Atomausstieg, Fukushima und die Korruption

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Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat heute entschieden, dass die Betreiber der deutschen Atomkraftwerke ein Recht auf angemessene Entschädigung für den abrupten „Atomausstieg“ nach Fukushima (das übrigens weiter den Pazifik radioaktiv verseucht) fordern dürfen. Die Begründung ist komplex, aber schlüssig: Im Jahr 2000 beschloss die damalige rot-grüne Bundesregierung in Absprache mit den Energiekonzernen, dass alle Kernkraftwerke bis 2022 abgeschaltet werden sollen. Dazu wurden feste Stromliefermengen vereinbart, also eine staatlich garantierte Abnahme des noch zu erzeugenden Atomstroms (anderorts nennt man solche staaatlichen Wirtschaftsentscheidungen einfach Kommunismus). Schon 10 Jahre später beschloss Schwarz-Gelb, dass die alten Uranschleudern 12 Jahre länger laufen dürfen. Aber schon ein halbes Jahr später platzt die japanische Kernkraft­anlage bei Fukushima nach einer Überschwemmung und die Regierung Merkel nutzt die öffentliche Panik, um wieder Sympathiepunkte zu sammeln, indem man zunächst ein Moratorium beschliesst: „Atomausstieg, Fukushima und die Korruption“ weiterlesen

Die Weisheit der Quallen

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Es hat etwa zwei Wochen gedauert, bis die Nachricht durchs Internet gesickert war, aber hier ist sie: In der letzten Septembernacht dieses Jahres musste das südschwedische Kernkraftwerk Oskarshamn abgeschaltet werden, weil die Kühlwasserzuflussrohre durch Tonnen von Quallen verstopft waren. Wir hatten dabei wohl Glück, oder auch nur die südliche Ostsee, weil die Oskarshamn Reaktoren dieselbe Siedewasser-Bauweise haben wir die in Fukushima. „Die Weisheit der Quallen“ weiterlesen

Die Simpsons, die Zensur und die Verhöhnung der Fukushima-Opfer

Angeregt (oder aufgeregt) von der Zensurfreudigkeit deutschsprachiger TV-Sender schrieb ein 11k2-Leser (hier der Artikel) eine erboste Email an Pro7, den deutschen Lizenznehmer der Simpsons-Serie, mit der dringenden Bitte, diese (Zitat) „falsche Betroffenheit“ zu unterlassen und weiter die wertvolle gelbnasige Satire zu senden.

Die Antwort, die mir der moralisch motivierte Leser (Name, Klasse, Fach sind der Redaktion bekannt) freundlicherweise ebenfalls weiter leitete, lässt tief in die Abgründe der ethischen Kernschmelze unserer Privatsender blicken: „Die Simpsons, die Zensur und die Verhöhnung der Fukushima-Opfer“ weiterlesen

Die Feuerwehr von Fukushima

Reaktorkühlung von aussen, mit Feuerwehrspritzen. Der Betreiber des schmelzfreudigen Reaktor-Sextetts, die japanische Energiefirma Tepco, wehrte sich übrigens tagelang gegen den Einsatz von Seewasser zur Kühlung, weil durch das Salz wertvolle Technik im Kraftwerksbereich zerstört würde. Und machte dadurch nur noch alles schlimmer. pic (click/big) Japan Self Defense Force, via boingboing

Kernschmelze

Definitiv die News des Wochenendes, 10.000 Tote oder Vermisste nach dem Erbeben mit Tsunami in Japan, dann die mögliche Kernschmelze, die verworrenen Informationen aus Tokyo und Fukushima, der dritte Reaktor mit ausgefallener Kühlung (wie Knallbonbon bereits weiter unten kommentierte), neue weltweite Proteste gegen Nuklearenergie und eine Kanzlerin, die als Umweltministerin schon für nationale Endlager-Korruption verantwortlich war und jetzt lapidar erklärt, die „AKW-Sicherheit soll neu geprüft werden“. „Kernschmelze“ weiterlesen