Darf Satire wirklich alles?

charliehebdo_prv-300x381Nach der künstlichen Auf­regung um Böhmer­manns neuesten Medien­coup (Stichworte „Erdo­gan“, „Ziegen­ficker“) sorgt die Satire­szene für den näch­sten Skandal: Das fran­zösische Magazin Charlie Hebdo präsentiert auf dem Cover der aktu­ellen Aus­gabe eine ge­zeichnete Soli­dar­itäts­demonstration von zig­arrenrauchenden und/oder wohlgekleideten Personen, die Schilder tragen mit Aufschriften wie „Ich bin Panama“, „Keine Angst“ oder „Sie werden unseren Lebensstil nicht ändern“. Wie damals zum An­schlag auf die Redak­tion. „Darf Satire wirklich alles?“ weiterlesen

Charlie Hebdo und die Kölner Silvesternacht

Charlie Hebdo Aylan Kurdi

Besonders feige sind die Redakteure von Charlie Hebdo nicht. Aylan Kurdi war ein syrisches Kind, er ertrank im September 15 vor der türkischen Küste und wurde am Strand gefunden; das Bild ging um die Welt. Jetzt fragt Charlie Hebdo: „Was wäre aus Aylan Kurdi geworden?“ Und antwortet unter dem Cartoon: „Ein Frauenbegrapscher in Köln“. Der Sturm der Entrüstung jagt derzeit immer noch um den Globus. Natürlich wissen wir alle, dass Charlie Hebdo bereits soviele Mohammedkarikaturen veröffentlichte, dass sich fundamentalistische Arschlöcher deswegen veranlasst sahen, den Grossteil der Satiriker zu ermorden. Jetzt giessen die Überlebenden noch ein bischen Öl in die Flammen. Darf Satire denn alles? Meiner Ansicht nach: Ja. Ihr könnt das natürlich anders sehen. via vox

Je suis Raif

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Während sich in Paris eine Million und in anderen europäischen Städten immerhin Zehntausende Menschen versammeln, um sich völlig zu Recht mit den Opfern des Charlie-Hebdo-Anschlags zu solidarisieren und gleichzeitig für Meinungsfreiheit als unveräusserliche Grundlage von Demokratie demonstrieren, wird ein anderer Vorkämpfer für die Freiheit der Gedanken gerade von einem unserer Verbündeten zu Tode geprügelt. Der saudi-arabische Journalist Raif Badawi wurde im Mai von einem Gericht in Dschidda zu einer Strafe von einer Million Ryal (226.000 Euro), 10 Jahren Gefängnis und 1000 Peitschenhieben (die er wahrscheinlich nicht überlebt) verurteilt; die ersten 50 Schläge hat er am Freitag erhalten. „Je suis Raif“ weiterlesen

Die Chemtrails von Dammartin-en-Goele

Dammartin

Vorgestern, am Mittwoch 7.1., stürmten zwei (oder drei?) maskierte Männer die Redaktionsräume des französischen Satiremagazins Charlie Hebdo und erschossen dort die vier wichtigsten Karikaturisten des Landes und acht weitere Menschen. Nur eine Zeichnerin überlebte den Anschlag. Das Attentat wurde auf Amateur­/Handyvideos festgehalten, als die Schiesserei begann. Trotz Vermummung wurden die beiden noch am selben Tag identifiziert. Die professionell agierenden, also ausgebildeten Männer flohen mit einem Citroen, wurden allerdings in einer Kleinstadt kurz ausserhalb von Paris heute abend von der Polizei gestellt und erschossen. Im Fluchtwagen fand man den Personalausweis eines Täters. „Die Chemtrails von Dammartin-en-Goele“ weiterlesen

Wenn Satiriker zurückbomben

Das französische Satiremagazin Charlie Hebdo veröffentlichte neulich eine Mohammed-Karikatur. Folge: Ein Brandanschlag, der das Büro des Wochenmags in Paris verwüstete. Gegenschlag der fundamental­istischen Satiriker: Die Karikatur wurde um ein paar ähnliche ergänzt, nachgedruckt und gestern als Beilage der französischen Tageszeitung Liberation verteilt. Nehmt das, humorlose Religiosisten! reuters