Amazon, SciFi und Kommunismus

Der weltweit operierende Erzfeind aller Einzelhändler (nicht nur des Buchhandels) hat auch eine Film/TV-Abteilung: Amazon Prime. Nach einer unaufregenden Umsetzung von Phil K. Dicks Parallelnaziweltstory „The Man In The High Castle“ („Der Alte vom Berge“) will sich der aktuelle Inbegriff des Kapitalismus an einem weiteren neuen Klassiker versuchen, „Consider Phlebas“ („Bedenke Phlebas“), dem ersten Roman des Culture-Zyklus von Ian Banks. Die „Culture“ besteht im wesentlichen aus humanoiden und elektronischen Bürgern der Menschheit im Jahr 10.000-oder-so, in dem die Maschinen so viel produzieren, dass niemand mehr arbeitet. Das erfüllte Versprechen des Kommunismus also. Die Befreiung der Menschheit vom Joch der Arbeit als Space Opera. Um so pikanter, dass ausgerechnet Amazon sich diesen Stoff vornimmt. Ich habe keine grossen Hoffnungen für das Projekt. Wahrscheinlich wird es nur ein weiterer, über Fernseh-Wochen ausgewalzter Action-Reisser auf atemberaubender CGI-Ringweltkulisse. businesswire, das pic stammt vom Cover der britischen Ausgabe im Orbit Verlag

Space-X-Landeschiffe bekommen Namen aus zukünftiger Kultur

Elon Musk (der Mann, der unser Land gerade aus dem Würgegriff der Autoindustrie befreit, ohne dass es hier jemand mitkriegt) betreibt unter anderem das Raumfahrtunternehmen Space X. Dessen Falcon-9-Rakete zum ersten Mal nach Wiedereintritt in die Atmosphäre erfolgreich auf einer schwimmenden Landeplattform gelandet ist (siehe vid oben). Von diesen Raketenlandeplattformschiffen hat Space X zwei Exemplare, die zu Ehren des SciFi-Autors Ian Banks nach intelligenten, autonomen Interstellarschiffen aus dem Culture-Zyklus benannt wurden. „Just Read the Instructions“ und „Of Course I Still Love You“ sind die beiden ersten Schiffe, mit welchen der Leser im Roman „The Player of Games“ („Das Spiel Azad“) konfrontiert wird. Danke an Elon für diese epische Geste an den jüngst verstorbenen, grossen New-Space-Opera-Autor. via tor books