Poppy: Wenn die Welt untergeht und wir alle auf Youtube leben

I am Poppy. Aufgewachsen in Nashville, Tennessee (wo sonst?) und die spontane Reinkarnation von Andy Warhol, The Residents, Kurt Schwitters und den Tele­tubbies. Alles auf einmal, und blond und mit den besten Kawaii-Dada-Videos des Jahrzehnts. Everybody wants to be Poppy. Unterstützt wird die teenage Kunstfigur vom kalifornischen Autor, Regisseur und Musiker Titanic Sinclair. Ich verlange, dass Poppy Ausstellungen und Performances in den Nationalgalerien aller Welt­metro­polen macht. Dann können wir sehen, was passiert, wenn wir unsere ganze Zivilisation mit einem orbitalen Youtube-Laser in einminütige Stückchen schneiden, alle mit Poppy als Hauptdarstellerin, alle über die grossen Fragen der menschlichen Existenz. Alle mit vollständigen Antworten, aber in einem abstrakten, wenn nicht gar postfaktischen Format. Im Ernst: Weiterlesen

Katzen-Band-Fotos der Woche

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Wenn Katzen Bands hätten, würden sie auf ihren Promofotos so aussehen. Die Katzen ganz unten, das müssen allerdings irgendwelche Hipster sein. Wegen der Klamotten und so. Weiterlesen

Robokalypse: Musik

In einfacheren Worten: Als übernächstes werden die Musiker arbeitslos. Der Programmierer und (noch) Musiker Yotam Mann (University of California, Berkeley) hat aus dem neuralen Netzwerk Google Magenta eine Software gezaubert, der man Melodien, Harmonien und Grooves vorspielen kann. Damit die das lernt und kurz darauf etwas ähnliches spielt. So ähnlich wie Menschen, nur viel schneller. Natürlich stehen dann in 20 Jahren Androiden-Jazzbands auf den Partys der Reichen und improvisieren launig vor sich hin. Nein, keine Sorge, die sind physisch vollständig, man kann die anschliessend bei Bedarf auch vögeln. Das war aber auch keine Neuigkeit. Sondern die Sache mit der improvisierten Musik. Die natürlich bedeutet, dass alles andere improvisierte oder „typisch menschliche“ demnächst (in weit weniger als 20 Jahren) von künstlicher Intelligenz aus irgend einem Open-Source-Labor ebenfalls automatisiert werden kann. Im Moment können wir noch mit dem Finger auf Yotam zeigen. Eine Generation später haben wir dann entweder Hungeraufstände oder Sozialismus. via noisey

Der Garten der Lüste und die Musik auf der Hinterbacke

Der Niederländer Hieronymus Bosch malte so gegen 1500 das Triptychon „Der Garten der Lüste“, an dem bis zum heutigen Tag viel rumgerätselt wird. Erst kürzlich wurde von der US-Musikstudentin Amelia Hamrick aus dem mittelalterlichen Oklahoma auf der Arschbacke eines der viele Lustcharaktere eine Notation entdeckt und nachgespielt – siehe Vid oben. Die muntere Melodie findet sich am linken Rand des rechten Bildflügels (pic siehe unten). Weiterlesen

Rock’n Roll gibt es noch. Und er hat noch Bedeutung

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Die Musikveröffentlichungsplattform Bandcamp, auf der man Downloads umsonst oder gegen Geld herausgeben, die Musik aber immer kostenlos anhören kann, will alle Gewinne (die Plattform behält einen kleinen Teil aller Umsätze) vom Freitag, 3. Februar, an die American Civil Liberties Union (ACLU) überweisen. Wegen Trump und #Muslimban und so. Richtig, genau das ist Rock’n Roll. Ein einziges, lautes, politisches Statement. via avclub Disclaimer: meine letzte Band ist auch auf Bandcamp zu finden. Tolle Plattform.

Über den Tod des Downloads

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Ja, richtig, Download ist eine Kulturverbreitungsform, die ebenso wie Vinyl, CD, VHS, DVD, Compactcassette ihrem Ende entgegen geht. Die grossen Labels (kleine Labels sind eigene Nischen) machen inzwischen weniger Geld mit Downloads als mit dem neuen heissen Scheiss: Streaming. Kids von heute kaufen keine CDs mehr, keine MP3s, sondern machen nur noch ihr Smartphone an und hören was. Warum soll das seltsam sein? Mal so aus meiner Sicht: Weiterlesen

Paigey Cakey: Down

Es soll hier im Rahmen des von mir und meinem Blog gefühlten Verfassungsauftrags zur Publizierung bemerkenswerter kultureller und wissenschaftlicher Vorfälle der Gegenwart nicht unerwähnt bleiben, dass die von der 11k2-Redaktion überein­stimmend als wichtigste aktuelle britische Musikerin empfundene Paigey Cakey rechtzeitig zum Ende des abgelaufenen Jahres einen neuen Track hochgeladen hat: Down. Auch wenn mir persönlich die letzten Vids/Tracks wie Boogie, Boyfriend oder Patterns in ihrer selbstbewussten Sprödigkeit noch besser gefallen als der trap­lastige neue, stellt Down dennoch einen unüberhörbaren Kommentar zu dieser derzeit noch vom US-Hiphop bestimmten Musikrichtung dar. Nachdem Trap aber bereits (und nicht unerwartet) Alterungserscheinungen zeigt, sollte unser Planet langsam reif sein für Grime. Gerade wegen seiner rhythmischen und harmonischen Kälte, seiner direkten Abstammung aus den britischen Zentren der postindustriellen Arbeits- und Perspektivlosigkeit.