Das war knapp

Oder: Neulich auf Messers Schneide. Todd Alcott via thisisnthappiness

Die US-Präsidenten-Wahl wird nachgezählt

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Breaking News: Die US-Wahl von Anfang November, bei der Donald „pumpkin“ Trump knapp gegen Hillary Clinton verlor, dann aber doch mehr Wahlmänner hatte und deswegen korruptester Präsident in der Geschichte der USA werden soll, wird in den drei fraglichen Staaten nachgezählt. Bedingungen dafür waren: Ein Mitbewerber muss die Nachprüfung fordern, und zweieinhalb Millionen USD auf den Tisch legen, bis zum morgigen Freitag. In God’s Own Country ist Demokratie eben etwas teurer. Weil Mrs. Clinton wohl nicht als schlechte Verliererin dastehen will, macht sie derzeit keinen Mucks, deswegen übernimmt die grüne Spitzenkandidatin Jill Stein den Job. Und ruft zu einer Spendenaktion auf. Die im Moment („as we speak“) bereits 2,6 Mio eingesammelt hat. Also erfolgreich ist. Jetzt bin ich noch gespannter als gestern. Möge die Demokratie gewinnen! jill stein via jezebel, pic Gage Skidmore cc by sa

USA: Wie man die Wahlmänner los wird

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Nach der US-Präsidenten-Wahl ist die Empörung gross, dass Trump Nationalchef wurde, obwohl er in Prozent weniger Stimmen hatte als Clinton. Dafür aber mehr Wahlmänner. Bisher gilt nämlich, dass die US-Bundesstaaten unterschiedlich viele Wahlmänner je nach Einwohnerzahl stellen, diese aber dann ihre Stimme immer gemeinsam abgeben. So dass die Wahl immer in den selben 6 Bundesstaaten ent­schieden wird. Besser wäre, wenn entweder gar keine Wahlmänner mehr benötigt würden, oder diese an das Verhältnis der gültigen Wählerstimmen gebunden wären. Wenn etwa im Bundesstaat Apache 60 % für Müller und 40% für Meier stimmmen, dann hätte heute Müller 100% der Wahlmänner, und nicht nur 60%. Das muss aber nicht immer so bleiben: Bisher haben bereits 11 Bundesstaaten das National Popular Vote Gesetz angenommen, das für die von uns alle als gerechter empfun­dene Verteilung sorgen würde. Wenn noch weitere sechs Bundesstaaten (und bereits 12 weitere haben das Gesetz zumindest in einer von beiden Kammern des Parlaments verabschiedet) so entscheiden, wird es in Zukunft keine Über­rasch­ungen beim Auszählen mehr geben. Zum Vergleich: In Deutschland einigen sich die Koalitionen der Länderregierungen darauf, ob sie im Bundesrat gemeinsam oder geteilt abstimmen, das ist bereits ein wenig näher am Wählerauftrag. Pic oben: Anzahl der Wahveranstaltungen je Bundesstaat 2016 nationalpopularvote via mefi