Silvesternacht in Köln: Polizei versagt ein weiteres Mal völlig

koelnhauptbahnhof

Vor einem Jahr geriet die Republik in heftige Aufregung, als bekannt wurde, dass in der Silvesternacht im Bereich des Kölner Doms und Hauptbahnhofs Dutzende von Frauen sexuell belästigt und ausgeraubt wurden. Und das trotz anwesender Polizei­hundertschaften, die anschliessend rund 60 Anzeigen aufnahmen, darunter zwei wegen versuchter Vergewaltigung. Als Täter wurden überwiegend junge Männer mit ausländischem und/oder nordafrikanischem Aussehen beschrieben, wobei es sich hier ebenso um potentielle Italiener, Spanier oder andere EU-Bürger deutscher oder anderer Nationalität gehandelt haben könnte. Abgesehen von dieser Unschärfe ist sexuelle Belästigung mit oder ohne Taschendiebstahl auf dem Kölner Silvester­dom­platz genau so wenig hinnehmbar wie auf dem Oktoberfest oder irgend einer anderen Alkoholveranstaltung. Schon gar, wenn die „ganze Härte des Gesetzes“ danebensteht und nichts davon verhindert. Noch bizarrer war die öffentliche Reaktion darauf, die von unseren Kabarettisten sehr treffend dahingehend zusammengefasst wurde, dass der deutsche Mann wohl sehr sauer reagiert, wenn ihm sein gefühlt exklusives Recht auf Vergewaltigen der deutschen Frau streitig gemacht wird. Die Schande des Versagens im Angesicht nationaler Männlichkeit konnte die Kölner Polizei natürlich nicht auf sich sitzen lassen und handelte in der darauf folgenden Silvesternacht ’16 „mit allem zu Gebote stehendem Nachdruck“ (wie man das in Politikerdeutsch ausdrücken würde): Weiterlesen

Charlie Hebdo und die Kölner Silvesternacht

Charlie Hebdo Aylan Kurdi

Besonders feige sind die Redakteure von Charlie Hebdo nicht. Aylan Kurdi war ein syrisches Kind, er ertrank im September 15 vor der türkischen Küste und wurde am Strand gefunden; das Bild ging um die Welt. Jetzt fragt Charlie Hebdo: „Was wäre aus Aylan Kurdi geworden?“ Und antwortet unter dem Cartoon: „Ein Frauenbegrapscher in Köln“. Der Sturm der Entrüstung jagt derzeit immer noch um den Globus. Natürlich wissen wir alle, dass Charlie Hebdo bereits soviele Mohammedkarikaturen veröffentlichte, dass sich fundamentalistische Arschlöcher deswegen veranlasst sahen, den Grossteil der Satiriker zu ermorden. Jetzt giessen die Überlebenden noch ein bischen Öl in die Flammen. Darf Satire denn alles? Meiner Ansicht nach: Ja. Ihr könnt das natürlich anders sehen. via vox

Der Kölner Hauptbahnhof und seine 80 Kameras

wowareneurekamerasJa, richtig, was ist mit den 80 Überwachungskameras am Kölner Hauptbahnhof? Plus die vielen, die nicht von der Bahn oder den Verkehrsbetrieben sind? Garnichts ist mit denen. Überwachung bringt nichts. Jedenfalls nichts für die Bürger, und wie man sehen konnten, schon gar nichts für die Bürgerinnen. Baut die Dinger endlich ab und gebt das Geld für gut ausgebildete Polizistinnen aus. Diese grundsätzliche Frage stellte übrigens Leser-der-ersten-Stunde Knallbonbon, damit das nicht unerwähnt bleibt. Das Pic ist von mir und cc by.

Köln, die Silvesternacht und der Sexismus der Anderen

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Zuerst die Fakten: In der Silvesternacht sind auf dem Kölner Bahnhofsvorplatz und im Bahnhof selbst mehrere Frauen belästigt, begrabscht und bestohlen wurden. Es liegen 60 Anzeigen vor, davon eine wegen Vergewaltigung, die Polizei spricht von bekannten kriminellen Verdächtigen und einem geläufigen „Antanztrick“, bei dem Frauen bewusst sexuell belästigt werden, um sie gleichzeitig ausrauben zu können. Weiterlesen

Cologne Commons Conference

cologne commons

Am Donnerstag und Freitag dieser Woche, also dem 17. und 18. Oktober, findet in Köln eine Konferenz zu Thema Commons und geistige Allmende statt. Gastgeberin ist die Uni Köln, Teilnahme ist frei, Anmeldung erwünscht. Ich würde mich freuen, wenn einer meiner Leser aus dem Raum Köln von dort berichten könnte, hier oder anderswo. Unter anderem geht es um die kommende unabhängige Musik­ver­wertungs­gesellschaft C3S. Weitere Infos hier.  via @brunogertkramm