Verbrechen und Kunst unserer Väter

Wie ist da nun mit der belasteten Kunst und Kultur vergangener Epochen? Wie können wir damit umgehen? Können wir überhaupt damit umgehen? Klares ja. Weil Ferien sind, war ich gestern im Lenbachhaus, München. Um Kunst anzusehen. Die auch prompt anwesend war, vor allem Kandisky, Münter (seine Lebens- und Werk-Gefährtin), Blauer Reiter und anderes aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Zentral auffällig war für mich die sehr ernsthafte Museumspädagogik, die Erklärungen zu den Exponaten nicht nur in Deutsch, Englisch und leichter Sprache bereitstellte, sondern auch dem Konflikt nicht aus dem Weg ging, Kunst zu zeigen, die auf indigene, aussereuropäische Vorbilder zurückgriff und dabei den kolonialen Blick auf das exotische, orientalische, afrikanische beibehielt. Oben die Malerei „Orientalisches“ von Wassily Kandisky, die auf seinen Tunesienaufenthalt 1905, also auf dem Höhepunkt des Imperialismus, zurückging. Die Lenbach-Mitarbeiter:innen bemühen sich, klarzustellen, dass die Künstler zwar damals und zeittypisch diesen Blick auf Aussereuropa hatten, und wir die Werke heute noch klasse finden, aber den imperialen Standpunkt nicht mehr teilen. Die Kunst anderer Kontinente ist für uns heute nicht mehr roh und ursprünglich, und dient uns nicht mehr als Rechtfertigung für die Ausbeutung und Unterdrückung von Völkern. Mit dieser Differenzierung ist es uns heute allerdings wieder möglich, die kulturelle Leistung der Kunstschaffenden zum Beginn des 20. Jahrhunderts zu würdigen, die tatsächlich mit Hilfe globaler Inspiration die Kultur auf unserem kleinen Kontinent massiv bereicherten. Diese Lösung lässt sich auch auf andere Kulturformen und Epochen anwenden: Alte Disney-Filme, die klar rassistische Elemente enthalten, können ungeschnitten weiter gezeigt werden, wenn dem Film eine Erklärung vorangestellt wird, die den Rassismus in der Zeit seiner Herstellung aufdeckt und klar macht, dass wir diese Einstellung heute nicht mehr haben, ja, sie entschieden zurückweisen. Dazu allerdings müsste sich der kultur-kontrollierende Konzern auf die Seite des Antirassismus stellen, was ihn womöglich wenige Prozent Umsatz kosten könnte. Also wird diese Art von Aufarbeitung auf öffentliche Träger beschränkt bleiben. Wenigstens dort.

Das Weltall, unendliche Weiten – in Privatbesitz

Das Weltall ist Besitz der Menschheit (falls keine Aliens dazwischenfunken) und für alle gleichermassen offen – das ist eine der Grundregeln der SciFi. So ähnlich wie das Meer muss das Vakuum zwischen den Sternen allen offenstehen, und darf niemandem gehören. Anders ist es mit den Himmelskörpern, die gehören gemäss der andern grossen „westlichen“ Narration, dem Imperialismus, einfach den jeweils Stärkeren. Entsprechend hat die US-Regierung, hier vertreten durch Scott Pace, Executive Director Of The US National Space Council, erklärt: Das Weltall ist nicht Teil einer Allmende, nicht das gemeinsame Erbe der Menschheit, nicht „öffentliches Eigentum“ oder „res communis“, nicht Teil des Outer Space Treaty (von 1967), und die USA hat immer die Position vertreten, dass diese Ideen nicht den rechtlichen Status des Weltalls beschreiben“. Da haben wir’s. Recht des Stärkeren(tm), der Reichen und Mächtigen, vor allem der USA. Alles andere sind Flausen (siehe Bild oben). via Tim Fernholz auf quartz, pic: res communis

Wie entstand eigentlich Tentacle Porn?

Noah Sterling hat da eine schöne, einleuchtende, unterhaltsame und knapp fünfminütige Erklärung für uns. via mefi

USA suchen deutsche TTIP-Söldner

usembassyberlin

In Europa werden immer mehr Menschen misstrauisch und sprechen sich gegen die sogenannten „Freihandelsverträge“ CETA, TTIP oder TISA aus. Sehr zum Missfallen der US-Regierung, die grossen Wert auf die Knebelverträge legt. Daher hat die US-Botschaft in Berlin eine Ausschreibung gestartet, wonach bis zu 20.000 US-Dollar für Ideen und Aktionen bezahlt werden sollen, die für TTIP wirken. Aha.
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Wikileaks und der anhaltende Völkerrechtsbruch der USA

Die Vereinigten Staaten von Amerika präsentieren sich auch unter der Präsidentschaft des offenbar relativ machtlosen Barack Obama als Vertreter des klassischen Imperialismus: Bradley Manning ist seit 506 Tagen ohne Gerichtsverfahren in Haft, Julian Assange ohne Anklage seit 320 Tagen unter Hausarrest, Wikileaks wird seit 324 Tagen von Banken blockiert. Völker-, Menschen- oder Bürgerrechte spielen keine Rolle im globalen Machtpoker der US-Drahtzieher (”The 1 %”). wikileaks

Mickey Mouse dealt Speed in Afrika

In dieser ‘Mickey Mouse and the Medicine Man’ Geschichte von 1951 kommt Goofy mit einer Flasche ‚Peppo‘ an, die ungeahnte Geschwindigkeitsentwicklung hervorruft. Weiterlesen