Amulette gegen die Robokalypse: 11pixeli

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Die Designerin Andreea Strete aus der zentralrumänischen Stadt (a.k.a. transsyl­vanischen) Cluj-Napoca fertigt unter dem Pseudonym 11pixeli winzige Roboterchen aus den Bauteilen obsoleter Elektronik, giesst sie in Kunstharz und verkauft die niedlichen Teile als Schmuck auf ihrem Etsy-Shop. Mich erinnern die netten Accessoires schon sehr an Amulette, an ein nicht-rationales (was ja nicht schlecht sein muss) Annähern an die subjektive Unbegreiflichkeit der aktuellen Informations­revolution, in welcher Roboter und neuronale Netze unseren Lebensraum voll­ständig durchdringen. Weiterlesen

Robokalypse: Musik

In einfacheren Worten: Als übernächstes werden die Musiker arbeitslos. Der Programmierer und (noch) Musiker Yotam Mann (University of California, Berkeley) hat aus dem neuralen Netzwerk Google Magenta eine Software gezaubert, der man Melodien, Harmonien und Grooves vorspielen kann. Damit die das lernt und kurz darauf etwas ähnliches spielt. So ähnlich wie Menschen, nur viel schneller. Natürlich stehen dann in 20 Jahren Androiden-Jazzbands auf den Partys der Reichen und improvisieren launig vor sich hin. Nein, keine Sorge, die sind physisch vollständig, man kann die anschliessend bei Bedarf auch vögeln. Das war aber auch keine Neuigkeit. Sondern die Sache mit der improvisierten Musik. Die natürlich bedeutet, dass alles andere improvisierte oder „typisch menschliche“ demnächst (in weit weniger als 20 Jahren) von künstlicher Intelligenz aus irgend einem Open-Source-Labor ebenfalls automatisiert werden kann. Im Moment können wir noch mit dem Finger auf Yotam zeigen. Eine Generation später haben wir dann entweder Hungeraufstände oder Sozialismus. via noisey

Das Ende der Kinderarbeit (und der Globalisierung)

Aber noch nicht dieses Jahr. Sewbo ist ein Startup aus dem US-Silicon-Belt an der Westküste, das Roboter entwickelt (bzw die passende Software für kommerziell erhältliche Industrieroboter, der hier verwendete Typ kostet derzeit um 30.000 Euro), die nach der Auto-Industrie auch die Textil-Industrie automatisieren sollen. Bisher führt da kein Weg hin, weil Stoffe eben nicht steif und starr sind wie Stahl und Plastik, sondern weich und knittrig, und eine Menge an Echtzeit-Prozessorleistung benötigen, und dazu ziemlich viele geschickte Finger. Der Trick, den Jonathan Zornow und seine Mit-Programmierer bei Sewbo ausgedacht haben, ist simpel: Weiterlesen

Was wir zu Beginn der Robokalypse von den Ludditen lernen können

Gleich vorneweg: Es hat nichts gebracht, Holzschuhe („sabot“) in Maschinen zu werfen, um diese und damit die menschenunwürdigen und miserabel bezahlten Jobs zu „sabotieren“. Und heutige Serverfarmen würden sich von einer solchen Verzweiflungstat noch weniger beeindrucken lassen als dampfkraftbetriebene Webstühle. Aber die Situation ist direkt vergleichbar. Eine Parallele. Und bietet uns Lösungwege an. Die eingangs erwähnte Robokalypse ist ja nicht eine militärische Singularität wie in „Terminator“ und den anderen simplifizierenden Scifi-Dystopien, in welchen die Menschheit durch Roboter nach plötzlich erwachtem künstlichem Bewusstsein ganz oder teilweise ausgerottet wird. Weiterlesen

Bach-Choral der Woche

Gaetan Hadjeres und Francois Pachet am Sony Computer Science Labor in Paris haben die Deep-Learning-Software DeepBach geschrieben, die vorhandenen 352 Bach-Choräle eingegeben und dann auf Start gedrückt. Was die KI ausspuckte, könnt ihr oben hören. Ja, gut, dann setzen wir „Komponist“ eben auch auf die Liste der Berufe, die demnächst von der Robokalypse hinweggefegt werden. via boingboing

Wenn die Rentiere arbeitslos werden

Boston Dynamics schickt uns rechtzeitig drei Wochen vor dem Jahresend­konsum­rauschfest dieses schöne Video. Fällt hier sowohl unter „death to x-mas“ als auch „robokalypse“. via boingboing

Tiervideo der Woche aus der Zeit nach der Robokalypse

Das Vid zeigt Maschinen, die Federn und Klammern aus Draht biegen, in feiner japanischer Minimal/Industrialästhetik. Oder Robotertierkinder, die an einem komplexen, für uns Humanoide unverständlichen Drahtspiel Vergnügen finden. Wenn die Robokalypse uns Humanoide überflüssig gemacht hat. So dass wir uns über den möglichen Sinn des Drahtbiegespiels auch keinen Kopf mehr machen müssen. idstr.jp via kottke