Ben Frost ist nicht tot

Ich bin sehr glücklich darüber, dass Pop Art doch nicht tot ist. Weil sie einen wert­vollen Kommentar zur Assimilation unserer Kultur durch den Kapitalismus bildet. Letzterer, für die zögerlicheren Denker (was ja keine Schande ist) unter meinen Lesern, ist nicht dasselbe wie Wirtschaft, sondern ein Missbrauch davon. Ben Frost hatte vor einigen Jahren eine Ausstellungsreihe mit dem Titel „Ben Frost Is Dead“. Jetzt hat er eine Serie von Illustrationen aus dem popkulturellen Zusammenhang (zB Comics) auf Fastfood-Papptüten gemalt. Was ebenfalls einen grossartigen Kommentar liefert. Bonus: Adolf Simpson und Mickey Pharma. Weiterlesen

Die Redneck Revolte gegen Faschismus und Kapitalismus

In den nach wie vor überwiegend agrarisch geprägten USA blüht derzeit eine neue Bewegung auf: Redneck Revolt. Mit dem Wort Rednecks meinen wir heute eher so etwas wie Landeier oder Hillbillies oder eben Spiesser von weiter draussen, die dem urbanen Leben eher hilflos gegenüberstehen, aber eigentlich bezeichnete das Wort ja mal Leute, die so arm und/oder ungebildet sind, dass sie Tag für Tag im Freien arbeiten müssen und deshalb einen von der Sonne geröteten Nacken haben. Die mangelnde Bildung, das enge, religiös und rassistisch geprägte Weltbild sind gratis mit dabei. Bisher zumindest. Weiterlesen

Was wir unbedingt noch von Martin Luther King lernen müssen

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Der schon 1968 ermordete (sonst wäre er gestern 88 geworden) us-amerikanische Civil-Rights-Sprecher King prägte nicht nur Sätze wie „Ich habe einen Taum“, der sich prima neben den anderen Indianerweisheiten ans Ikearegal powerstrippen lässt (rückstandsfrei abziehbar), sondern viel deutlichere Aussagen über unsere Gesellschaft, die wir als privilegierte weisse Weststaatenbewohner dringend lernen müssen. Dazu gehören: Weiterlesen

John Carpenter erklärt „Sie leben“, und disst Nazis

Der 1988er SciFi „Sie leben“ („They live“) zeigt uns sehr schön eine Welt hinter dem Alltag, die man im Film nur mit einer Spezialbrille enthüllen kann. Dann allerdings sieht man, dass wir von totenschädelgesichtigen Aliens beherrscht und durch Befehle hinter den bunten Werbeplakaten unserer Städte („obey!“, „consume!“) gesteuert werden. Wunderbar unterhaltsam, eine direkte künstlerische Reaktion auf die Reagan-Ära und eine tolle Blaupause für Weltverschwörungstheorien dazu. Die von US-Nazis gerne benutzt wird, um eine jüdische Weltverschwörung herbei zu fantasieren. Solange, bis dem Altmeister der Kragen geplatzt ist: „THEY LIVE is about yuppies and unrestrained capitalism. It has nothing to do with Jewish control of the world, which is slander and a lie.“ Heute, auf Twitter. Bravo!

via io9, oben der Trailer.

Darf Satire wirklich alles?

charliehebdo_prv-300x381Nach der künstlichen Auf­regung um Böhmer­manns neuesten Medien­coup (Stichworte „Erdo­gan“, „Ziegen­ficker“) sorgt die Satire­szene für den näch­sten Skandal: Das fran­zösische Magazin Charlie Hebdo präsentiert auf dem Cover der aktu­ellen Aus­gabe eine ge­zeichnete Soli­dar­itäts­demonstration von zig­arrenrauchenden und/oder wohlgekleideten Personen, die Schilder tragen mit Aufschriften wie „Ich bin Panama“, „Keine Angst“ oder „Sie werden unseren Lebensstil nicht ändern“. Wie damals zum An­schlag auf die Redak­tion. Weiterlesen

Bemitleidenswerte Männer in den Shopping-Zentren dieses Planeten

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Der Instagram-Feed „Miserable Men“ mit eingesendeten Pics aus aller Welt zeigt Männer, die unterstellterweise mit ihren Frauen shoppen gehen mussten, einen sicheren Sessel fanden und dort von der Verzweiflung überrollt werden – wenn sie nicht bereits Morpheus‘ gnädiger Uppercut davon erlöste. Ja, lustig. Auf diese autoaggressive, zynische Art, die wir alle so schätzen. Noch. Weiterlesen

Robokalypse: Atlas, Next Generation

Die neue Version des Atlas-Roboters von Boston Dynamics ist ein grosser Schritt in eine dystopische Zukunft. Erstmals kann ein Roboter ohne fremde Hilfe auf zwei Beinen gehen, auch durch einen verschneiten Wald, und wieder aufstehen, wenn er hinfällt. Das ist beides neu. Er kann Türen öffnen (wenn sie nach aussen aufgehen) und Objekte erkennen, die er von einem Ort zum anderen bringen soll. Etwa, um einen Logistikmitarbeiter kostengünstig zu ersetzen. Weiterlesen