Woher kommt eigentlich die Mafia?

Die transatlantische Forschungsgruppe um die Ökonomen Daron Acemoğlu, Giuseppe De Feo und Giacomo De Luca hat einen Bericht zur Entwicklung der Mafia veröffentlicht, der die organisierte Verbrechenstradition in ein neues Licht stellt. Die Wissenschaftler identifizierten aus zeitgenössischen Quellen eine frühe sozial­istische Bewegung von Landarbeitern, die sich mit Forderungen nach höheren Löhnen, besseren Arbeitsbedingungen, längeren Pachtverträgen und einer Verringerung indirekter Steuern (die vor allem die Ärmeren betreffen) zusammen­schlossen. Gegen diese profitbedrohenden Bestrebungen heuerten die Land­besitzer kriminelle Banden an, aus welchen die Mafia in Sizilien, die Camorra in Neapel und die Ndrangheta in Calabrien entstanden. Möglich war die kriminelle Machtübernahme durch einen auffallend schwachen italienischen Staat, die nicht für Recht und Gesetz garantieren konnte. Die betroffenen Gebiete blieben in Folge in der Wirtschaftsentwicklung zurück. Das Bild oben zeigt die Aktivität der Mafia auf Sizilien um 1900. Ich wiederhole das eine wichtige Wort: Landbesitzer. voxeu