Alle 34.361 bekannten Mittelmeertoten

Die britische Tageszeitung Guardian hat heute in ihrer Print-Ausgabe alle 34.361 bekannten Namen von Menschen veröffentlicht, die beim Versuch, in der EU Hilfe zu bekommen, im Mittelmeer ertrunken sind. 34.361 Tote. via scottbryan

Europa! Europa!

Der Mond, nicht der Kontinent. Mit 3122 km Durchmesser nur etwa 10% kleiner als der Erdmond. Und rund drei mal so viel Oberfläche wie Europa, der Kontinent. Aber das nur am Rande: Kevin Gill arbeitet als Ingenieur bei der NASA. Weiterlesen

Pulse of Europe, oder doch nicht so?

Heute ging ich auf den Rathausplatz meiner geliebten Heimatstadt, um mir die Pulse of Europe Veranstaltung anzusehen. Circa 400 Begeisterte, viele blaue Fähnchen mit gelben Sternchen, kurze Ansprachen, viele Wiederholungen der Europahymne in unterschiedlichsten Sprachen und Vortragsweisen. Mein Eindruck: Ja, ich bin grosser Europafreund und Nationalismusfeind, aber Pulse ist zunächst mal eine Bewegung für ein Europa der anderen. Weiterlesen

Wind und Sonne sind nicht zu stoppen

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Im vergangenen Jahr wurden in Europa 24,5 Gigawatt an neuer Kraftwerksleistung installiert. Das entspricht einem zusätzlichen Angebot von 2,7%, da bereits 918,8 GW vorhanden sind. Die eigentlich gute Nachricht ist allerdings, dass von diesen neuen Kraftwerken 86 % Wind, Sonne und Biomasse sind. Wind macht übrigens die Hälfte davon aus. Und das trotz aller Lobbyanstrengungen der Fossil­energie­industrie und ihrer Helfer in der möchtegernkonservativen und möchte­gern­national­istischen Politik. Zur Einordnung: Weiterlesen

Gründungskonferenz des Diem 25

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Das ist eine historische Chance für Europa. Und ich bin glücklich, dass ich dabei war. Am 9. Februar starteten Yanis Varoufakis und viele linke, grüne und andersdemokratische Politiker und Aktivisten in der Berliner Volksbühne das „Democracy in Europe Movemement 2025“, kurz DiEM25. Hier ist die Website. Wieviele Menschen anwesend waren, lässt sich schwer schätzen, weil die Zuschauer auf mehrere Räume verteilt waren und das Bühnengeschehen im Saal als auch per Videoleinwand und zum Teil mit Simultanübersetzung mitverfolgten. Ich sag mal 500-1000. Das Konzept ist, eine Nationen- und Parteien übergreifende Bewegung zu schaffen. Mit dabei sind bisher die Linkspartei aus Deutschland, die britischen Grünen, irische Unabhängige, griechische Syriza, spanische Podemos, Blockupy, Slavoj Žižek, Julian Assange (diese beiden per Videobotschaft), viele Andere. Moderator war Yanis Varoufakis, der auch blöde Zuschauerfragen sehr souverän hantierte. Ich bin sehr gespannt auf die weitere Entwicklung. Ach ja, die Musik zum diem25-Videoclip ist von Brian Eno, der auch eine sehr nette kleine Rede gehalten hat. pic von mir cc by sa

Die Panoramafreiheit ist in Gefahr

Eiffel_Tower_and_fountain,_Exposition_Universal,_1889,_Paris,_France

Die Panoramafreiheit, also das Recht, im Freien zu fotografieren, was man will, selbst wenn sich auf dem Bild Personen (trotz deren Persönlickeitsrechte) oder Werke geistiger Leistung (trotz der Rechte ihrer Urheber) befinden, ist in Gefahr. Fotografen in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern nehmen als selbstverständlich hin, dass man einfach alles fotografieren darf, ohne vorher etwaige Rechte abklären zu müssen. In Frankreich, Italien, Griechenland ist das nicht so. Und nachdem die EU gerade über eine neue gemeinsame Copyright-Direktive nachdenkt – zu der Piratin Julia Reda Essentielles beigetragen hat – drängen sich auch die Lobbyisten der Coyright-Verwerter-Branche ins Bild und fordern ein Ende dieser fundamentalen Kunstfreiheit, allen voran der französische konservative EU-Abgeordnete Jean-Marie Cavada. Berufs- und Hobbyfotografen aller Länder, kämpft für eure Rechte, unterstützt Julia Reda, die das Panoramarecht für alle EU-Länder festschreiben will. owen blacker, medium

pic pd, der Eiffelturm darf in Franreich nur bei Tag fotografiert werden, weil nachts die Urheberrechte der Beleuchtingsfirma Beleuchtungsfirma entgegenstehen.

Die Sowjetunion von Europa

red_europe

Seit wann? Haben wir etwas verpasst? Sozialismus, oder gleich die eiserne Faust Stalins über dem alten Kontinent? Nicht ganz, aber auf jeden Fall etwas in dieser Art. Ich will die Überschrift und die damit verbundene Andeutung, irgendetwas sei nicht in Ordnung, in den folgenden Zeilen erklären.
Wir empfinden heute die Sowjetunion als glänzendes Beispiel für das notwendige und unausweichliche Scheitern des Kommunismus (oder Sozialismus, das kann man hier so unscharf formulieren), als schreckliche Diktatur ohne persönliche oder wirtschaftliche Freiheit, als totalitäres System mit unterdrückter Meinung und realitätsferner Planwirtschaft. Tatsächlich wurde die wirtschaftliche Entwicklung von strategischen und bürokratischen Überlegungen geleitet; private Gewerbetätigkeit war, anders als in anderen sozialistischen Ländern, unbekannt.
Wo also sollen hier Ähnlichkeiten, Analogien bestehen? Weiterlesen