Der Vater des Algorithmus

Algorithmen, also eigentlich Beschreibungen von Lösungswegen, sind die Motoren des heutigen Informationszeitalters. Sozusagen. Das Wort Algorithmus stammt vom Namen eines der bedeutendsten Mathematikers unseres Kulturraums, der vor über 1000 Jahren grundlegende Bücher zu Algebra, Arithmetik, Geografie, Astronomie und dem jüdischen Kalender verfasste (ja, bevor westliche Imperien den Palästinakrieg zwischen Juden und Arabern installierten, lebten die beiden Kulturkreise harmonisch zusammen): Muhammad ibn Musa al-Khwarizmi. Der Nachname kommt übrigens von seiner Herkunftsregion Khwarazm in Zentralasien, südlich des Aralsees. Seine Arbeiten schrieb der moslemische Wissenschaftler in Bagdad, als Leiter des Hauses der Weisheit (wir würden das heute Universität nennen). Das Bild oben ist eine sowjetische Briefmarke von 1983, die den angenommenen 1200sten Geburtstag des Mathematikers feierte. Video unten via kottke

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Alan Turing, als Banknote

Die Bank von England wird ab 2021 50-Pfund-Noten mit dem Bild des Mathe­matikers Alan Turing in Umlauf bringen. Er war einer der Väter der Informatik, half mit, den Weltkrieg gegen Nazideutschland zu gewinnen, indem seine Computer die Reichsverschlüsselungsscheiben knackten und beging 1954 Selbstmord. Wegen seiner damals auch im Grossen Britannien noch strafbaren Homosexualität wurde er zu einer Hormonbehandlung gezwungen, die ihn eine lethale Depression trieb. guardian, pic bank of england

Engare: Die Schönheit der Zahlen

Mahdi Bahrami ist ein iranischer Spieledesigner, der die mehrtausendjährige Kulturtradition seines Landes für uns interaktiv erlebbar macht. Wir sollten übrigens aufhören, diese eigentlich sehr zivilisierte Gegend als rebellische Kolonie zu behandeln, um den dortigen Hardlinern die Gründe für ihren Hass zu entziehen. Inzwischen gibt es auf Steam Engare, für derzeit 6e99, das uns die Mathematik als Grundlage für Ästhetik und aus Ausdruck für Spiritualität näherbringen will. via killscreen

Mathematik und die Grenzen der Reaität

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Realität, darauf können wir uns wahrscheinlich einigen, ist dann wenn mehrere Leute sagen, dass es so ist. Der japanische Mathematiker Shinichi Mochizuki hat – nach eigenen Angaben – die ABC-Vermutung gelöst, die nach dem Lösen den Fermatschen Vermutung als neue heiliger Gral der Mathematik gilt. Er veröffentlichte den Beweis im August letzten Jahres. Jetzt das Problem: Niemand weiss, ob der Beweis richtig ist, weil niemand versteht, was er da gemacht hat. Zu weit draussen. Wie war das mit der Realität? projectwordsworth

Das Problem mit der Intelligenz

Erfolg und Ansehen sind in unserer Zivilisation eng mit der cerebralen Leistungsfähigkeit verknüpft, mit “wissenschaftlichen” Methoden messbar als Intelligenz. Die russische Mathematikerin Tanya Khovanova bekam einen Job in der MIT-Abteilung für mathematische Forschung und war bei dieser Gelegenheit erfreut, als sie mit der Intelligenten-Vereinigung Mensa konfrontiert wurde. Nachdem ihr versichert wurde, dass es auch eine Intelligenztestversion für Nicht-Muttersprachler gäbe, war sie als international etablierte Wissenschaftlerin natürlich sehr neugierig darauf, selbst daran teilzunehmen. Und damit begannen die Probleme. Sehen wir uns eine typische Intelligenztestfrage an: „Das Problem mit der Intelligenz“ weiterlesen

Mathematik und die Chance, eine Freundin zu finden

Der britische Mathematiker Peter Backus (pic) benutzte eine Ableitung der Drake (oder Green Bank) Formel (N = R* x Fp x Ne x Fi x Fc x L), die zur Berechnung der Wahrscheinlichkeit extraterrestrischer Zivilisationen verwendet wird. Ihm persönlich ging es aber nicht um die Chance auf ein Zusammentreffen mit einem Alien, sondern die Chance, eine Freundin zu finden. Von den etwa 30 Millionen in Britannien lebenden Frauen sollte es eine in seiner Altersgruppe sein, „Mathematik und die Chance, eine Freundin zu finden“ weiterlesen