Todeslotto

Lotto, das ist, wenn du Geld bezahlst, um mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit viel Geld zu gewinnen. Wahrscheinlich aber nichts, während die Lottokasse satte Gewinne einfährt. Deswegen nennt der Volksmund das Lotto spielen auch „Deppensteuer“. Weil ja nur Deppen freiwillig Steuern bezahlen würden. Aber gut, du hast eben ein hohes Risiko, ein bischen Geld zu verlieren und ein winziges Risiko, Geld zu gewinnen. Genau andersrum geht Todeslotto:

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Covid und Diktaturen

Frau Wang (siehe Bild) kam eigentlich auf Einladung eines Verehrers, der sie mit seinen Kochkünsten beeindrucken wollte, nach Zhengzhou (etwa 700km südlich von Bejing). Unglücklicherweise ereignete sich in der Stadt kurz nach ihrer Ankunft ein Covid-19-Ausbruch, so dass die Behörden einen sofortigen Lockdown anordneten; niemand durfte mehr das Haus verlassen. Frau Wang berichtete daher eine Woche lang über das chinesische Social Network Weibo über die eingeengte Situation, den unkommunikativen Bewerber und seine mittelmässigen Kochkünste. Eine romantische Entwicklung blieb berichtetermassen aus. Ich finde, das ist ein schönes Beispiel für den Umgang mit Covid und Diktaturen in Diktaturen. Vor allem, weil so ungefähr alle ein bis zwei Wochen eine Menschenmenge mit lauter, geschmacksbefreiter Musik-untermalung und ebenso lauten, aber von keinerlei Politikwissen getragenen Rufen nach Freiheit und Demokratie vorbeizieht. Leute, möchte ich ausrufen, Leute, was wollt ihr denn? Nicht zum Impfen gehen, keine Maske tragen, keinen Abstand halten, shoppen und feiern, bis buchstäblich der Arzt kommt und das dann als Freiheit und Demokratie bezeichnen? Wisst ihr was, wenn es euch hier nicht passt, dann geht doch „rüber“. Nach China. Da warten sie nur so auf euch, ihr Wohlstandsopfer. Danke nochmal an Frau Wang für die Klarstellung. bbc, straits times, guardian

Ist die Corona-Pandemie vorbei? Ja, aber nicht für alle.

Genauer gesagt: Für etwa zwei Drittel der Bevölkerung ist die Pandemie eigentlich vorbei. Die sind geimpft und so gut wie sicher (95%) vor dem Killervirus. Der in unserem Land seit Anfang letzten Jahres 94.628 Leute umgebracht hat. Unter diesen Glücklichen Zwei Drittel (nur wenige davon sind „Genesen“) beträgt die Inzidenz, also der 7-Tage-Durchschnittswert der Angesteckten 22,2 (in BaWü) oder 26,2 (in Bayern. Andere Bundesländer veröffentlichen keine getrennten Zahlen). Aber unter den nicht Geimpften beträgt die Ansteckungsrate 174,6 (BaWü) und 204,5 (Bayern). Wenn – im worst case – die Impfrate nicht weiter ansteigt, weil weiterhin ein Fünftel der Bevölkerung aus Angst, Faulheit, Propaganda oder Dummheit (soll jede*r selbst entscheiden) nicht zum Impfen geht, dann bleibt dieses Fünftel (27 Millionen abzüglich der rund 10 Millionen Kinder, für die es noch keinen zugelassenen Impfstoff gibt, aber dafür spezielle Formen von Covid-19, die zu jahrelangen Entzündungen führen) so lange ungeschützt, bis die ungefähr 17 Millionen infiziert wurden und entweder genesen oder krank oder tot sind. Ja, richtig, wenn die verbleibenden Ungeschützten zu schnell angesteckt werden, laufen unsere Krankenhäuser über und das Gesundheitssystem bricht zusammen (Stichwort Triage). Also muss man die Ungeimpften weiterhin von Ansteckungsorten fernhalten. Kinos, Konzerte, Theater, Fussballstadien. Die werden für sehr lange Zeit für Nicht Geimpfte geschlossen bleiben. Ok. Für alle anderen ist die Pandemie spätestens Ende des Jahres vorbei. pic Sarah Richter cc0

Covid-19: Doppelt so viele Fehlgeburten

Berichte aus den USA (Mississippi, Kalifornien) zeigen, dass die Zahl von Fehlgeburten bzw Totgeburten bei nicht geimpften, mit Covid-19 infizierten Frauen mehr als doppelt so hoch ist wie bei nicht infizierten bzw bei geimpften. Denkt denn niemand an die (toten) Kinder? via boingboing, pic kalhh cc0

Negativ ist das neue positiv

Das gilt schon seit über einem Jahr. Für mich war es allerdings extrem positiv, dass der Schnell- und danach der PCR-Test negativ waren. Weil ich ne knappe Woche mit Fieber, Kopfschmerzen und ohne Kreislauf auf der Nase gelegen war, und dazu noch Geschmacks- und Geruchsveränderungen erlebte. Kaffee (eins meiner wichtigsten Lebensmittel) roch und schmeckte auf einmal wie Gülle aus dem Abfluss, vermischt mit Johannisbeersaft, und dieses Symptom gilt nun mal als corona-typisch. Nein, sagte der Arzt auf Nachfrage, das kann auch bei Grippe passieren. Aber liest man denn nicht überall, dass die „normale“ Grippe durch die Covid-Hygienemassnahmen praktisch ausgestorben sei? Ja, schon, aber ich bin Zeit meines Lebens ein so begeisterter Fan von Erkältungskrankheiten, dass ich es trotzdem schaffe, mir eine einzufangen. Diesmal sogar mit Geschmacksdings. Das gibt es also auch. Die Dame auf dem Pic oben (von Adina Voicu cc0) trägt übrigens eine Krone (Corona) aus Blumen, das ist der Zusammenhang, und ich kann die typischen Stachelbälle nicht mehr sehen. So wie ihr auch. Be well.

Im Dark Web kostet die Corona-Impfung 500 USD

Nachfrage und Angebot, oder? Im Darknet kann man derzeit eine Impfdosis gegen Covid-19 (Im Angebot: Biontech, Moderna, Johnson & Johnson, AstraZeneca, Sputnik, Sinopharm) für 500 Great American Dollars in Bitcoins kaufen. Wobei man nicht weiss, ob dann da auch Impfstoff drin ist. Securityexperten, die den illegalen Handel beobachten, sehen allerdings doppelt soviele Impfzertifikate als Impfstoffe. Klar, wenn man Angst vor Nachteilen hat, dann aber zu feige ist, um zum impfen zu gehen (nur sehr wenige Menschen könnnen aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden), kauft man sich eben ein gefälschtes Dokument. Negative Testergebnisse gibt es dort schon ab 25 Coronadollars. Auf Nachfrage erklärten die Anbieter ausserdem, sie würden das alles am liebsten in grossen Mengen verkaufen, an Leute, die es dann lokal unter die Menschen bringen. Wir werden ja sehen, ob sich Verbrechen wirklich auszahlt. via boingboing, wired pic hakan german cc0

Impfen im Euroshop?

In den USA sollen nach einer Erklärung des Präsidenten Joe Biden alle erwachsenen Bewohner bis spätestens Mai diesen Jahres einen Impftermin gegen Covid-19 be­kom­men. Möglich ist das, weil dort nicht nur in Krankenhäusern, Arztpraxen und Drive-Ins geimpft wird, sondern auch in Apotheken, auch in Einzelhandelsketten wie Walmart, CVS oder Walgreens. Und demnächst auch im Dollar General (lose übersetzbar in Euroshop), weil letzterer eben auch in ländlichen Regionen sehr verbreitet ist. Während­dessen wird in Deutschland diskutiert, ab wann überhaupt Hausärzte impfen dürfen, zusätzlich zu den wenigen, überlasteten Impfzentren und Mobilteams. Apotheken oder andere Orte mit gesundheitlichem Bezug kommen hier in der Diskussion erst gar nicht vor. Dann dürfen wir uns auch nicht wundern, wenn die Pandemie nicht vorbei gehen will. Zum Glück ist dieses Jahr noch Bundestagswahl, dann können wir Volksvertreter:innen wählen, die weniger an Bürokratie und Rezepten der Vergangenheit kleben. pic maschinenjunge cc by sa

Auf zur Corona-Demo

Ja, man kann schon mal die Nerven verlieren. Das kann passieren. Wir möchten das schöne Leben zurück. Das ist aber grade nicht im Angebot, wir müssen noch länger Geduld haben, eben bis genügend Leute geimpft sind, dann ist der Alptraum vorbei. Tatsächlich erscheinen uns viele Regelungen rund um die Pandemie bizarr: „Auf zur Corona-Demo“ weiterlesen

Covid-19 und die Langzeitschäden

Wie die Universität von Leicester nach Zahlen des britischen Office for National Statistics (ONS) aktuell veröffentlichte, sind in Britannien in der ersten Covid-Welle im Frühjahr 2020 insgesamt 47,780 Personen aus britischen Krankenhäusern als von Covid geheilt entlassen worden. Davon kamen 29,4 % (über 14.000) also drei von zehn „Geheilten“ innerhalb von 140 Tagen wieder ins Hospital, 12,3 % (fast 6000) der Entlassenen starben. Berichtet werden u.a. Schäden an Herz, Nieren. Leber und neue Varianten von Diabetes. Bislang wurde der Gesundheitszustand von entlassenen Patienten im UK nur maximal 28 Tage lang aufgezeichnet, das wird sich jetzt wohl ändern. Nachdem bisher schon zahlreiche Einzelfälle dieser Art berichtet wurden, ist dies die erste grosse Studie zum Thema Langzeitschäden durch Covid-19. Was bedeutet das für uns? „Covid-19 und die Langzeitschäden“ weiterlesen

2021: Eine neue Hoffnung

Liebe Mitbewohner des Planeten Erde! Wir alle freuen uns über diesen willkürlich gewählten Termin eines Neuanfangs. Ok. Viele von uns blicken ausserdem voller Groll zurück auf das vergangene Jahr 2020. Bitte nicht. Ja, richtig, wir hatten im ver­gang­enen Jahr die erste kollektive Krise in unserer Lebenszeit. Weder die „Ölkrise“ 1973 noch die „Flüchtlingskrise“ 2015 waren echte Krisen, sondern nur ein Haufen Blabla. Passiert ist beide Male nichts schlimmes. Jetzt hatten wir mit Covid-19 die erste Pandemie des noch jungen Jahrtausends. Wir werden davon noch mehr sehen, wenn wir so weitermachen mit der Zerstörung unseres Planeten: Je mehr wir in Lebens­gebiete von Wildtieren eindringen, desto grösser ist die Chance, dass wir deren Viren abkriegen. Und je mehr Permafrostboden wir abtauen, desto wahrscheinlich tauen dabei auch Krankheitserreger aus einer Zeit vor Entstehung unserer Spezies auf. Viel Glück uns allen. Vielleicht kriegen wir das ja mit mRNA und anderen neuen Techno­logien in den Griff. Vielleicht hören wir auch endlich auf, Fossilbrennstoffe zu ver­wenden. Wäre echt super, danke. Ansonsten hat uns 2020 viel geschenkt: „2021: Eine neue Hoffnung“ weiterlesen

Warum Covid-19 in Taiwan keine Chance hat

Taiwan ist nicht nur das hell leuchtende Beispiel dafür, dass Demokratie und soziale Gerechtigkeit auch in ganz China herrschen könnten (wenn es dort überall freie Wahlen gäbe), sondern hat auch die Covid-19-Pandemie besser im Griff als fast alle anderen Nationen dieser Erde. In einem Land mit 23 Millionen Einwohnern (gut ein Viertel unseres Landes) verzeichnete die fortschrittliche Insel gerade mal 716 Infektionsfälle und nur 7 Tote. In Deutschland zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung: 1.218.524 Fälle und 19.932 Tote. Wie schaffen das die Taiwan-Chinesen? Durch konsequentes Testen seit Anfang Januar und durch konsequente Quarantäne. Wer sich nicht zuhause isolieren kann, nutzt eines der 56 Quarantänehotels (umgerechnet 70-150 € pro Tag). Nun hat ein dort untergebrachter Philippine (in dessen Land Covid besonders schlimm wütet) sein Zimmer laut Überwachungsvideo auf dem Flur für 8 Sekunden verlassen und wurde deshalb mit einer Strafe von 100.000 New Taiwan Dollars, umgerechnet 2924 Euro belegt. Ich denke, das würde auch hier dabei helfen die Pandemie zurückzudrängen: Jeder der als infiziert getestet wurde oder in Kontakt zu Infizierten war muss mindestens 14 Tage lang in Quarantäne bleiben. Wer vor die Tür geht, und sei es nur für 8 Sekunden: 3000 Euro Strafe. In Abwandlung der Parolen des grossen Mao-Tsedong möchte ich ausrufen: „Von Taiwan lernen, heisst siegen lernen“. Oder so. Bleibt gesund.

Patientenverfügung für Corona-Skeptiker: Bitte nicht beatmen

Der Schweizer Gesundheitsökonom Willy Oggier schlägt in einem aktuellen Interview mit der „Basler Zeitung“ vor, sogenannten „Corona-Skeptikern“ im Covid-19-Er­krank­ungsfall keine intensivmedizinische Versorgung zu geben, falls es zu Engpässen kommt. „Ich finde es fairer, wenn der selbsternannte Corona-Rebell das Nachsehen hat, als wenn es einfach den ältesten Patienten im Raum trifft“, erklärt er weiter. Der Experte hat da sicher einen Punkt – warum sollen Menschen behandelt werden, die aktiv zu Ansteckung und Verbreitung des Virus beigetragen haben, indem sie entweder ungeschützte Treffen hatten oder die Gefährlichkeit der Pandemie öffentlich leugneten? Im Notfall, wenn die Intensivstationen überfüllt sind, müssen Ärzte ent­scheiden, wer weiter beatmet wird und wer sterben muss. Damit die Entscheidung dafür beim Einzelnen bleibt und die individuelle Freiheit so wenig wie möglich ein­geschränkt wird, sollten die sogenannten „Corona-Skeptiker“ doch einfach Pa­tien­ten­verfügungen ausfüllen und mit sich führen, damit sie nicht versehentlich im Kranken­haus wegen Covid-19 behandelt oder gar beatmet und gegen ihren Willen am Leben gehalten werden. via tagesspiegel

pic Philipp Lensing cc by sa

Was kann ich noch tun: Thermometer

Ja, richtig: Die Körpertemperatur kontrollieren ist eine gute Idee. Trotz schauriger Erinnerungen an meine Kindheit, wo quecksilberhaltige Fieberthermometer am liebsten da steckten, wo ich sie am wenigsten haben wollte. Der Fortschritt macht auch hier keine Ausnahme: Für 3,45 Eurelien gibt es beim Drogeriemarkt meines Vertrauens (der, dessen Chef seine Auszubildenden auf Theaterkurse schickt und öffentlich über Grundeinkommen sinniert, nicht der, dessen Gewinne zu Teilen an Neonaziparteien gespendet werden) ein digitales Thermometer (pic von mir, cc by sa), das von der Stiftung Warentest als genausogut wie die übrigen bewertet wird, die auch gerne ein Mehrfaches kosten. Abweichung maximal 0,1°C. Die Handhabung ist denkbar einfach: Das Coronameter einschalten, in den Mund nehmen, unter die Zunge, ein paar Sekunden warten, bis es piept, dann die Temperatur ablesen. Aha, 36,5°C, das ist ok. Wenn die mal über 38 springt, hat man Fieber, dann wäre ein Test eine gute Idee. Wollt ihr euch nicht auch alle sowas besorgen, um die öffentliche Sicherheit in Zeiten der Pandemie zu erhöhen? Mit Jana aus Kassel können wir dabei wohl nicht rechnen, aber die meisten Leute sind ja nach wie vor vernünftig.

Meanwhile auf der Intensivstation

Die Zahl der Covid-19-Neuinfektionen hat sich auf einem hohen Wert eingependelt, was aber nicht heisst, dass jetzt irgendwas gut wäre. Nach wie vor stecken sich in der Bundesrepublik jeden Tag 15-20.000 Leute mit diesem tückischen Virus an. Folge: Die Intensivstationen laufen voll. Noch sind wir nicht so weit, dass Ärzte entscheiden müssen, wer beatmet wird und wer nicht, aber das Pflegepersonal ist bis zum Burnout überarbeitet und teilweise schon selber infiziert, und die Belegung der Intensivbetten nimmt weiter zu. Die anschauliche Grafik oben stammt vom Bayrischen Rundfunk, nach Zahlen des DIVI-Intensivregisters. Also: Abstand halten, Masken tragen, Hände waschen. Es ist noch nicht vorbei, aber wir schaffen das. Bleibt gesund.

Mal unter uns: Was ist da los mit diesem Corona?

Was in Deutschland im Jahr 2020 am meisten diskutiert wird, ist die Covid-19-Krankheit mit ihren Auswirkungen. Durch die notwendigen Hygienemassnahmen wie Abstand halten und das Tragen von einfachen Mundnasenschutzmasken fühlen sich viele Menschen in unserem Land verunsichert und eingeschränkt. Wir alle sehnen uns zurück zu einem Leben, das mehr Gemeinschaft, mehr Lebensfreude und weniger Angst vor einem unsichtbaren Virus enthielt. Manche von uns lassen sich deswegen von Propaganda aus dunklen Quellen noch weiter verunsichern und richten ihren Ärger gegen die Überbringer der schlechten Nachrichten, die Ärzte, Wissenschaftler, Vertreter der Öffentlichkeit. Das ist einerseits verständlich, bewirkt andererseits aber das Gegenteil dessen, das wir alle wollen. „Mal unter uns: Was ist da los mit diesem Corona?“ weiterlesen