Wie und warum der Schlaf der Vernunft Monster gebiert

Glücklicherweise haben wir Wissenschaftlerinnen wie Cornelia Koppetsch, derzeit Professorin für Soziologie (Geschlechterverhältnisse, Bildung und Lebensführung) in Darmstadt, die uns präzise erklären können, was wir nur so ungefähr und mit un­sicherem Bauchgefühl erfassen können. Nämlich dass erst das Entfesseln des Neoliberalismus durch Gesetzesänderungen in den Industriestaaten mit Beginn der 80er den heutigen Rechtspopulismus ausgelöst hat. Durch den Verlust unserer Iden­tität als Bürger einen demokratischen Staats, mit Recht auf Teilhabe und Mit­be­stim­mung. Dieser Verlust ist übrigens für die Bewohner der ehemaligen DDR und mancher anderer Teile des ehemaligen Osteuropa besonders stark, weswegen die Identitätsversprechen der Rechtspopulisten dort besonders gut ankommen. Was ich hier zusammenfasse, ist nur eine sehr, sehr stark vereinfachte Version, ihr müsst den Originalartikal von Frau Koppetsch im Freitag selbst lesen: Der Blick nach unten. pic AJ Nakasone cc0

Was heisst eigentlich: „Deutschland zuerst“?

Weil heute so viel über „Rechtspopulismus“ geredet wird, und über die sogenannte „Flüchtlingskrise“, hat der Politologe Johannes Hillje mit Unterstützung von zwei Umfrageinstituten in Deutschland und Frankreich über 5000 Hausbesuche in Gegenden mit besonders hohem Wahlergebnis rechter Parteien durchgeführt und von 500 auch ausführliche Antworten bekommen. Was macht den Leuten am meisten Sorgen und was halten sie für das grösste landesweite Problem? Wenn man so offen fragt, sind die Antworten auch entsprechend deutlich. Weiterlesen

Fake-News sind für Rechtspopulisten

Ein Forscherteam der University of Oxford hat mit Mitteln des Big Data die Social-Media-Inhalte zu Wahlkampfzeiten in den USA, Deutschland und anderen Ländern untersucht. In sehr einfachen Worten: Fake-News oder Junk-News, also frei erfundene Horrorgeschichten über Chemtrails, Freimaurer und ungebremste Islamisteneinwanderung werden fast ausschliesslich von Anhängern Trumps und der AfD gelesen, geliked und weiterverteilt. Weiterlesen

Resistance Radio und Judendeportation

„The Man In The High Castle“ ist einerseits ein ziemlich cooles Buch vom SciFi-Altmeister Phil K. Dick (dt: „Der Alte vom Berge“), in welchem grosse existentielle Fragen anhand der Situation diskutiert werden, dass die USA den zweiten Weltkrieg verloren hätten. Der Osten vom Atlantik bis zu den Rockys ist im Buch also Nazi-Amerika, der Westen vom Pazifik bis zu den Bergen untersteht dem Tenno. Weiterlesen

Wahlkampflehrvideo

Wir haben ja bald Bundestagswahl, und die betreffenden inhumanen Kräfte in underem Land haben diese Lektion bereits gelernt: Sich künstlich aufregen, und über alle Grenzen des Anstands drübertrampeln, und danach wieder einen auf anständig markieren. Am Beispiel des wahnsinnigen rechtspopulistischen Agitators Alex Jones ist das aber sehr schön zu beobachten. vice via christiannightmares

Niemand wusste, wie kompliziert das Gesundheitswesen ist

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Auf einem Pressetermin am gestrigen Montag erklärte Präsident Kim Jong Orange, er habe eine sehr gute Lösung für die Ablösung des Affordable Care Act, der allen US-Amerikanern eine Krankenversicherung zugänglich machte, ohne allerdings irgendwelche Details zu nennen. Die Begründung für seine Unklarheit leuchtet ein: “It’s an unbelievably complex subject, nobody knew that health care could be so complicated.” Ja. Richtig. Genau deswegen ist er ja auch von mehreren Millionen US-Bürgern gewählt worden (die anderen haben einfach wie immer Republicans angekreuzt, weil sie Neoliberale, Nazis oder Rassisten sind). Weiterlesen

Politik, Lügen und Rechtspopulismus

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Bis zur Reagan/Thatcher-Ära, die um 1980 begann, glaubten fast alle Bewohner der „westlichen Welt“ an ein Gemeinschaftsideal, an eine bessere Zukunft für alle, sogar an gewisse gesellschaftliche Fortschritte (Frauenrechte, Ende der Apartheit, soziale Programme). Allerdings wurde als Garant dieser Fortschritte ab 1980 von der politischen Elite – und von der Medienelite – ein zunehmender Wohlstand der Wirtschaftselite genannt: Die Trickle-Down-Hypothese besagt, dass es allen Menschen immer besser geht, wenn die Reichen reicher werden, Preise vor allem für Wohnen stetig steigen und wenn internationale Abkommen für immer noch mehr globalen Handel sorgen. Nur hat das nicht funktioniert. Wie auch. Weiterlesen