Prospect: Der Wilde Weltraum-Westen

Im März auf der SXSW in Austin zum ersten mal zu sehen: Prospect. Eigentlich ein Western, aber es gibt Raumanzüge, Raumschiffe und stark florierte, toxische Monde mit seltensten Mineralien und dem Gesetz der Faust. Und mittendrin ein Mann und seine teenage Tochter, die das grosse Geld finden wollen. Und auch finden. Bis dann natürlich alles schiefgeht und die Kleine ihre eigenen Entscheidungen treffen muss. Der Trailer sieht super aus und ich bin sehr gespannt auf den Film.

Fahrenheit 451, die Serie

Auf HBO, ab Mai: Fahrenheit 451, die Serie. Keine Frage, der Stoff gibt eine Menge her, und HBO hat mit Epen wie Game Of Thrones oder Westworld gezeigt, dass der abendfüllende Kinofilm nicht mehr die Krone der Filmkunst darstellt, sondern nur noch die Short Story auf dem Big Screen, während der Langform-Roman heute durch die fortlaufend erzählte Serie (im Gegensatz zur älteren Form, der Episode) maifestiert ist. Oben der Trailer, erste Andeutungen einer herrlich ausgefeilten Verschwörungswelt inklusive. via kottke

Amazon, SciFi und Kommunismus

Der weltweit operierende Erzfeind aller Einzelhändler (nicht nur des Buchhandels) hat auch eine Film/TV-Abteilung: Amazon Prime. Nach einer unaufregenden Umsetzung von Phil K. Dicks Parallelnaziweltstory „The Man In The High Castle“ („Der Alte vom Berge“) will sich der aktuelle Inbegriff des Kapitalismus an einem weiteren neuen Klassiker versuchen, „Consider Phlebas“ („Bedenke Phlebas“), dem ersten Roman des Culture-Zyklus von Ian Banks. Die „Culture“ besteht im wesentlichen aus humanoiden und elektronischen Bürgern der Menschheit im Jahr 10.000-oder-so, in dem die Maschinen so viel produzieren, dass niemand mehr arbeitet. Das erfüllte Versprechen des Kommunismus also. Die Befreiung der Menschheit vom Joch der Arbeit als Space Opera. Um so pikanter, dass ausgerechnet Amazon sich diesen Stoff vornimmt. Ich habe keine grossen Hoffnungen für das Projekt. Wahrscheinlich wird es nur ein weiterer, über Fernseh-Wochen ausgewalzter Action-Reisser auf atemberaubender CGI-Ringweltkulisse. businesswire, das pic stammt vom Cover der britischen Ausgabe im Orbit Verlag

Die Wahrheit über Mondnazis, in einem Kino in deiner Nähe

Official Trailer: Iron Sky 2, The Coming Race. Kommt noch 2018.

Piratenmarketing funktioniert immer wieder

Vor zehn Jahren veröffentlichten Jerome Bixby (Buch) und Richard Schenkman (Regie) den Indie-SciFi „The Man from Earth“, eigentlich ein Theaterstück mit wenigen Darstellern, das vorziegend in einem einzigen Zimmer spielt. Das Pro­duk­tions­budget umfasste berichtetermassen 200.000 USD, das Marketingbudget null, kein Vertrieb interessierte sich, wenige Monate später war das kurzweilige Stück ein Kultklassiker geworden und heimste Filmpreise ein. Was war inzwischen passiert? Weiterlesen

Starship Troopers: Die guten und die bösen Nazis

Der Guardian hat ein längst überfälliges Interview mit dem Regisseur Paul Ver­hoeven, in dem der 1938 geborene und ’85 in die USA umgezogene Nieder­länder klarstellt, was der kontroverse Hard-SF-Streifen von 1997 tatsächlich sagt. Nämlich ganz simpel, dass blinder Militarismus und Fremdenhass immer faschistische Züge trägt. Auch und gerade, wenn es dabei um „unsere Jungs“ geht, die für „die gute Sache“ kämpfen. Weiterlesen

Das Weltall, unendliche Weiten – in Privatbesitz

Das Weltall ist Besitz der Menschheit (falls keine Aliens dazwischenfunken) und für alle gleichermassen offen – das ist eine der Grundregeln der SciFi. So ähnlich wie das Meer muss das Vakuum zwischen den Sternen allen offenstehen, und darf niemandem gehören. Anders ist es mit den Himmelskörpern, die gehören gemäss der andern grossen „westlichen“ Narration, dem Imperialismus, einfach den jeweils Stärkeren. Entsprechend hat die US-Regierung, hier vertreten durch Scott Pace, Executive Director Of The US National Space Council, erklärt: Das Weltall ist nicht Teil einer Allmende, nicht das gemeinsame Erbe der Menschheit, nicht „öffentliches Eigentum“ oder „res communis“, nicht Teil des Outer Space Treaty (von 1967), und die USA hat immer die Position vertreten, dass diese Ideen nicht den rechtlichen Status des Weltalls beschreiben“. Da haben wir’s. Recht des Stärkeren(tm), der Reichen und Mächtigen, vor allem der USA. Alles andere sind Flausen (siehe Bild oben). via Tim Fernholz auf quartz, pic: res communis