Was genau ist jetzt das Beste im Mann?

In sehr kurzen Worten: Das mit dem nicht scheisse sein. Mehr Worte: Rasiererfirma Gilette hat den uralten Werbespruch mal in einen Kurzfilm gepackt und vor drei Tagen veröffentlicht. Elf Millionen Views and counting. Und natürlich die ganze Hass­lawine, die immer dann losdonnert, wenn jemand es wagt, toxische Männlichkeit auch nur anzusprechen. Nur dass diesmal keine einzelne Frau sowas gesagt hat, die man vielleicht mit sehr vielen Vergewaltigungs- und Morddrohungen ein­schüch­tern kann, sondern ein multinationaler Konzern, dem sowas elegant an seinem shiny metal ass vorbeizischt. Ja, richtig, ihr rasierenden Marketinggewinner der Wocher, Männer haben die Pflicht, andere Männer für ihr Verhalten in die Verantwortung zu nehmen. See something, say something. Und wisst ihr, Geschlechtsgenossen, eigentlich wäre das ganze beschissene Thema der sexuellen Gewalt (Belästigung, Vergewaltigung, Unterdrückung) völlig leicht aus der Welt zu schaffen: Einfach nicht machen. Einfach nicht scheisse sein, und wenn man als Mann noch so unsicher ist. Dafür müssen wir uns keine original Gilette Razor kaufen. Aber wir müssen das mit dem männlichen Scheissesein mal in den Griff kriegen. Ehrlich. Dann läuft auch alles andere besser.

Chikan: Sexuelle Belästigung als Volkssport (für Männer)

Was an allen Diskussionen über sexuelle Gewalt, Belästigung, Vergewaltigung auffällt: Immer sind die Täter sehr, sehr anders als das Gros der Männer. Zumindest, wenn man dem Gros der Männer zuhört. Entweder Ausländer (sehr beliebt sind derzeit Nordafrikaner) oder zumindest Geisteskranke. Perverse. Keine normalen Männer eben. Die offiziellen Zahlen (Polizeistatistik) widersprechen dieser Sicht sehr eindeutig: Nach wie vor wird in Deutschland jede Stunde eine Frau vergewaltigt, alle paar Minuten belästigt. Da ist Japan schon beinahe einen Schritt weiter. Weiterlesen

Es passiert dauernd

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Die Studentin Yana Mazurkevich vom Ithaca College im US-Bundesstaat New York hat eine bemerkenswert ausdrucksstarke Kampagne gegen sexuelle Gewalt gestartet, in Zusammenarbeit mit der AktivistInnengruppe Current Solutions: „It Happens“. Die Aktion richtet sich vor allem gegen die vergleichsweise lächerlich sanfte Bestrafung von Brock Turner, der in Kalifornien eine ohnmächtige junge Frau vergewaltigt hatte und von seiner unüblich kurzen Gefängniszeit von sechs Monaten wegen „guter Führung“ nur die Hälfte absitzen musste. An dieser Stelle hat unsere Zivilisation noch einen Berg Arbeit vor sich, bis sie auch in dieser Hinsicht zivilisiert zu nennen ist. Weiterlesen