Wenn Skynet dein nächstes Date klarmacht

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Nicht exakt Skynet aus dem kurzweiligen Schwarzenegger-Film, sondern eine KI (oder ein neuronales Netzwerk), das in spätestens fünf Jahren in die führende Dating-App Tinder integriert sein soll. Wie der Firmenchef und Mitgründer Sean Rad (oben im Pic) auf der Techkonference Start-Up Grind erklärte, soll in wenigen Jahren Tinder auf Zuruf ein potentielles Date raussuchen, und dann auch gleich Ort und Zeit eines Treffens am selben Abend, weil die App dann ja Hobbies und Musik­geschmack ihrer Nutzer kennt und diese besser kombinieren kann, als das noch heute per langweiliger Datenbankabfrage möglich ist: Weiterlesen

Die Informationsrevolution frisst ihre Broker

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Goldman-Sachs, Inbegriff der Wallstreet und derzeitiger Mitbesitzer des US-Kabi­netts, hatte zu Beginn unseres jungen Jahrhunderts noch 600 Trader (mit einem Grundgehalt von 700.000 USD jährlich) in seinem Hauptquartier in New York beschäftigt. Heute arbeiten dort noch: 2. Weiterlesen

Tinder und der Klassenkampf in Zeiten der Informationsrevolution

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Die US-amerikanische Social Media Agentur (so nennt man das wohl dann) Virtual Dating Assistants (ViDA) engagiert und vermittelt Ghost Writer an zwischen­mensch­lich erfolglosarme, aber zahlungskräftige Männer, um deren Tinder-Profile und vor allem die nachfolgenden Message-Konversationen mit der gefragten Verve und dem Anschein von menschlicher Wärme zu versehen. Um damit ahnungslose Frauen anzugraben und den hübsch fotografierten und betexteten Pay-To-Date-Kandidaten ein zumindest erstes Treffen zu vermitteln: „Delivered On A Silver Platter“. Weiterlesen

Ab wann ist es Kunst?

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Ja, wirklich: Kunst? Die US-Firma Electric Objects mit Sitz in New York stellte ihren EO2 vor, einen HD-Bildschirm für 299 USD mit dazu gehöriger Infrastruktur (Smart­phone-App etc), zum Anzeigen von Kunst. Nicht für Familienfotos oder Texte, Filme oder Games, sondern Kunst. Inclusive einem Bilder-Abo mit den kreativen Höchst­leistungen unserer Zivilisation drin. Van Gogh, Manet, Vermeer, you name it. Alternativ Wasserfälle, Blumenwiesen, Sonnenuntergänge, fotografiert von weniger bekannten schöpferisch Tätigen. In jedem Fall hübsch anzusehen, mitunter geradezu erhebend, wenn ein Werk der Weltklasse ganz bescheiden an der eigenen Wohnzimmerwand wartet. In jedem Fall reine Dekoration, wenn nicht gar Kitsch, und damit bereits weit entfernt vom eigentlichen inneren Auftrag des Kunstschaffens, nämlich bis dahin Unbeschreibbares erfahrbar zu machen. Weiterlesen

Uprising

Wir leben in einer aufregenden Zeit, mitten in der beginnenden Informations­revo­lu­tion und an der Türschwelle der Robokalypse. Diese Entwicklung könnte ja durch die expo­nentiell zunehmende Produktivität Arbeiten für fast alle Menschen über­flüssig machen und uns in eine neue Epoche der Kreativität und sozialen Orien­tierung heben. Wenn wir es rechtzeitig schaffen, die Konzentration von Kapital auf­zuheben, damit diese gewaltige Produktivitätssteigerung nicht nur einzelnen, sondern wirklich allen zugute kommt. Die lustige Version der Robokalypse mit durch­geknallten Blechbösewichtern kickstartete grade der US-Filmemacher Ben Hansford: Uprising – A Post Apocalyptic Robot Comedy, in der die Robots finstere Pläne zum Erringen der Weltherrschaft schmieden und inzwischen mit knarziger Stimme patzige Antworten geben, weil sie die Zeit bis zur weltweiten Roborevolte mit Alltagsjobs überbrücken müssen. Der kommende Film besteht überwiegend aus CGI und sollte in absehbarer Zeit auf unsere Bildschirme kommen. Die kapitalistische Singularität der posthumanen Ökonomie kommt dann kurz darauf zu uns nach Hause (ausser, wir tun was dagegen, aber das sagte ich schon).

Die Zukunft der Landwirtschaft

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Der US-amerikanische Landmaschinenhersteller Case IH stellte diesen ACV Traktor vor, ein autonomes Gerät, das selbsttätig vom Parkplatz zum Feld fahren und dort die gewünschte Tätigkeit ausführen kann. Hindernisse werden selbsttätig erkannt. Der Landwirt – beziehungsweise Angestellte eines Agrarkonzerns – programmiert inzwischen den nächsten Einsatz auf seinem Tablet. Wir sehen hier, wie die Informationsrevolution nicht nur Berufskraftfahrer, sondern auch Landwirte arbeitslos macht und Produktivität völlig in die Hand von Investoren legt. Das Problem der alten industrielle Revolution war, dass die vorhandenen Elemente des Kapitalismus beschleunigt wurden, weil für den Kauf und Betrieb von grossen Maschinen Kapital notwendig war, so dass alle Menschen ohne Zugang zu Kapital wirtschaftlich nicht mehr konkurrenzfähig waren. Heute beschleunigt die Informationsrevolution diesen Vorgang noch weiter und zentralisiert Produktivität massiv. Ausser wir setzen unsere Holzschuhe im politischen Geschehen ein, verhindern CETA, TTIP, TISA und alles, was da noch kommt. via io9, und hier sind weitere Beispiele für Automation in der Landwirtschaft. pic Autonomous Solutions Inc.,/CNH Industrial/Case IH

Hitachi ersetzt Abteilungsleiter durch künstliche Intelligenz

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Robokalypse, nächstes Kapitel: Der japanische Konzern Hitachi setzt ab sofort Computer mit KI-Software als Leiter von Logistikeinrichtungen (Lagerhallen) ein. Bereits in der ersten Version steigerte die Software die Effizienz um 8 Prozent. Was wurde ersetzt? Nein, nicht Lagerarbeiter. Der Chef wurde durch eine Blechkiste ausgetauscht. Lagerarbeiter wird es in 20 Jahren sowieso nicht mehr geben. Chefs dann also auch nicht. Überhaupt werden Konzerne nur noch sehr wenige Mitarbeiter benötigen. Ich halte das nicht für ein Problem: Dann lassen sie sich leichter verstaatlichen. hitachi via io9, pic brookstone