Der Neoliberalismus als langfristiges Projekt: David Harvey

Warum wird das Leben für fast alle Leute auf dem Planeten jedes Jahr ein klein bischen härter, aber gleichzeitig für sehr, sehr wenige sehr schnell sehr viel besser? Warum sinken Reallöhne, wenn man die reale Preissteigerung ohne Luxusgüter ansetzt, während die Milliardäre ständig, also zunehmend, mehr einnehmen? War das schon immer so? Gibt es geschichtliche Fakten dazu, Zahlen, die wir vergleichen können? Ja, aber sicher doch. David Harvey, der somewhat führende Sozialtheoretiker unserer Tage, erklärt das alles in verständlicher Form und in zahlreichen Publikationen. Drüben im Jacobin ist gerade ein Interview mit dem inzwischen 83jährigen Visionär online. Darin sagt uns David (hier eine Laudatio zum 80sten im Neuen Deutschland), der übrigens den völlig fantastischen Twitter-Account Humans Of Late Capitalism betreibt, als Weiterführung des Marxismus mit Katzenbildern, dass Neoliberalismus ein Jahrzehnte währendes Projekt der Milliardäre (a.k.a Kapitalisten, a.k.a. besitzende Klasse) ist, mit dem Ziel, die progressive Entwicklung der Nachkriegszeit in der 50ern, 60ern und 70ern des 20sten Jahrhunderts, die Erstarkung der Gewerkschaften, der Frauen- und der Friedensbewegung zu zerschlagen und die ungehemmte Bereicherung der Wirtschaftselite zu garantieren. Lest selbst: jacobin, pic readingcapital cc by

Die Wahrheit über den Kapitalismus

Der Soziologe und Marx-Kenner David Harvey hielt an der Royal Society for the Arts in London einen 11-minütigen Vortrag über die Kernprobleme des Kapitalismus. Besonders cool: Weiterlesen