Verlage. Aber das öffentliche Telefonklingeln sei eine Aufführung und müsse ab Weiterlesen