VOIVOD – The End Of Dormancy

Keine Frage. Voivod sind alt geworden. Zur Hölle, die Band hat 1982 angefangen. Im Juli kommt das neue Album „The End Of Dormancy“ mit Vinyl-EP-Auskopplung, und hier zeigen die Kanadier, dass man mit zunehmenden Alter eine raffinierte Art von Bosheit entwickeln kann, die dem ganzen Metal-Genre einen massiven Tritt verpasst. Die Pandemie-Cyberpunk-Optik des Videos wächst aus den ersten Anfängen der Ex-Thrasher heraus und bildet nur den Rahmen für ein Stück Präzisionsmetall, das sichtbar über den heutigen Prog-Djent-Post-Metal-Durchschnitt herausragt. Diese Männer wissen genau, was sie tun, und sie tun es mit Modern-Jazz-Bläsersätzen im Intro. Hail Satan! Und der dunkle Lord lächelt sicher zufrieden, während er dem neuesten Werk seiner emsigen Jünger lauscht. Geht mir genau so.

Insect Ark: Skin Walker

Diese Band erscheint immer wieder auf meinem Radar. Sehr untypisch: Die Verwendung einer Steel Guitar. Sehr typisch: Der kontemporäre Fusion-Black-Metal-Shoegaze-Drone, hier in instrumentaler Version, ohne lästigen Gesang. Sind auf Tour in Europa, im März ein paar Shows hier in Kaltland. insectark

The Body & Assembly of Light Choir

Kunst muss ja nicht schön sein. Im Gegenteil, wenn etwas auffallend schön ist, handelt es sich wahrscheinlich nicht um Kunst. The Body sind ein Metal-Duo (Gitarre/Schreien und Schlagzeug), bei dem diese Befürchtung nicht aufkommt. Seit 20 Jahren dröhnen und kreischen Chip King und Lee Buford, seit neun Jahren unterstützt vom Assembly of Light Choir. Das Vid oben zeigt einen Livegig der Collab in New York, von 2011. Die Band tourt im Juli durch Europa: brooklynvegan

Poppy: Scary Mask

Die Youtube-Kunstfigur Poppy (siehe 11k2) mischt aktuell, gemeinsam mit ihrem partner-in-crime Titanic Sinclair, ihren Art-Performance-Pop mit Nu Metal, und dabei entsteht so etwas wie die US-amerikanische Version von Babymetal (hier: headbanger). Die sind irgendwie härter, bringen aber eine Auseinandersetzung mit der japanischen Jugendkultur, während Poppy die US-amerikanische umsetzt. Beides mit Metal als Stilmittel. Schöne Textzeile in Poppys neuem Track: „I wear my scary mask when I’m afraid I don’t belong.“ Tolle Arbeit, so, künstlerisch. Wieder mal. via revolvermag

Wie man in Japan Fertigsuppe verkauft

Ich bin überzeugt. Alles wird besser mit Metal. via flipsidejapan

Always Moving

Voivod, die alten kanadischen Hexenmeister sind zurück. Schön, dass sie noch in unserer Dimension leben. Gestern kam das neue Video oben. Thrash-Metal ist es ja nun keiner mehr, und für Math-Metal ist es zu abgeklärt. Aber die häufig wech­seln­den Minor-Akkorde sind geblieben.

Live Øya, Oslo: Chelsea Wolfe

Bemerkenswertes Live-Video vom diesjährigen Øya Festival in Oslo. Nicht genug damit, dass Chelsea Wolfe einfach eine herausragende kontemporäre Künstlerin ist, die Performance der Band gibt Hoffung darauf, dass sich im Doom-Gaze (oder wie immer man das nennen will) neues Leben entwickelt. Obwohl es ja eine ganze Reihe langsamer, tiefer gestimmter, moderner Metal-Bands aus dem Black- und Doom-Umfeld gibt, beschränken sich viele Sänger bei allem anerkennenswerten textlichen Existentialismus doch deprimierend oft auf’s Tierstimmen imitieren. Klare Frauenstimmen werden dagegen gerne mal dazu verwendet, geschmacksfernen Gothic-Kitsch zu produzieren. Zwischen diesen Antipoden gäbe es eigentlich genug kreativen Gestaltungsraum, allerdings wird dieser nur zögerlich genutzt. Um so dank­barer bin ich für die Leistung Chelseas. Ihr letztes Konzert in München (nächst­liegende Grosstadt) früher in diesem Jahr habe ich verpasst, das soll mir nicht noch mal passieren.

Krallice: Loüm

Die New Yorker Black-Math-Metal-Band Krallice, verstärkt um den Neurosis Bassisten Dave Edwardson an den Synthies. Als ob Blind Idiot God und Meshuggah zeitgleich per UFO-Traktorstrahl von Aliens entführt und in ein ausserweltliches, post-euklidisches, blasphemisches, gitarrenfressendes Mischwesen ge-spliced wurden. Metal-Album der Woche, des Monats und wahrscheinlich auch für das restliche ’17. via mefi

Metal in Deutschland

Bands pro Millionen Einwohner, nach Bundesländern, via kth

Anal Trump

Die Grindcoreband aus San Diego, California hat im März ihr erstes Album „If You Thought Six Million Jews Was A Lot Of People, You Should’ve Seen My Inauguration!“ vorgestellt. Die insgesamt 10 Tracks sind zwischen einer und 20 Sekunden lang und drücken das Lebensgefühl junger Amerikaner in der Ära der Neo-Korruption präzise aus. Download 5 USD, Vinyl ausverkauft (klar). bandcamp via christiannightmares

Live long and shred

Ja, ok. So kann ich mir das anhören. via io9

Surf Music from Hell, 1, 2 und 3

Kulturwissenschaftlich wertvoll: Wenn man den Distortion ausmacht, klingen führende Metaltracks wie Surfrock. Ein Werk Satans. Alles. Mit Katzen (im Beispiel 2). Weiterlesen

Was die kleinen Kinder heute so hören

Zu kritisieren wäre die kinderliedtypisch simple Harmonieführung; da könnten die Interpreten der Zielgruppe durchaus musikalisch anspruchvolleres bieten. Instru­mentierung, Gesang und Bildsprache des Videos sind ok. Weitermachen. via io9

Oranssi Pazuzu: Lahja

Das Vid ist zwar vom Februar, aber ich habs heute zufällig entdeckt und schon etwa 10x angesehn/angehört. Find ich klasse. Durchgeknallte Finnen: Oranssi Pazuzu. Das Album: Värähtelijä. Der Track: Lahja. Psychedelischer Black Metal, oder?

Speed-Metal-Dating

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Hey Satan, was geht? Der Musiker und Comedian Dave Hill und die alternative Kreativagentur BanterGirl Productions haben neulich in New York ein erstes Speed-Metal-Dating veranstaltet. Vom gelungenen Kalauer/Wortspiel mal abgesehen ist es augenscheinlich eine gute Idee, zielgruppenspezifische soziale Events zu veranstalten, die sich wirklich auf den sozialen Aspekt des Events konzentrieren (a.k.a. „jemand kennenlernen“) und dabei den Verstrahlungsgrad durch die jeweilig persönlich präferierte Droge in den Hintergrund rücken. Weiterlesen

Metalbands und der korrekte Umgang mit Maskulinismus

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Die kanadische Stadt Fredericton, nicht weit von der Atlantikküste gelegen, ist um eine Metalband ärmer. Und zwar weil der Sänger von Siegebreaker, Dale Lyons, Ende März auf Facebook einen längeren Rant über „modernen Feminismus“ ver­öffentlichte, einschliesslich der Zusammenfassung, dieser sei das „Krebsgeschwür der Menschheit“ (“The Cancer of Mankind”), wobei Dale in einem Erklärtext ausführt, dass er mit „mankind“ explizit die männliche Hälfte unserer Spezies meint. Unmittelbare Folge: Weiterlesen

The Body/ Full Of Hell: Fleshworks

Post-Metal-Track of the week. via noisey.us

Babymetal: Karate

Dann doch ein neues Video zum aktuellen Album. Mit zeitgemäss nachpoliertem Kawaii-Djent. Proxy zum Ansehen empfohlen Videolink ersetzt. Danke an Leser Uli (siehe unten). via everlasting blort

All hail the Grindmother

Die kanadische Metal-Band Corrupt Leaders hat ein Seitenprojekt, mit der 67-jährigen Mutter eines Bandmitglieds als Sängerin: The Grindmother. Ich sagte schon an anderer Stelle: Jeder Mensch sollte Musik machen. Und ich sagte auch: Metal ist durch nichts zu ersetzen. ocweekly

Ladybaby: Nippon Manju

Das japanische Schulmädchentrio Babymetal hat Metal für immer verändert. Und hier ist der next level shit: Ladybaby. Zwei kleine Mädchen und ein bärtiger australischer Wrestler in geblümtem Kleidchen, der für die Death-Growls zuständig ist. Ansonsten der übliche zuckerschaumige J-Pop. Jede Generation hat die Metal-Bands, die sie verdient, oder? Wir wissen: 10 Millionen Youtube-Viewer können nicht irren. via vice

Atacama Sunburn

Undersmile sind seit letztem Jahr eine meiner Lieblingsbands, und mit dem zweiten Album „Anhedonia“ ist ihr sehr persönlicher Doomgaze noch ausgefeilter geworden. Und endlich gibts „Atacama Sunburn“, den fettesten Track des neuen Albums auch als Livevideo mit klarem Sound aus dem Facemelter Festival in London, Anfang Mai.

Sea Bastard – Astral Rebirth

sea_bastard

Grossartige neue (Start 2011) Doom-Band aus Brighton, UK. Der 20-Minutentrack hier ist von ihrer Split-LP mit Keeper. via noisey, pic brightonmusicblog

Masters of Godzilla vs. King Kong

Alle Godzillafilme sollten Metal-Soundracks haben, und alle Metaltracks Godzilla-Musikvideos. Ein guter Vorsatz für 2015. via mefi

Christopher Lee: Darkest Carols

Christopher Lee, der inzwischen 92jährige britische Charakterschauspieler (Herr der Ringe, Star Wars u.v.a.) bringt auch in diesem Jahr wieder eine Weihnachts-Metal-Single raus. (Die neue so ab 1:42) Death to Xmas! via io9

Primitive Man

Zufallsfund. Primitive Man. Oben das Album Scorn. Grossartige Doom/Sludge-Band aus Denver, Colorado. primitivemandoom

Pritz: Sorasora

Das hat nicht lange gedauert. Während die Welt sich noch von dem Schock erholt, den die Verschmelzung von Metal und J-Pop durch Babymetal auslöste, trifft uns bereits die nächste Welle globaler Mashupkultur ins Gesicht. Die koreanische Girlgroup Pritz jongliert mit eher dünnem Metal, austauscbarem K-Pop und betont schlechten Kostümen. Trotzdem oder gerade deswegen ist dies ein Zeichen für die nahende Apokalypse. Und ich fürchte, das ist auch nicht die letzte Retortenband dieser Art. metal injection

Metal ist noch nicht tot

Metal ist alles andre als tot. Weil Bands wie hier Undersmile aus Oxford, UK, die festgefahrenen Gleise erfolgreich zertrümmern und aus den Ruinen Neues schaffen. Die Studioaufnahmen klingen natürlich besser, aber so’n Live-Cam-Recording ist extra authentisch. Keine Light-Show, kein Testosteron, keine verbrauchten Wiederholungen. Wir sehen: Da ist noch jede Menge Platz für kulturelle Entwicklung.

Godflesh: New Dark Ages

Natürlich ist der Opening-Track des am 7. Oktober erscheinenden Albums „A World Lit Only by Fire“ so, wie wir Godflesh kennen, eher wie die frühe, Streetcleaner-Phase. Und gleichzeitig extrem abgeklärt und aus einer Ära lange nach Metal. Einer Ära der hyperkapitalistischen Dystopie, die ihre eigene post-industrielle Dancemusik hervorbringt. via pitchfork

Undersmile: Milk

Zufallsfund beim Rumstochern im YoutubeistdasneueRadio. Milk. Kommt sofort in die Box mit meinen aktuellen Lieblingsbands. Das Vid ist 2 Jahre alt, bietet völlig zeitgemässen Dronegaze mit Zombieprinzessinnengesang. Weiterlesen