Was sagt der Koran wirklich über den Hijab?

Samina Ali wurde in Indien geboren und lebt heute in den USA. Die Autorin wurde bekannt als Aktivistin im islamischen Feminismus. Für viele von uns, die sehr an das Patriarchat gewöhnt sind und die Ausflüchte verinnerlicht haben, Unterdrückung von Frauen sei eine Sache von Religionen und nicht von Männern, ist „islamischer Feminismus“ ein unverständlicher Begriff. Richtig: „christlicher Feminismus“ wäre genau so unverständlich, weil wir im Grunde Feminismus oder Gleichstellung und Gleichberechtigung als zivilisatorische Errungenschaft des „Westens“ ansehen. Und das ist wiederum altes koloniales Denken, von dem wir uns dringend befreien müssen. Frau Ali erklärt hier in knapp 18 Minuten, was wirklich im Koran steht, was es mit Bekleidung und Verschleierung auf sich hat, und was das Patriarchat (also einige wenige maskulinistische Extremisten und ihre vielen Mitläufer) daraus gemacht haben. Meinen Respekt: So deutlich bekommt man das selten erklärt. Eins noch: Nachdem wir das erklärt bekommen haben, ist es unsere gesellschaftliche Aufgabe, gegen die Männlichkeitsfundamentalisten aufzustehen und Position gegen das Patriarchat zu beziehen. Überall dort, wo wir es antreffen.

Eid al-Adha

Heute wird von einem Viertel der Weltbevölkerung das Opferfest, Eid al-Adha, ge­feiert. Habt eine schöne Zeit, alle. Natürlich gibt es in diesem Viertel der Mensch­heit auch jede Menge säkularer Leute, die den Islam locker nehmen. Klar. Ich bin ja auch im christlichen Kulturkreis aufgewachsen, wurde getauft und konfirmiert und bin aus­getreten, weil mir persönlich das ganze religiöse Getue schnuppe ist. Andererseits fühle ich mich ermuntert, wie schon neulich zum Fastenbrechen am Ende des Ramadan, allen Moslems einen schönen Tag und weiterhin viel Vergnügen zu wünschen. Weil in unserem Land Religionsfreiheit in der Verfassung verankert ist. Eine Freiheit, die heute von den selben Leuten bedroht wird, die auch für die Shoa verantwortlich sind: Dreckige Rassisten. Faschisten und ihre Handlanger. Aber falls jetzt manche meiner Leserinnen und Leser verwirrt sind: Nein, ich finde diesen Wahhabismus scheisse. Den Mittelalter-Hardcore-Islam, den der Retro-Prediger Al Wahhab im 18. Jahrhundert mit den Vorfahren der heutigen Königs­familie Saud aufkochte. Jenen treuen Verbündeten des Westens, die gerade einen Genozid im Jemen abhalten, während die Welt zusieht. Und ich finde Patriarchat scheisse, aber nicht nur im islamischen Kulturraum (der mit Hilfe des Westens von den Wahhabiten unterwandert wird), sondern auch im christlichen, buddhistischen, hinduistischen, egal was. Die modernen Formen dieser Kulturkreise finde ich dagegen ganz gut erträglich. Sollen alle machen, wie sie möchten. Jetzt klarer? Eid Mubarak, allerseits.

Jüdische Weltverschwörung, mit Kondomen

Ich hab ja durchaus Spass mit bizarren Verschwörungstheorien, aber manchmal sind die so durchgeknallt, dass einem für Momente die Sprache wegbleibt. Aber eins nach dem anderen: Das Bild oben zeigt eine lustige Durex-Kondom-Werbung zum Valentinstag, wobei es ziemlich einfach ist, lustige Kondomwerbung zu produzieren, also ist die Schöpfungshöhe nicht so irre gross. Aber weil ein stilisierter junger Mann mit dunkler Haut neben einer jungen Dame mit Tattoos und bunten Haaren abgebildet ist, dazu die Ermunterung, Traditionen doch einmal weniger ernst zu nehmen, drehen die einschlägigen, nordamerikanischen Verschwörungsnazis deswegen besonders hohl. Weiterlesen

Islam und Zahnseide

Meine Abenteuer wollen und wollen nicht abreissen. Diese Woche (meine dritte als Schulbegleiter/Kinderbändiger) war wieder Islamunterricht (ich lerne ständig dazu) und nach ein wenig Originalsurenvortrag (leider verstehe ich kein Arabisch) hatten alle keine Lust mehr auf Liturgie sondern purzelten in die Mitte des Klassenzimmers, um gemeinschaftlich Zahnseide zu üben (einschliesslich der Lehrerin und mir). Was im Rest der Unterrichtszeit verpönt ist, weil der Dance aus einem Videospiel (Fortnite) stammt, und deswegen böse ist. Zumindest im christlich-abendländischen Kontext. Das alles gibt mir zu denken. Oben ein random Zahnseide-Unterrichtsvideo.

Mein erstes islamisches Freitagsgebet

Einmal in die soziale Sphäre gewechselt, wollen die Abenteuer nicht abreissen. Zum Ende der ersten Schulwoche, die ich als Schulbegleiter mitmachen durfte, waren Gottesdienste für die Kids dran. In vier Geschmacksrichtungen: Katholisch, pro­testantisch, ethisch und islamisch. Nicht im Angebot: Eine jüdische Feier, aber dafür gab es wahrscheinlich nicht mehr genügend Kinder, weil deren Vorfahren in meinem Land von den beschissenen Vorbildern der heutigen AfD nahezu ausgerottet worden sind. Zu Andachts- und Aufsichtszwecken war mein Platz heute in der Aula zum islamischen Freitags- und Schulanfangsgebet. Wie läuft sowas ab? Weiterlesen

Warum der Islam unser Freund ist

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) arbeitet seit 1961 im Auftrag von inzwischen 35 Industrieländern, analysiert die wirtschaftlichen Verhältnisse und formuliert Vorschläge. Aus diesem Auftrag heraus veröffentlicht sie Berichte über die Entwicklung in den Partnerländern, auch und gerade zur Einkommensverteilung: Wie gross ist der Unterschied zwischen den hohen und niedrigen Einkommen, und wie entwickelt sich dieser Unterschied? Wird er grösser oder kleiner? In Deutschland nimmt das Bruttoinlandsprodukt von Jahr zu Jahr zu, die Wirtschaft wächst also; gleichzeitig wird der Einkommensunterschied immer grösser, die Ungleichheit wächst. Weiterlesen

Wo die Zivilisation herkommt: Aus dem Orient

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via kth