Wie russische Nationalisten den Westen zerstören wollen

Bei aller Kritik an den Imperialisten des anglo-amerikanischen Kultur- und Wirtschafts­raums dürfen wir nicht verdrängen, dass die russischen geostrategischen Bemühungen zwar sehr wohl zunächst Verteidigungscharakter haben, am Ende aber doch auf die Kontrolle über die gesamte Erde abzielen. Den ideologischen Bauplan für ein erträumtes russisches Grossreich lieferte der von der US-Rechts­aussen-Tresse (Breitbart etc) hoch gelobte Nationalist Alexander Dugin (pic cc0) in Büchern wie „Konflikte der Zukunft. Die Rückkehr der Geopolitik“oder „Die Vierte Politische Theorie“ (Jenseits von liberaler Demokratie, Marxismus und Faschismus), in welchen er nicht nur einen Weg zu neuer russischer Grösse, sondern auch ein ultrarechtes, demokratiefeindliches, autoritäres und fortschrittsverweigerndes Weltbild aufzeichnet. Ob er nun wirklich zum Lieblingsideologen Vladimir Putins geworden ist oder nicht, lässt sich von aussen schwer beurteilen. Klar zu erkennen ist allerdings, dass die aktuelle russische Politik viele seiner Ratschläge beherzigt: Weiterlesen

Alles nur wegen der Ukraine?

Wobei „nur“ hier eine ziemlich tiefstapelndes Wort ist – schliesslich geht es für Russland um nicht weniger als ihren letzten ganzjährig eisfreien Militärhafen (Sewastopol), den US-Geostrategen mit einer durchaus geschickten Vorgehensweise der russischen Kontrolle entziehen wollten. Nur hat das nicht so ganz geklappt. Im Gegenzug bemüht sich der amtierende Zar, die Interessen von Mütterchen Russland zu wahren, indem er einen bankrotten Selbstdarsteller auf den US-Thron intrigiert. In einem solchen weltweiten Schachspiel wären eine oder zwei Milliarden Dollar durchaus gut angelegt. Und die irrationalen Reaktionen der sogenannten Konservativen (die ja nichts anderes konservieren als ihre eigenen Ängste) lassen sich auch hier recht einfach ausnutzen. Der US-Journalist Josh Marshall hat das im Politmagazin talkingpointsmemo sehr schön aufgeschlüsselt, und ist dabei nach Occams Rasiermesser vorgegangen: Wenn man die Fakten zusammenrechnet, ist die einfachste Schlussfolgerung als die wahrscheinliche anzunehmen. via boingboing

Wie man in Russland mit Protest fertig wird

Indem man eine Pop-Blondine (Alisa Vox) engagiert, die dann zu einem simplen Russendisco-Track Zeilen trällert wie „Freiheit, Geld, Frauen, du kriegst das alles. Auch Macht. Also, Typ, mach dich frisch und halt dich aus der Politik raus.“ Das sind klare Worte. Zielgruppenorientiert. Im Westen wird das anders ausgedrückt, aber die Botschaft ist dieselbe: Halt dich aus der Politik raus. Ok? moscow times via jezebel

Die Rüstungsspirale dreht sich unerbittlich, in beide Richtungen

Wie aus der Presse zu entnehmen, erhöht die US-Regierung grade die Militär­ausgaben um 10 % oder 54 Milliarden USD jährlich. Im gleichen Jahr senkt Russland (ja, die fiese Supermacht am Polarkreis, die uns alle bedroht) die Militärausgaben um 25 % von 65 auf 48 Milliarden USD. Das bedeutet, dass der gesamte Militäretat Russlands kleiner als die Erhöhung der USA und damit kleiner als 10 % deren Rüstungsausgaben ist. Ok. Wovor genau soll ich jetzt Angst haben? Und warum soll mein von der Prekarisierung bedrohtes Land zwei Prozent des Staatshaushalts für Bewaffnung ausgeben? janes, nytimes, via alternet, pic: der neue russische T14 vitaly kuszmin cc by sa

Nur in Russland: Putin zum Lutschen

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Ein Süsswarenhersteller aus Jekaterinburg bietet den Kopf Vladimir Putins als Lutscher in verschiedenen Farb- und/oder Geschmacksrichtungen an: „Schmeck die Macht!“ Ausserdem in der Macht-Lutscher-Reihe zu haben: Obama und Queen Elisabeth. Also die drei wichtigsten Führungspersönlichkleiten unserer Zivilisation. via weirdrussia

So schlecht wird Donald Trump von der Presse behandelt

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Der britische Künstler und Musiker Billy Childish hat diese Erinnerungsplakate geschaffen, die auf dunkle Momente im Leben des Donald Trump hinweisen, zu welchen dieser völlig zu Unrecht und auf verabscheuungswürdige und gemeine Weise von der US-Presse mit Schmutz beworfen wird. Alles nur wegen seiner gelegentlichen Moskau-Besuche mit ortsüblichem Unterhaltungsprogramm. Folklore geradezu. Und wegen seiner aus dem Zusammenhang gerissenen kraftvoll-farbigen Formulierungen. Aber wir sollten uns keine Sorgen machen, in Zukunft wird Ordnung herrschen in den Vereinigten Sowjetrepubliken von Amerika. Die Plakate sind als 52,5 mal 35 cm Prints zu je 25 USD erhältlich. Weiterlesen

Russland: Frau und Kinder verprügeln ist kein Verbrechen (mehr)

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Das russische Parlament (Duma) hat in der vergangenen Woche mit einer Gegen­stimme und einer Enthaltung beschlossen, dass häusliche Gewalt gegen Ehefrauen und Kinder keine Straftat mehr darstellt, wenn die Opfer nicht im Krankenhaus behandelt werden müssen oder nicht mehr in der Lage sind, zur Arbeit zu gehen. Schon heute ist häusliche Gewalt in der eurasischen Grossmacht in einem Viertel aller Familien üblich und stellt den Rahmen für zwei Drittel aller Tötungsdelikte, wie uns mit dem Thema befasste Organisationen mitteilen. Weiterlesen