Der Garten der Lüste und die Musik auf der Hinterbacke

Der Niederländer Hieronymus Bosch malte so gegen 1500 das Triptychon „Der Garten der Lüste“, an dem bis zum heutigen Tag viel rumgerätselt wird. Erst kürzlich wurde von der US-Musikstudentin Amelia Hamrick aus dem mittelalterlichen Oklahoma auf der Arschbacke eines der viele Lustcharaktere eine Notation entdeckt und nachgespielt – siehe Vid oben. Die muntere Melodie findet sich am linken Rand des rechten Bildflügels (pic siehe unten). Weiterlesen

Rock’n Roll gibt es noch. Und er hat noch Bedeutung

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Die Musikveröffentlichungsplattform Bandcamp, auf der man Downloads umsonst oder gegen Geld herausgeben, die Musik aber immer kostenlos anhören kann, will alle Gewinne (die Plattform behält einen kleinen Teil aller Umsätze) vom Freitag, 3. Februar, an die American Civil Liberties Union (ACLU) überweisen. Wegen Trump und #Muslimban und so. Richtig, genau das ist Rock’n Roll. Ein einziges, lautes, politisches Statement. via avclub Disclaimer: meine letzte Band ist auch auf Bandcamp zu finden. Tolle Plattform.

Über den Tod des Downloads

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Ja, richtig, Download ist eine Kulturverbreitungsform, die ebenso wie Vinyl, CD, VHS, DVD, Compactcassette ihrem Ende entgegen geht. Die grossen Labels (kleine Labels sind eigene Nischen) machen inzwischen weniger Geld mit Downloads als mit dem neuen heissen Scheiss: Streaming. Kids von heute kaufen keine CDs mehr, keine MP3s, sondern machen nur noch ihr Smartphone an und hören was. Warum soll das seltsam sein? Mal so aus meiner Sicht: Weiterlesen

Paigey Cakey: Down

Es soll hier im Rahmen des von mir und meinem Blog gefühlten Verfassungsauftrags zur Publizierung bemerkenswerter kultureller und wissenschaftlicher Vorfälle der Gegenwart nicht unerwähnt bleiben, dass die von der 11k2-Redaktion überein­stimmend als wichtigste aktuelle britische Musikerin empfundene Paigey Cakey rechtzeitig zum Ende des abgelaufenen Jahres einen neuen Track hochgeladen hat: Down. Auch wenn mir persönlich die letzten Vids/Tracks wie Boogie, Boyfriend oder Patterns in ihrer selbstbewussten Sprödigkeit noch besser gefallen als der trap­lastige neue, stellt Down dennoch einen unüberhörbaren Kommentar zu dieser derzeit noch vom US-Hiphop bestimmten Musikrichtung dar. Nachdem Trap aber bereits (und nicht unerwartet) Alterungserscheinungen zeigt, sollte unser Planet langsam reif sein für Grime. Gerade wegen seiner rhythmischen und harmonischen Kälte, seiner direkten Abstammung aus den britischen Zentren der postindustriellen Arbeits- und Perspektivlosigkeit.

Aerosmith: Mehr Geld durch Games als durch Platten

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Präziser: Activision CEO Bobby Kotick erklärte auf einer aktuellen Pressekonferenz, dass die Rockband Aerosmith (muss man nicht mögen, ist aber auch nicht die schlimmste von allen) mehr Geld mit Guitar Hero: Aerosmith gemacht hat als mit irgendeiner ihrer Scheiben. Bonus: Das Game hat nach seiner Veröffentlichung einen kleinen Run auf den Backkatalog der Band ausgelöst. Muss man das jetzt zum Weinen finden, dass eine hart arbeitende Rockband mehr durch Spielelizensierung ihrer schweissgebadeten Akkorde einfährt, als durch den ehrlichen Verkauf richtiger Schallplatten? Nein, man kann ruhig anerkennen, das der Kunde immer Recht hat, und dass er oder sie das ebenso hart verdiente Geld eben für irgendwas ausgibt, was grade so cool rüberkommt. Derzeit eben Videogames. Und warum bringen Games mehr als Langrillen (schwarz oder silber, egal)? Ganz einfach weil die „Musikindustrie“, also die Musikabteilungen der weltweiten Medienkonzerne, noch weniger bezahlen als andere Branchen. Vom Verkaufspreis einer Scheibe bekommt die Band (a.k.a. „Der Urheber“) nur einige wenige Prozent. Buchautoren wenigstens rund 5 %, bei Games, Movies, Werbung gerne auch mehr. Na dann: Game on! gizmodo, pic Mark Vegas cc by sa

Bach-Choral der Woche

Gaetan Hadjeres und Francois Pachet am Sony Computer Science Labor in Paris haben die Deep-Learning-Software DeepBach geschrieben, die vorhandenen 352 Bach-Choräle eingegeben und dann auf Start gedrückt. Was die KI ausspuckte, könnt ihr oben hören. Ja, gut, dann setzen wir „Komponist“ eben auch auf die Liste der Berufe, die demnächst von der Robokalypse hinweggefegt werden. via boingboing

Die Star Wars Musicals

Alle. Natürlich ist es ziemlich schrecklich, sowas zu machen. Auto-Tune sollte sowieso verboten werden. Andererseits sind die Star Wars Filme (alle 7 bisher) bereits extrem cheesy und klischee-überladen; also machen die genialen Schöpfer der Musicalbearbeitung nur sicht- bzw. hörbar, was schon vorhanden war. via io9