Hormuz, Stadt der Träume

Das Büro ZAVarchitects aus Teheran hat auf der iranischen Insel Hormuz im Per­sischen Golf mit Hilfe von einheimischen Arbeitskräften ein Dorf aus gestampften Erdwänden errichtet. Die Siedlung soll im neuen Jahr 2021 als Gemeindezentrum mit Übernachtungsmöglichkeiten für Touristen genutzt werden. Ja, ich will auch ein solches Gemeindezentrum in Erd- und Meeresfarben. Aber wenn ein iranisches (oder anderes) Architekturbüro so eine orientalische Traumstadt in meinem kalten, mit einem Maschinenherz lebenden Heimatland errichtet, empfindet das ein Teil der hier lebenden Menschen als obszön und zu wenig kaltherzig und vbersucht, alles zu zerstören. Um die maschinenbetriebene Dysthymie nicht gestört zu sehen, an die wir alle so gewöhnt sind. Maschallah, dann leben wir eben weiter in einem Land aus Stahlbeton. Unsere, kollektive, Entscheidung. Weiterlesen