Robocalypse Now: Was ist gefährlicher als die Roboter?

Der Untergang der menschlichen Zivilisation kommt wahrscheinlich nicht durch eine als Arnold Schwarzenegger verkleidete Massenvernichtungswaffe. Die Robocalypse hat allerdings schon erste Gehversuche gezeigt. Nur eben anders, als wir dachten. Vor einer Woche, am 19. Juli, fand in Russland ein Schachturnier statt, bei dem der Roboterarm eines Schachprogramms einem neunjährigen Kind einen Finger brach. Nicht etwa wegen eines defekten Skynet, sondern einfach, weil der neunjährige Schach-Nachwuchsstar eine Figur auf ein Feld schob, das vom Schachprogramm zuvor geleert worden war. Die Software hielt den Finger wahrscheinlich für eine Schachfigur, griff danach und hielt ihn fest. Was sagen die Veranstalter? Dass man dem Jungen alles Gute wünsche, er aber selbst schuld sei, weil er sich nicht an die Regeln gehalten habe. Und genau das ist das Problem: Die Regeln. Sobald Maschinen einen profitablen Zweck erfüllen (im konkreten Fall russische Schach-Propaganda), werden Menschen durch Regeln eingeschränkt. Mit oder ohne sichtbar angebrachte Verbotstafeln, die das Betreten, Hineingreifen, Überqueren untersagen, weil die gefährlichen Maschinen für die jeweilige Entscheidungsebene wichtiger sind. Wir haben bereits tödliche Unfälle mit Industrierobotern und autonomen Autos erlebt. Diese werden zunehmen, und ebenso die Regeln, die unser Leben einschränken. Ja, statt dessen könnte man softwaregesteuerte Maschinen auch so bauen (programmieren), dass sie auf keinen Fall jemanden verletzen oder töten können. Aber das wäre dann wahrscheinlich zu teuer. Immer vorausgesetzt, wir lassen zu, dass Profit wichtiger ist als Menschen. Gute Aussichten also für die Robocalypse, weil wir ja bisher immer zugelassen haben, dass ein Versprechen von Wohlstand und Bequemlichkeit mehr wiegt als Gesundheit und Leben von Menschen. kotaku, guardian

Robocalypse Now: Foxconn

Skynet-active

Foxconn wird noch im laufenden Jahr etwa 10.000 Fertigungsroboter aufstellen, zu einem Stückpreis von unter 19.000 Euro. Die dann Batterien fürs iPhone herstellen werden. So dass der grösste Arbeitgeber Chinas eben 10.000 Arbeiter weniger braucht. Oder eher 30.000, weil die Bots ja 24/7 arbeiten. Die Robocalypse wird nicht so aussehen, dass Skynet-Killerkopter uns alle aus flammenden Gatlins niedermähen. Sondern einfach so, dass bald die meisten von uns Humanoiden arbeitslos sind. Das ist nicht die Art von Singularität, von der wir geträumt haben. businessinsider