Nie wieder Unkraut jäten: Tertill

Joe Jones hat vor 15 Jahren den Roomba erfunden, einen autonomen Staubsauger für Leute ohne Türschwellen, Haustiere und Sachen, die auf dem Boden liegen. Seither muss niemand mehr in seiner Wohnung Staub saugen. Ausser man ver­wendet lieber einen weit billigeren, effektiveren, konventionellen Staubsauger, und räumt gleichzeitig ein wenig auf. Was ebenfalls nicht schadet. Jetzt hat er einen ähnlichen Haushaltsrobot für den Garten erfunden (Rasenmäherrobots gibt es schon): Tertill. Weiterlesen

Wenn Skynet dein nächstes Date klarmacht

sean_rad_tinder

Nicht exakt Skynet aus dem kurzweiligen Schwarzenegger-Film, sondern eine KI (oder ein neuronales Netzwerk), das in spätestens fünf Jahren in die führende Dating-App Tinder integriert sein soll. Wie der Firmenchef und Mitgründer Sean Rad (oben im Pic) auf der Techkonference Start-Up Grind erklärte, soll in wenigen Jahren Tinder auf Zuruf ein potentielles Date raussuchen, und dann auch gleich Ort und Zeit eines Treffens am selben Abend, weil die App dann ja Hobbies und Musik­geschmack ihrer Nutzer kennt und diese besser kombinieren kann, als das noch heute per langweiliger Datenbankabfrage möglich ist: Weiterlesen

Die Informationsrevolution frisst ihre Broker

bulle_und_bar_frankfurt

Goldman-Sachs, Inbegriff der Wallstreet und derzeitiger Mitbesitzer des US-Kabi­netts, hatte zu Beginn unseres jungen Jahrhunderts noch 600 Trader (mit einem Grundgehalt von 700.000 USD jährlich) in seinem Hauptquartier in New York beschäftigt. Heute arbeiten dort noch: 2. Weiterlesen

Tinder und der Klassenkampf in Zeiten der Informationsrevolution

vida

Die US-amerikanische Social Media Agentur (so nennt man das wohl dann) Virtual Dating Assistants (ViDA) engagiert und vermittelt Ghost Writer an zwischen­mensch­lich erfolglosarme, aber zahlungskräftige Männer, um deren Tinder-Profile und vor allem die nachfolgenden Message-Konversationen mit der gefragten Verve und dem Anschein von menschlicher Wärme zu versehen. Um damit ahnungslose Frauen anzugraben und den hübsch fotografierten und betexteten Pay-To-Date-Kandidaten ein zumindest erstes Treffen zu vermitteln: „Delivered On A Silver Platter“. Weiterlesen

Ab wann ist es Kunst?

eo2

Ja, wirklich: Kunst? Die US-Firma Electric Objects mit Sitz in New York stellte ihren EO2 vor, einen HD-Bildschirm für 299 USD mit dazu gehöriger Infrastruktur (Smart­phone-App etc), zum Anzeigen von Kunst. Nicht für Familienfotos oder Texte, Filme oder Games, sondern Kunst. Inclusive einem Bilder-Abo mit den kreativen Höchst­leistungen unserer Zivilisation drin. Van Gogh, Manet, Vermeer, you name it. Alternativ Wasserfälle, Blumenwiesen, Sonnenuntergänge, fotografiert von weniger bekannten schöpferisch Tätigen. In jedem Fall hübsch anzusehen, mitunter geradezu erhebend, wenn ein Werk der Weltklasse ganz bescheiden an der eigenen Wohnzimmerwand wartet. In jedem Fall reine Dekoration, wenn nicht gar Kitsch, und damit bereits weit entfernt vom eigentlichen inneren Auftrag des Kunstschaffens, nämlich bis dahin Unbeschreibbares erfahrbar zu machen. Weiterlesen

Uprising

Wir leben in einer aufregenden Zeit, mitten in der beginnenden Informations­revo­lu­tion und an der Türschwelle der Robokalypse. Diese Entwicklung könnte ja durch die expo­nentiell zunehmende Produktivität Arbeiten für fast alle Menschen über­flüssig machen und uns in eine neue Epoche der Kreativität und sozialen Orien­tierung heben. Wenn wir es rechtzeitig schaffen, die Konzentration von Kapital auf­zuheben, damit diese gewaltige Produktivitätssteigerung nicht nur einzelnen, sondern wirklich allen zugute kommt. Die lustige Version der Robokalypse mit durch­geknallten Blechbösewichtern kickstartete grade der US-Filmemacher Ben Hansford: Uprising – A Post Apocalyptic Robot Comedy, in der die Robots finstere Pläne zum Erringen der Weltherrschaft schmieden und inzwischen mit knarziger Stimme patzige Antworten geben, weil sie die Zeit bis zur weltweiten Roborevolte mit Alltagsjobs überbrücken müssen. Der kommende Film besteht überwiegend aus CGI und sollte in absehbarer Zeit auf unsere Bildschirme kommen. Die kapitalistische Singularität der posthumanen Ökonomie kommt dann kurz darauf zu uns nach Hause (ausser, wir tun was dagegen, aber das sagte ich schon).

Die Zukunft der Landwirtschaft

autonomous

Der US-amerikanische Landmaschinenhersteller Case IH stellte diesen ACV Traktor vor, ein autonomes Gerät, das selbsttätig vom Parkplatz zum Feld fahren und dort die gewünschte Tätigkeit ausführen kann. Hindernisse werden selbsttätig erkannt. Der Landwirt – beziehungsweise Angestellte eines Agrarkonzerns – programmiert inzwischen den nächsten Einsatz auf seinem Tablet. Wir sehen hier, wie die Informationsrevolution nicht nur Berufskraftfahrer, sondern auch Landwirte arbeitslos macht und Produktivität völlig in die Hand von Investoren legt. Das Problem der alten industrielle Revolution war, dass die vorhandenen Elemente des Kapitalismus beschleunigt wurden, weil für den Kauf und Betrieb von grossen Maschinen Kapital notwendig war, so dass alle Menschen ohne Zugang zu Kapital wirtschaftlich nicht mehr konkurrenzfähig waren. Heute beschleunigt die Informationsrevolution diesen Vorgang noch weiter und zentralisiert Produktivität massiv. Ausser wir setzen unsere Holzschuhe im politischen Geschehen ein, verhindern CETA, TTIP, TISA und alles, was da noch kommt. via io9, und hier sind weitere Beispiele für Automation in der Landwirtschaft. pic Autonomous Solutions Inc.,/CNH Industrial/Case IH

Hitachi ersetzt Abteilungsleiter durch künstliche Intelligenz

tin robot

Robokalypse, nächstes Kapitel: Der japanische Konzern Hitachi setzt ab sofort Computer mit KI-Software als Leiter von Logistikeinrichtungen (Lagerhallen) ein. Bereits in der ersten Version steigerte die Software die Effizienz um 8 Prozent. Was wurde ersetzt? Nein, nicht Lagerarbeiter. Der Chef wurde durch eine Blechkiste ausgetauscht. Lagerarbeiter wird es in 20 Jahren sowieso nicht mehr geben. Chefs dann also auch nicht. Überhaupt werden Konzerne nur noch sehr wenige Mitarbeiter benötigen. Ich halte das nicht für ein Problem: Dann lassen sie sich leichter verstaatlichen. hitachi via io9, pic brookstone

Ende der Industriezeit. Heute: Bücher

altes_universum

In einer der benachbarten Gassen der von mir ausgiebig bewohnten Altstadt befand sich ein Antiquariat (ja, mit Büchern). Tut es jetzt nicht mehr, da der Besitzer und Betreiber von uns gegangen ist. Was passierte dann? Weiterlesen

Fotografie, Film, und das Ende einer Ära

Der australische Designer und CGI-Wizard Chris Jones hat exemplarisch Mr. Head hergestellt. Der nur bei sehr genauem Hinsehen und mit ordentlich Glück als künstlich erkannt wird – wenn er nicht so leicht enttarnt wird wie in den drei Videos hier. Wir lernen: Weiterlesen

Die Bauindustrie in der Informationsrevolution

inline-2throbotend

Am Institut d’Arquitectura Avançada de Catalunya in Barcelona werden derzeit autonome Konstruktionsroboter entwickelt, die in der Art von 3D-Druckern nahezu beliebige Gebäude errichten können. Die Bau-Bots sind dabei natürlich kleiner als die Häuser, die sie herstellen. Es wird allerdings nach Ansicht der Entwickler noch ein paar Jahre dauern, bis die Geräte marktreif sind. Weiterlesen

Der Stand des Urheberrechts 2014

theinternet

Gefunden auf dem völlig grossartigen „Pictures in Boxes“ Comic Tumblr. Ich hätte es selbst nicht besser ausdrücken können. Das Urheberrecht (oder Copyright, oder Code de la propriété intellectuelle) hat den Zusammenprall mit dem Internet (eigentlich mit der Informationsrevolution) nicht überlebt, and all the kings horses and all the kings men cant fucking put it together again. Weiterlesen

Die Folgen der Informationsrevolution, in anschaulichen Grafiken

Neiman_Karabarbounis_Global_Labor_Share

Die Wirtschaftswissenschaftler Loukas Karabarbounis und Brent Neiman von der University of Chicago, Booth School of Business, haben die ökonomischen Daten von 56 Ländern seit 1980 ausgewertet. Das Pic oben (Klick vergrössert) zeigt den weltweit abnehmenden Anteil von Arbeiter- und Angestellten-Einkommen am jeweiligen Brutto­national­produkt. Die Kapitaleinkünfte steigen dagegen. Das gilt vor allem für die vier wirtschaftsstärksten Nationen: Weiterlesen

Wo uns die Informationsrevolution bereits überrollt

metal scrap

Haarsträubend viele unserer Mitmenschen haben noch nicht mitbekommen (oder verdrängen angestrengt), dass wir uns mitten in einer technischen Revolution befinden. So hart und laut wie die industrielle Revolution, nur schneller. Die Probleme sind entsprechend massiv, kommen aber aus einer ganz anderen Richtung als vermutet. Und wieder werden ganze Wirtschaftsbranchen annihiliert, und gesellschaftliche Konzepte in Frage gestellt. Weiterlesen

Wie man das Musikbusiness rettet: Amanda Palmer

Ja, natürlich. Das Musikbusiness aus dem letzten Jahrtausend wird verschwinden, weil das Prinzip der künstlichen Verknappung und der staatlich geschützten Massenproduktion von Kulturdatenträgern durch die Informationsrevolution obsolet geworden ist. Die bange Frage „Wovon sollen Musiker dann leben?“ wird von der sehr erfolgreichen  Musikerin Amanda Palmer schlüssig beantwortet. Von ihrem Beruf. Von ihrer eigentlichen Stärke. Von dem das sie besser können als sonst jemand. hypebot

Was, wenn Darwin recht hatte?

charles darwin

Wir leben in der grössten gesellschaftlichen Veränderung seit 250 Jahren. Die Informationsrevolution ist jetzt, um uns herum. Stählerne Paradigmen der Industriezeit zerfallen vor unseren Augen, wir haben keine neuen, um sie zu ersetzen. Wir müssen uns an eine Veränderung anpassen, die wir nicht verstehen. Natürlich werden wir in 100 Jahren wissen, wo das Problem war. Der Trick ist eher, die nächsten Dekaden zu überleben, als Individuen und als Spezies. Viel Glück uns allen. pic: thisisnthappiness

Piraterie ist die Lösung

Einleitend sage ich dazu, dass aufgeklärte Leser dieses und anderer aufgeklärter Blogs natürlich wissen, dass die Bezeichnung “Piraterie” für einen einfachen Akt der Kopie mit oder ohne Internet kompletter Humbug ist. Aber zurück zur Quelle: Weiterlesen

Informationsrevolutionsbabyvideo der Woche

Eigentlich gibts ja keine Babyvideos auf 11k2. Das hier ist die Ausnahme, weil es einfach so furchtbar richtig ist: Eine Zeitschrift ist ein kaputter Tablet Computer. Kein Touch, schon gar kein Multitouch, nur blöde Blätter. Im Ernst. mefi

Endlich zweiter April

Der erste ist jedes Jahr sowas wie die fünfte Jahreszeit für Publizisten. Textfasching. Und ich frage mich, ob mein Eindruck richtig ist – wonach das bunte Buchstabentreiben am ersten April jedes Jahr ausgelassener wird. Natürlich geht es dabei eigentlich nicht um Witze über Google und Guttenberg, sondern um das Maskieren der Medienmacher, letztendlich um Witze über Medien. Weiterlesen

Copyright bedroht uns alle

Ich habe es schon an anderer Stelle gesagt: Die eigentliche Gefahr für unsere Gesellschaft im Angesicht der Informationsrevolution ist nicht die stark gewachsene Werkzeugkiste staatlicher und kommerzieller Überwacher, sondern die galoppierende Neudefinition von geistigen Eigentumsrechten. Weiterlesen

Reich durch Internet: Die Infografik

Genau erklärt. (via fastcompany)

Twitter – Tageszeitung 2,6 : 1

Die New York Times, eine der anerkanntesten Tageszeitungen der Welt, hat knapp eine Million Zeitungsabonnenten. Und 2,6 Millionen Twitter-Follower. Weiterlesen

Piratenpartei: Umbenennen oder Kurs halten?

Nach der NRW-Wahl gabs lange Gesichter bei einigen Mitgliedern der Piratenpartei: Das Wahlergebnis lag knapp unter dem der Bundestagswahl, und nicht wie erhofft deutlich darüber. Prompt gab es Parteiaustritte (u.a. das kontroverse Ex-Mitglied des Bundesvorstands, Stefan „Aaron“ König) und Vorschläge zur Umbenennung. Wolfgang Michal forderte gestern auf Carta gleich mal den neuen Namen „Deutsche Digitale Partei“ ein. Weiterlesen

Politik für Einsteiger, Piraten des Allgäu

Gestern hatte ich so gut wie keine Zeit zum Posten (was mir grundsätzlich sehr widerstrebt), weil der neugewählte Piraten-Vorstand meines Heimatbezirks (unter meiner Mitwirkung, wie ich euch schon erzählt hatte) eine konstituierende Sitzung abhielt. Weiterlesen