476 verletzte Polizisten, oder doch nicht

Buzzfeed hat bei den 16 Landespolizeibehörden und der Bundespolizei nachge­fragt, was zum G20-Wochenende wirklich passiert ist, an welchem Medienberichten zufolge angeblich 476 Polizisten verletzt wurden: „Mehr als die Hälfte der Verletz­ungen meldeten die Polizisten schon vor den Protesten“, und „So zählte die Polizei zum Beispiel Kreislaufprobleme ebenfalls zu den gemeldeten Verletzungen“. Auch stellt das bayrische Innenministerium auf Anfrage richtig: „Mehr als die Hälfte der Einsatzkräfte meldeten sich dem Ministerium zufolge also in den beiden Wochen vor den Demonstrationen krank oder verletzt“. Dazu kommt: „Die Polizei Hessen hatte gemeldet, dass 130 der 150 Polizisten infolge von Reizgas verletzt wurden“. Der zuständige Redakteur Marcus Engert fasst zusammen „Die Recherchen zeigen damit, dass die von Stadt und Polizei Hamburg verbreiteten Zahlen über verletzte Polizisten extrem interpretationsbedürftig sind – und ohne die entsprechenden Hintergründe einen falschen Eindruck erwecken.“ Das Beispielbild ist pd und 2013 im „Arabischen Frühling“ in Kairo aufgenommen worden.

Wie unsere Medien das 21ste Jahrhundert überleben können

bender

Die Zukunft der Publizistik hat zwar nicht in der Schweiz begonnen, kann dort aber besichtigt werden. Es gibt eine Zukunft? Ja, aber dass ausgerechnet im Zeitalter der immer und überall verfügbaren Information die bisherigen Medien, sowohl auf Papier als auch auf dem Bildschirm, sinkende Nutzerzahlen erleiden, hat einen Grund: Sie sind nach wie vor eine Einbahnstrasse der Kommunikation, während Soziale Plattformen Austausch und Teilnahme durch die Nachrichtenkonsumenten ermöglichen. Der simple Trick, einfach News nicht nur in TV und Tageszeitung, sondern auch auf Facebook zu zeigen, hat hier keine Lösung gebracht; auf jeden Fall nicht für Verlage und Sender, die eine Diskussion scheuen. Weiterlesen

Wahlpflicht als Mittel gegen die Demokratiefeindlichkeit des Kapitalismus?

obama_cleveland

Der amtierende US-Präsident bejahte am Mittwoch auf einer öffentlichen Veranstaltung in Cleveland die Frage, ob Wahlpflicht ein wirksames Mittel sein könnte, um den immer stärker werdenden Einfluss von Millionären und Konzernen auf die Wahlen auszugleichen. Bei den letzten US-Zwischenwahlen hatten ganze 37% der Wahlberechtigten teilgenommen. Weiterlesen

Amazon Fire TV und das Ende der alten Medien

amazon fire tv

Nachdem wir uns jahrelange Sterbe-Arien der alten Medienunternehmen anhören mussten, immer verzweifeltere Forderungen nach Verschärfung des Urheberrechts (bis zur Völkermordkopie) und überblähten Leistungsschutzmonopolen, zeigt der führende Buchhändler unseres Planeten, wie das mit den Geschäftsmodellen in der Digital-Ära geht. Weiterlesen

Medien, Lügen und Hamburger

hamburgers

knusprig.titten.hitler

Korruption unter Journalisten

india against corruption

Warum hören, lesen wir so wenig kritische Berichte? Warum verschwindet das Interesse der Medien an Enthüllungen und Skandalen in Politik und Wirtschaft so schnell? Die Antwort lautet auch hier: Korruption. Finanzielle Gefälligkeiten, Vergünstigungen und Geschenke an Journalisten, wirtschaftliche Interessen der Verlage. Das netzwerk recherche hat  in Kooperation mit Transparency International Deutschland, dem Institut für Journalistik der TU Dortmund und der Otto Brenner Stiftung diese Studie erarbeitet: Gefallen an Gefälligkeiten – Journalismus und Korruption (pdf). Pic: India against corruption. Ich wünsche mir auch sowas wie „Media against Corruption“.

Endlich zweiter April

Der erste ist jedes Jahr sowas wie die fünfte Jahreszeit für Publizisten. Textfasching. Und ich frage mich, ob mein Eindruck richtig ist – wonach das bunte Buchstabentreiben am ersten April jedes Jahr ausgelassener wird. Natürlich geht es dabei eigentlich nicht um Witze über Google und Guttenberg, sondern um das Maskieren der Medienmacher, letztendlich um Witze über Medien. Weiterlesen