SarsCov2 is people

Im 1973er Dystopieklassiker Soylent Green spielt Charlton Heston (siehe Video-ausschnitt) einen fiktiven, extrem rechtschaffenen Polizisten, der aufdeckt, dass die Hungerkatastrophe in einer durch Umweltverschmutzung zerstörten Welt durch das erwähnte Soylent Green eingedämmt werden soll, welches allerdings aus Menschen-fleisch hergestellt wird. Aus dem Fleisch derjenigen, die sich nichts anderes, oder nicht einmal das leisten können. Soweit sind wir heute nicht, mit oder ohne Charlton Heston. Allerdings haben wir in der Gegenwart ähnliche Vorgänge, in welchen die Armen, Arbeitenden, Besitzlosen (d.h. alle, die nicht Multimillionäre sind) mit ihrem Leben dafür bezahlen, dass sie arm, arbeitend oder besitzlos sind. Einer dieser Vorgänge ist die Covid19-Pandemie, hervorgerufen durch den SarsCov2-Virus. Beschrieben werden die sozialen (oder wirtschaftlichen) Faktoren, die zum massen-haften Verlust von Menschenleben führen, zum Beispiel in Arbeiten wie dieser: There are no equal opportunity infectors. Hier wird beschrieben, und zwar auf Grundlage nachprüfbarer Zahlen aus dem Gesundheitswesen, dass Menschen mit geringerem Einkommen und/oder dunklerer Hautfarbe eine signifikant hörere Infektions-, Erkrankungs- und Sterberate erleiden. Nicht nur im Fall von SarsCov2. Wir sollten uns also fragen, ob wir diesen Missstand wirklich ertragen wollen, oder ob wir eine Zukunft wählen möchten, die auch ethischen Masstäben entspricht. Wenn letzteres, dann müssen wir uns für Mindestlohnerhöhung, umfassenderen Arbeitsschutz und deutlich stärkere Besteuerung von Kapitaleinkünften entscheiden. Zum Beispiel bei den nächsten Wahlen. Oder wir kaufen das neue Soylent Green. Das geht auch.

Nach der Katastrophe ist vor der Katastrophe

So sah es am vorgestrigen Mittwoch in San Franciso aus. Kein Filter. Terry Tsai hat die Stadt mit seiner Drohne gefilmt und freundlicherweise ein Stück vom Bladerunner 2049 Soundtrack druntergelegt. Warum ist alles so orangerot? Weil ganz California brennt. Weil der Klimawandel dieses Land genauso ausdörrt wie viele andere. Wenn wir also die aktuelle Pandemie irgendwie kleingekriegt haben, steht uns die nächstgrössere Dystopie vor dem Haus: Die globale Erwärmung. Nein, es ist nicht so, dass wir nichts dagegen tun könnten. Aber wir müssen es eben tun. Sonst sieht die ganze Erde in ein paar Jahren so aus wie das kurze, anschauliche Video oben. Und mindstens eine Milliarde Menschen sind auf der Flucht (geschätzt spätestens 2050, aber das alles kann sich noch beschleunigen). via daringfireball

Trump, Sex, Lügen und das Zeitalter der Aufklärung und Vernunft

Der US-Autor Dale Beran hat einen neuen Grundsatzartikel zum aktuellen Zustand unserer („westlichen“) Zivilisation veröffentlicht. „Utopia Lost: The Case for Radical Technological Optimism“ beschreibt überraschend präzise, wie unsere globale Industriegesellschaft von den humanistischen und liberalen Grundwerten der Auklärung in den Sumpf des Faschismus (incl. Donald der 45ste) hinabsinken konnte. Den Grund fand er in der Verzweiflung fast aller („99%“) westlicher Bürger im Angesicht des Ausverkaufs unserer Grundrechte. „Trump, Sex, Lügen und das Zeitalter der Aufklärung und Vernunft“ weiterlesen

2015 – wir werden dich vermissen

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Am abgelaufenen Jahr gibt es eine Menge zu meckern. Allerdings müssen wir ernsthaft davon ausgehen, dass alles, was uns bisher nicht gefallen hat, im nächsten Jahr (und den darauf folgenden) wiederkommt. Ausser natürlich, wenn wir („we, the people“) das verhindern. Ich will das gerne an ein paar Beispielen erklären: „2015 – wir werden dich vermissen“ weiterlesen

30 Jahre nach 1984: Information ist Terrorismus

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Kernsätze wie „Krieg ist Frieden“, „Freiheit ist Sklaverei“ oder „Unwissenheit ist Stärke“ haben wir schon aus George Orwells „1984“ (Pic) gelernt. Jetzt erweitert die gerne mal etwas totalitär agierende britische Regierung den Kanon politischer Marketinggrundlagen um „Information ist Terrorismus“. Die Junta um David Cameron plant nämlich die Einführung einer neuen „Serious Crime Bill“, nach welcher Hacker, wenn sie denn irgendetwas an fremden Computern gemacht haben, auch mit lebenslanger Haft bestraft werden können. „30 Jahre nach 1984: Information ist Terrorismus“ weiterlesen

Das neue Ubik, bei Norma im Angebot

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Beim Discounter um die Ecke und während ich die paar kurz vor Ladenschluss hastig zusammengekauften Grundnahrungsmittel einpacke, fällt mir diese Werbung auf: Für nur 99 Euro. Eine 33 mal 43 cm grosse Solarzelle, mit umfangreichem Zubehör, Batterie, LED-Leuchten. Weltraumtechnik in der Wühlkiste, von hungrigen Tigerstaatkindern aus Erstwelt-Plastikabfällen zusammengeklöppelt. „Das neue Ubik, bei Norma im Angebot“ weiterlesen

Ninja Pizza Girl

Sidescroller in einer neondystopischen Zukunft, in der Teenies keine andere Möglichkeit mehr haben, ihre Familie am Leben zu erhalten, als unter Einsatz desselben Pizza über Skyscraper und Strassenschluchten hinweg zu liefern, während die Sekunden tödlich dahinschmelzen. Oder so. Klingt wie „eine beliebige deutsche Grossstadt, so ab 2015“. Ninja Pizza Girl soll dagegen noch dieses Jahr rauskommen. So zum Üben. rps

Deutschland: Dystopie breitet sich weiter aus

Die nationale Wirtschaft ist in Deutschland seit 2005 um 10 Prozent gewachsen. Führungskräfte hatten im selben Zeitraum einen Einkommenszuwachs von etwa 4 Prozent, aber selbst Akademiker und vollausgebildete Fachkräfte unterhalb des obersten Stockwerks bekommen heute 4 Prozent weniger als noch 2005. „Deutschland: Dystopie breitet sich weiter aus“ weiterlesen

Ja, aber, was genau ist denn das Problem mit ACTA?

Die Verunsicherung der Bevölkerung zum Thema ACTA nimmt nicht ab – wie auch, wenn die Agressoren der Copyrightkriege beträchtliche Unternehmens- und Steuermittel in Desinformationskampagnen leiten. Heute erreichte uns (Genauer: Die Adresse des Bezirks-Vorstands, dem ich angehöre) eine Email mit der Bitte um Klärung. Ok, hier sind die Fragen, und darunter meine Antworten. „Ja, aber, was genau ist denn das Problem mit ACTA?“ weiterlesen

Schöne neue Shoppingwelt: Facebook + Foursquare + CCTV + Gesichtserkennung

Der IT-Milliardär Mark Cuban hat nach eigenen Angaben in eine Firma investiert, die ein grossartiges, neues Shopping-Erlebnis ermöglichen soll. Deren Software holt sich Bilder der Facebook-Benutzer und gleicht sie mit Hilfe von Gesichtserkennungsprogrammen mit den Aufnahmen der allgegenwärtigen Überwachungskameras ab. „Schöne neue Shoppingwelt: Facebook + Foursquare + CCTV + Gesichtserkennung“ weiterlesen

Briten droht Knast, wenn Hunde am Tisch gefüttert werden

081105fatdog1Eine Neufassung des britischen Animal Welfare Act 2006 verspricht bis zu sechs Monate Gefängnis und bis zu umgerechnet 24.845,17 Euro Strafe, wenn Tiere schlecht behandelt werden. Dazu zählen auch das Verfüttern von Schokolade, Rosinen oder Trauben an Hunde (ich dachte, die fressen sowieso alles?) oder eine allgemeine Überfütterung des Vierbeiners. Die drei neuen „codes of practice“ „Briten droht Knast, wenn Hunde am Tisch gefüttert werden“ weiterlesen