Google löscht Kurdistan

Von der Weltkarte. Die Karte des von Kurden bewohnten Gebiets, zerschnitten von den Staatsgrenzen der Türkei, Syriens, des Irak und des Iran, war vor Jahren von einem womöglich kurdischen Nutzer von Googles MyMaps erstellt und hochgeladen worden. Jetzt beschwerte sich die türkische Regierung und Google entfernte die Karte unter Hinweis auf eine „Verletzung der Nutzungsvereinbarungen“. Was lernen wir daraus? Google ist ein weiterer Grosskonzern geworden, der jedem Druck eines Diktators nachgibt, wenn dieser finanzielle Folgen androht. Ausser vielleicht, wenn die Mitarbeiter streiken, wie im Fall der geplanten Zensurversion der Suchmaschine für China. Inzwischen sollten wir uns dafür einsetzen, dass Google statt dessen die Türkei von der Weltkarte entfernt, zumindest bis die türkischen Truppen wieder aus Syrien abgezogen worden sind und eine Bedrohung für das Land durch Erdogan vorbei ist. kurdistan24

Google und die freundliche Robokalypse am Telefon

Der weisse Internetriese hat vorgestern „Duplex“ vorgestellt, eine „künstliche Intelligenz“, die telefonieren kann, etwa, um Termine für die oder den Smart­phone­besitzer/in klar zu machen. In beiden Soundbeispielen ruft die Duplex-App mit einer menschlich klingenden Stimme an (oben beim Frisör, unten im Restaurant), verwendet typisch menschliche Füllwörter und Satzmeldodien, erkennt, was am anderen Ende der Leitung gesagt wird und trägt anschliessend den Termin selbsttätig in den Kalender ein. Weiterlesen

EU: Sondersteuer für Google, Apple, Facebook, Amazon? Im Ernst?

Der amtierende französische Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire hat kürzlich enthüllt, dass eine EU-Direktive in Vorbereitung sei, die den Internet-Konzernen Google, Apple, Facebook und Amazon zwei bis sechs Prozent ihres Umsatzes als Sondersteuer abfordern will. Weil genannten unter Verwendung der einschlägigen, legalen Steuertricks in Europa bisher so gut wie keine Steuern bezahlen. Ok, aber dabei fallen mehrere Dinge auf: Weiterlesen

Computerstimmen sind von menschlichen nicht mehr zu unterscheiden

Ein Google-Forschungsprojekt setzt zwei verknüpfte neuronale Netzwerke ein, um die menschliche Stimme zu simulieren. Das Ergebnis lässt sich, wie man sich unter dem Link hier (quartz) überzeugen kann, nicht mehr von einer menschlichen Stimme unterscheiden. Just sayin‘. pic artsybee cc0

Müssen Computer uns sagen, wo Frauen benachteiligt werden?

Und müssen sie uns erst vorrechnen, dass diese Einstellung eine Menge Geld kostet? Google hat testweise seine selbstlernenden Neuronalen Netze ins Kino geschickt (bildlich gesprochen) und die jeweils umsatzstärksten Filme der Jahren 2014-16 angucken lassen. Um dann harte Zahlen zu liefern, wieviele Männer und Frauen da jeweils zu sehen waren, und wieviel Sprechzeit alle hatten. Die Ergebnisse waren… ebenso erwartbar wie ernüchternd. Zum einen hatten die Filme mit weiblichen Hauptdarstellerinnen 16 % mehr Umsatz an der Kinokasse als solche mit männlichen. Hidden Figures (Unerkannte Heldinnen, siehe pic) lag ganz vorne. Trotzdem gab’s für Frauen in den prämierten Movies nur ein Drittel Bild- und noch etwas weniger Sprechzeit. Warum ist das wichtig? Weil Filme eine wichtige kulturelle Prägung vermitteln. Vorbilder zeigen. Anregungen für die Heranwachsenden (und nicht nur die) vermitteln. Sonst wird das nichts mit der Weiterentwicklung unserer Gesellschaft. Wär schade drum, nicht? google

Sackgassen der Zivilisationsentwicklung: Leistungsschutzrecht

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Das Leistungsschutzrecht ist eine ziemlich neue Erfindung, die auf der Vorstellung aufbaut, dass Suchmaschinen und andere Webseiten Geld bezahlen müssten, wenn sie Überschriften und Satzanfänge von anderen Webseiten beim Suchergebnis abbilden. Beim Entwickeln dieser Vorstellung hat man sich natürlich durch das Urheberrecht inspirieren lassen, das aber ganz klar sagt: „Nur ganze geistige Werke kann man schützen. Ideen nicht, und Überschriften auch nicht. Und es gibt ein Zitatrecht.“ Deswegen musste man auch ein eigenes Recht dafür erfinden, um von Suchmaschinen oder anderen Geld verlangen zu können. Weiterlesen

Robokalypse: Atlas, Next Generation

Die neue Version des Atlas-Roboters von Boston Dynamics ist ein grosser Schritt in eine dystopische Zukunft. Erstmals kann ein Roboter ohne fremde Hilfe auf zwei Beinen gehen, auch durch einen verschneiten Wald, und wieder aufstehen, wenn er hinfällt. Das ist beides neu. Er kann Türen öffnen (wenn sie nach aussen aufgehen) und Objekte erkennen, die er von einem Ort zum anderen bringen soll. Etwa, um einen Logistikmitarbeiter kostengünstig zu ersetzen. Weiterlesen

Google erkennt jetzt (fast) alle Objekte automatisch

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Der aktualisierte Google-Objekterkennungs-Algorithmus kann in kürzester Zeit nahezu beliebige Objekte identifizieren, wie das Arbeitsdokument „Fast, Accurate Detection of 100,000 Object Classes on a Single Machine“ ausführt. Anwendungsfälle sind nicht nur die Suchmaschine selbst, die nun viel genauer gewünschte Bilder finden kann, sondern auch selbstfahrende Autos, die damit Hindernisse erkennen und Situationen beurteilen können, sowie noch präzisere Persönlichkeitsprofile durch exakte Identifizierung der Gegenstände auf deinen privaten Fotos, die dann von den einschlägigen Sicherheitsorganisationen auf mehr oder weniger legalem Weg genutzt werden können, um dich damit unter Terrorismusverdacht zu stellen. Weiterlesen

Google löscht das „Recht auf Vergessen“

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Die grosse weisse Suchmaschine hat einen Trick ‚gefunden‘ (pun intended), um das fatale EU-Urteil auf ein „Recht auf Vergessen“ auszuhebeln. Dieses frei erfundene neue Recht wird vor allem dazu missbraucht, unangenehme freie Berichterstattung zu unterdrücken, indem man das betreffende Suchmaschinenergebnis löschen lässt. Was tut Google dagegen? Transparenz. Weiterlesen

Google kauft Boston Dynamics, Robokalypse rückt näher

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Der einzige Konzern, der heute schon ein Skynet hochfahren könnte (ohne dass wir es merken) hat die fortschrittlichste Robotics-Firma gekauft. Boston Dynamics baut vierbeinige Lastenroboter, die autonom über Hindernisse klettern können, vierbeinige Highspeed-Robots, die schneller rennen als ein Mensch und zweibeinige Menschmaschinen, die ziemlich gruselig wirken, in ihren künstlich intelligenten Entscheidungs­abläufen. Weiterlesen

Google und die NSA haben alle WLAN-Passwörter (und wie man das abstellt)

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Noch haben sie alle. Man kann das ändern. Indem man Googles Mobilbetriebssystem Android so einstellt, dass es keine Daten- oder Einstellungs-Backups auf dem Googleserver erstellt. Weiterlesen

Ich habe bei Google unterschrieben

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Nichts schlimmes. Nur bei der Initiative “Verteidige dein Netz”, zunächst mal gegen das Leistungsschutzrecht. Und mit meinem Vornamen (plus dynamische IP, plus Browseridentifikation). Mein Statement dort: Weiterlesen

Das Urheberrecht macht sich selbst überflüssig

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Wie einige von euch sicher schon mitbekommen haben, hat Google in den letzten Tagen eine Vielzahl von Zensurwünschen der Copyrightindustrie veröffentlicht. Der am wenigsten schlimme Internetkonzern macht nämlich alle diese Link-Sperr-Wünsche öffentlich, damit wir wenigstens mitverfolgen können, was die Copyright-Industrie so treibt. Was aber ist daran erwähnenswert? Weiterlesen

Endlich Leistungsschutzrecht

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Heute nacht hat der Bundestag das sogenannte Leistungsschutzrecht diskutiert. Damit hätten Verlage das für je ein Jahr ab Erstveröffentlichung geltende kommerzielle Alleinverfügungsrecht für Presseartikel, ungeachtet ihrer Qualität. Verboten bzw kostenpflichtig ist ab dem Inkrafttreten des Gesetzes am 1. Februar 2012 das Abbilden von Inhalten über den reinen Hyperlink hinaus. Weiterlesen

SciFi, und das Medium nach Fernsehen

Google veranstaltete eine einstündige Diskussionsrunde mit den britischen Bestseller SciFi-Autoren Iain M. Banks, Alastair Reynolds und Peter F. Hamilton, zu der die Cracks mal tief ins Nähkästchen greifen und vor ihren anwesenden Fans auspacken, wie das mit der New Wave Of Space Opera genau geht. Weiterlesen

Wo der Google in der Ferne heult

V.C. Vickers hat 1913 ein Kinderbuch namens “The Google Book” geschrieben und illustriert, das von einem Garten voller erstaunlicher Tiere handelt, mit einem schrecklichen Monster in der Mitte: Weiterlesen

Liebe Kollegen, das Urheberrecht ist eine Farce, und ihr seid selbst daran schuld

Liebe Urheber, liebe Kultur- und Wissenschaffende, liebe Kollegen. Ich lese gerade den von euch in Scharen mitunterzeichneten offenen Brief “Wir sind die Urheber! Gegen den Diebstahl geistigen Eigentums” – und ich tue das (Zitat) “mit Sorge und Unverständnis”. Ich bin tatsächlich ziemlich erschüttert, dass so viele (zumindest unterstelltermassen) intelligente Menschen sich (Vorsicht, böse Wörter) zum Werkzeug von Lobbyisten machen und aus einer diffusen und eigentlich unbegründeten Angst vor der Zukunft (oder besser der Gegenwart) heraus einen solchen Unsinn unterschreiben. Weiterlesen

YouTube hat bezahlt, aber Musiker bekommen nichts

Weil unser aller Freund Sven Regener sich neulich so bitterlich darüber beklagt hat, dass er von YouTube nicht bezahlt wird, musst ich doch noch einmal nachsehen. Und, Hoppla! Da ist doch tatsächlich dieser Artikel in der New York Times vom 19. Oktober 2006, in welchem erzählt wird, dass Google über 50 Millionen in Firmenanteilen an die vier grossen Musikkonzerne dafür bezahlte, dass es keinen Copyrightstress gibt. Die vier Majors sind also Mitinhaber von Youtube. Ich will jetzt nicht persönlich werden, aber… Sven? Weiterlesen

Google Maps für NES

Damit auch 8-Bit-Systeme von den Vorteilen des Internet profitieren können, hatt Google eine Cartridge für NES entwickelt. Die tun wenigstens was für ihr Geld. Ein Voransicht von Google Maps 8-Bit findet sich hier.

Google Transparency Report

Im ersten Halbjahr 2011 erhielt Google Deutschland 125 behördliche und gerichtliche Anfragen zur Entfernung von 2405 Suchergebnissen, wovon 86 % ausgeführt wurden (hier übrigens nur eine richterliche Anordnung aus urheberrechtlichen Gründen über 11 YouTube-Videos). In der selben Zeit gab es 1060 behördliche/gerichtliche Anfragen zur Herausgabe von Google-Nutzerdaten in 1759 Accounts, wovon der Suchmaschinen- und Onlinedienstebetreiber 67 % erfüllte. Jetzt frage ich mich: Wer kontrolliert die Kontrolleure?  transparencyreport 

Google gibt Tipps zu privaten Daten im Internet: Good To Know

Google, der Grosse Weisse Riese des Internet, hat eine Website für mehr Bildung im Umgang mit privaten Daten ins Netz gestellt. Eingeschränkter Nachteil: In englischer Sprache. Dafür ist alles übersichtlich und sinnvoll. Ich werde mir ein paar Hinweise davon zu Herzen nehmen. Und sie umsetzen.  Und was macht Ilse Aigner für ihr fürstliches/bundesministrielles Gehalt? good to know

Soziale Netzwerke

Man kann das durchaus so sehen. oneplusinfinity

Belgien: Verlage verklagen Google, verschwinden aus den Intertubes

Die belgische Branchenorganisation Copiepresse verklagte im Auftrag der dortigen Tageszeitungen erfolgreich in zwei Instanzen den Suchmaschinenbetreiber Google. Dieser dürfe die Artikel der Zeitungen nicht mehr in Google News wiedergeben und so womöglich Werbeeinnnahmen erzielen. Google befolgte das Urteil, aber gründlicher als erwartet: Weiterlesen

Alle Wörter endlich kostenlos

Nein! Der altehrwürdige Duden, Rechtschreibautorität auch über den Tod hinaus, ist endlich in der Gegenwart angekommen. Weiterlesen

Der Vorrats-Geodaten-Skandal: iPhone vs Android vs andere Mobiltelefone

Zum Ende der Woche flammte eine Welle der Empörung über die Vorratsspeicherung von Aufenthaltsdaten auf iOS-Geräten um den Globus. Ja, richtig, das iPhone (genau so wie das iPad) speichert in einer beliebig langen Liste, wo es sich wann befunden hat, und welche WLAN-Spots grade in der Nähe waren. Schlimmer: Weiterlesen

Google macht das Internet 50% schneller: SPDY

Die Überschrift ist natürlich eine plakative Verkürzung. Was die Google-Ingenieure da entwickelt haben, ist zwar ein grosser Schritt für die Menschheit, wirkt sich aber zunächst nur auf den Datentransfer zwischen Google-Browser Chrome und den Google-eigenen Webseiten aus. Weil beide SPDY (sprich: „speedy“) unterstützen.

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Filmindustrie droht, Google vom Internet abzuklemmen

Offenbar haben Schnüffleragenturen der Filmstudios (mit ihrer bekannten Unschärfe) Hinweise dafür gefunden, dass Google-Mitarbeiter vom Büro aus unbezahlte Torrents mit Kinofilmen hantiert haben. Das kann so stimmen, muss aber nicht. Weiterlesen

Ägypten: Google-Manager in Revolution verwickelt

Von der CNN-Reporterin Hala Gorani stammt die Information, dass der ägyptische Primierminister Ahmed Shafiq persönlich die Freilassung des Google Marketing Direktors für den Nahen Osten, Wael Ghonim, angeordnet hätte. Dieser wurde am 27. Januar verhaftet, angeblich kurz nachdem er die erste Facebook-Seite für die Proteste am 25. Januar aufgestellt hatte. Kurz vor seinem abrupten Verschwinden hatte er noch einen herzzerreissenden Tweet abgesetzt: “Very worried as it seems that government is planning a war crime tomorrow against people. We are all ready to die.” Glücklicherweise hat Wael einen Arbeitgeber, der sich sehr für ihn einsetzt. (via techcrunch)

Ägypten: Techfirmen und Netzaktivisten helfen bei der Online-Kommunikation

Nachdem französische Provider und die Piratenpartei bereits kostenlose Fernsprechrufnummern zur Einwahl mit 56k-Analogmodems bereitgestellt haben (und teilweise auch solche Uralt-Geräte gesammelt und nach Ägypten geschickt), um wenigstens die Kommunikation per Twitter aufrecht zu erhalten, macht sich auch Google stark für die Kommunikationsfreiheit. Weiterlesen

Google zensiert Suchanfragen

Wer auf der Google-Homepage nach „bittorrent“, „torrent“ oder „rapidshare“ sucht, etwa um sich legal OpenSource-Software zu holen, wird neuerdings vom weissen Riesen nicht mehr mit Vorschlägen versorgt. Damit ist „torrent“ auch in deutscher Sprache zu einem schmutzigen Wort geworden, und Google hat der Contentmafia einen unnötigen Scheinsieg eingeräumt. Weiterlesen