Wir werden bestohlen, während wir zusehen: Neue Internetgesetze

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Während sich die Leute hier noch den Kopf darüber zerbrechen, ob irgendwelche Syrer oder Eritreer irgendeinen Einfluss auf dieses Land hätten oder ob man Sachsen unter psychiatrische Aufsicht stellen muss, werden in Brüssel neue Gesetze erfunden, damit sehr grosse Unternehmen mehr Geld von uns allen bekommen, ohne dafür auch mehr leisten zu müssen. Ich erklär das mal genauer. Zunächst ist es wichtig, zu erwähnen, dass nicht irgendeine gesichtlose EU-Bürokratie schlimme Dinge erfindet, sondern dass ein abgehalfterter deutscher Politiker dahinter steckt. Der seinen Landesministerpräsidentenjob damals aufgeben musste, weil er mehr­fach einen NSDAP-Richter aus seiner Heimatgegend gelobt und in Schutz genommen hatte. Der dann nach Brüssel in die EU-Kommission abgeschoben wurde, weil er ja nur im Inland peinlich geworden war, ansonsten aber erstklassige Kevlarqualitäten aufweist: Seit er zuerst EU-Kommissar für Energie, dann für Digitale Wirtschaft wurde (jeweils auf Betreiben unserer Bundesregierung), setzt er sich massiv für die Interessen der grossen Unternehmen ein und zeigt dabei kein Peinlichkeitsempfinden. Ein Mann ohne Gewissen: Günther Oettinger. Weiterlesen

Sackgassen der Zivilisationsentwicklung: Leistungsschutzrecht

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Das Leistungsschutzrecht ist eine ziemlich neue Erfindung, die auf der Vorstellung aufbaut, dass Suchmaschinen und andere Webseiten Geld bezahlen müssten, wenn sie Überschriften und Satzanfänge von anderen Webseiten beim Suchergebnis abbilden. Beim Entwickeln dieser Vorstellung hat man sich natürlich durch das Urheberrecht inspirieren lassen, das aber ganz klar sagt: „Nur ganze geistige Werke kann man schützen. Ideen nicht, und Überschriften auch nicht. Und es gibt ein Zitatrecht.“ Deswegen musste man auch ein eigenes Recht dafür erfinden, um von Suchmaschinen oder anderen Geld verlangen zu können. Weiterlesen

Bundesregierung will Urheberrecht weiter verschlechtern

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Während wir uns Sorgen machen, wo denn alle die Flüchtlinge untergebracht werden sollen (was eigentlich kein Problem wäre) und wie man mit den neuen Naziverstehern umgehen soll (die allerdings wirklich ein Problem darstellen) wird das Klima für Künstler und alle Fans und Konsumenten von Musik, Film, Games, Büchern, Zeitungen kälter. Zumindest wenn die Bundesregierung mit ihrem Gesetzentwurf durchkommt. Weiterlesen

Copyright auf Autos, mit allen Nachteilen

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Der Fall ist eingetreten, vor dem digitale Bürgerrechtsaktivisten jahrelang gewarnt haben (und weswegen sie sogar eine eigene Partei gegründet haben). Das Copyright, eigentlich ein gewerbliches Schutzrecht, das sich auf wirtschaftliche Verwertung von geistigen Werken bezieht, wurde in den letzten Jahren auf die private Nutzung ausgedehnt. Das heisst, Copyrightinhaber (vor allem Konzerne, aber auch Künstler und Privatleute) behaupteten so lange, über jede beliebige private Nutzung bestimmen zu können (nicht nur die gewerbliche), bis dieser Gedanke allen vertraut vorkam. Weiterlesen

„Happy Birthday“ ist endlich frei

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Das weltbeliebteste Geburtstagslied „Happy Birthday“, auch in Übersetzung, kostete bisher bei jeder öffentlichen Aufführung Tantiemen. Weil der Verlag Warner/Chappell nach Eigenangaben die Rechte an dem von Mildred and Patty Hill im späten 19. Jahrhundert geschriebenen Song besass. Jetzt urteilte ein Bezirksgericht im son­nigen Kalifornien, dass die Rechte hinfällig seien und der Song daher gemein­frei. Weiterlesen

Yeah: Gema verliert gegen Youtube

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Das Landgericht München hat gestern entschieden, dass die Gema keine frei erfundenen Millionenzahlungen von Youtube bekommt. Die Musik­verwertungs­gesellschaft denkt jetzt, nach eigenen Angaben, über weitere Schritte nach. Der Streitwert betrug 1,6 Millionen Euro, für 0,375 Cent pro Abruf von 1000 willkürlich ausgesuchten Musikvideos. Weiterlesen

Taylor Swift und die Schizophrenie der Kreativindustrie

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Der Glam-Faktor verlässt gerade die Erdumlaufbahn und macht sich auf den Weg zu den Sternen: US-Schlagersternchen Taylor Swift hat es dem Silikon-Goliath Apple so richtig gezeigt. Wie? Apple, die reichste Firma dieses Planeten, will ja diese neue Beats-Streaming-Plattform zum Erfolg pushen, und bietet Künstlern den Deal an, von Anfang an dabei zu sein, aber für die ersten drei Monate kein Geld zu bekommen, weil das Streaming für die Nutzer in diesen drei ersten Monaten auch kostenlos sei. Soweit sogut. Kann man mitmachen oder es bleiben lassen. Weiterlesen