Schöne neue Taxi-Welt, ohne Jobs

Früher haben wir gerne Witze gemacht und Geisteswissenschaften als Taxi­fahrer­studium gedisst. Nicht mehr lange. Im Video oben sehen wir ein selbstfahrendes Waymo-Taxi, aus dem Google (bzw Alphabet) Konzern, in dem man fröhlich, unbe­schwert und billiger als bisher (weil kein Fahrer bezahlt werden muss) ans Ziel kommt. Und alle Einnahmen gehen an einen einzigen Konzern. Oder zwei, oder drei. Es gibt in Deutschland derzeit rund 60.000 Taxis, die in Schichten fahren und deswegen bis zu 300.000 Arbeitsplätze für Menschen mit überschaubar praxisnaher Berufsausbildung bereitstellen können. Diese Arbeitsplätze fallen dann weg, ebenso wie die zusätzlichen in der Taxizentrale am Telefon, und die in der Buchhaltung in mittelständischen Taxibetrieben. Also locker eine halbe Million, die in 10 Jahren auf ein Grundeinkommen angewiesen sein wird. Schöne neue Welt, was?

Wo die selbstfahrenden Autos von nächstem Jahr programmiert werden

Wie erkennen selbstfahrende Autos, die übrigens in ein paar Jahren alle Berufs­kraftfahrer arbeitslos machen werden, was ein Fussgänger ist, ein Baum, ein Auto, ein Haus, eine Ampel? Jemand muss den Umriss mit dem Mauszeiger auf dem Bildschirm nachmalen und dazu schreiben, worum es sich da handelt. Aha, das machen sicher High Tech Firmen im Silicon Valley. Jein. Die verkaufen die Daten an die Autoindustrie. Hergestellt werden die Daten von Menschen, die im grössten Slum Afrikas wohnen. In Nairobi, Kenia. Die Datenarbeiter bekommen 9 US-Dollar. Nicht pro Stunde, sondern pro Tag. Auch das ist ein Teil der Robokalypse, die globale Datenwirtschaft, die Menschen in afrikanischen Slums ausbeutet, um ganze Wirtschaftszweige in der Industriewelt zu vernichten. bbc, pic stanfordcis cc by nc sa

Halt, stehenbleiben, Robozei!

Das ist ein experimenteller Parkour-Robot von Boston Dynamics (gehört inzwischen dem japanischen Hitech-Konzern Softbank) aus dem Jahr 2018 (also jetzt). Spult mal bis 2020 oder 2025 vor, dann rennt die Robozei hinter jedem her, der beim Anblick des dann aktuellen Regimes schon mal die Stirn gerunzelt hat. Die heutigen Polizisten (von 2018) sind dann übrigens arbeitslos. Beides nicht lustig. boingboing

Robokalypse Trockenbau

Der HRP-5P ist nur eins von vielen Beispielen für die kommende Automatisierung der Niedriglohnjobs. via boingboing

Die Robo-Burger-Kalypse hat begonnen

„Creator“ (Schöpfer) heisst sehr passend ein Restaurant, das gerade in San Francisco öffnet. Obwohl darin noch Menschen arbeiten, etwa um die Bestellung aufzunehmen, werden die Burger direkt und nach den Wünschen der Kunden zubereitet – von einer automatisierten Burger-Produktions-Anlage. Ein Burger-Bot. Der so billig produziert, das die Fleischbrötchen für 6 USD verkauft werden können (in San Fran!) und die Angestellten trotzdem 16 pro Stunde bekommen. Wir sehen: Weiterlesen

Google und die freundliche Robokalypse am Telefon

Der weisse Internetriese hat vorgestern „Duplex“ vorgestellt, eine „künstliche Intelligenz“, die telefonieren kann, etwa, um Termine für die oder den Smart­phone­besitzer/in klar zu machen. In beiden Soundbeispielen ruft die Duplex-App mit einer menschlich klingenden Stimme an (oben beim Frisör, unten im Restaurant), verwendet typisch menschliche Füllwörter und Satzmeldodien, erkennt, was am anderen Ende der Leitung gesagt wird und trägt anschliessend den Termin selbsttätig in den Kalender ein. Weiterlesen

Selbstfahrende Autos vs Modernisierungsverlierer

In Kalifornien gehören selbstfahrende und fahrerlose Autos bereits zum Strassen­bild. Das geht für die betreffenden Robofahrzeuge nicht immer gut aus. In zwei von sechs bisherigen Unfällen mir Robobeteiligung geht die Polizei von menschlicher Absicht aus, und weitere Fälle von mutwilliger Sachbeschädigung kommen dazu. Vandalismus ist eben eine typisch menschliche Eigenschaft und lässt sich schwer voraus berechnen. Das könnte die wirtschaftliche Robokalypse tatsächlich etwas verzögern. Oben im Bild (Martijn Zilverschoon cc by sa) ist übrigens der per Autostop reisende Hitchbot zu sehen, der nach unterhaltsamen Ausflügen durch Europa und Kanada in der Nähe von Philadelphia von Unbekannten zerstört wurde. guardian