Facebook: Irgendwas mit Juden geht immer

Nein, wir hatten nicht angenommen, dass turbokapitalistische Megakonzerne wie Facebook vor irgendwas (wie in: absolut auch nur irgendwas) zurückschrecken, um weiter am exponentiellen Profitwachstum zu werken. Aber schön ist es trotzdem nicht, wenn man dabei zuschaut. So im konkreten Fall, als der Zuckerberg-Konzern flotte Gewinne mit Hasskampagnen anlässlich der letzten paar US-Wahlen (und nicht nur dort) einfuhr, Millionen von Nutzerdaten direkt dem republikanischen Wahlkampfteam zur Verfügung stellte und die Kritik daran (Kritik wie in: Befragung durch einen Untersuchungsausschuss) abzuwehren versuchte, dass man eine Werbeagentur aus dem republikanischen Umfeld beauftragte. Diese sollte jede Kritik am Vorgehen Facebooks als Verschwörung darstellen, die von George Soros (pic oben) finanziert würde, dem Lieblingsfeind der weltweiten Rechtsextremisten. Weiterlesen

US-Wahlen: Die Heulsusen haben gewonnen

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Bei den Wahlen in den USA am letzten Dienstag ging es um viel mehr als den oder die nationale(n) Politikhauptdarsteller(in), sondern um eine Weichenstellung zwischen konservativer oder sozialdemokratischer Mehrheitspolitik. In harten Zahlen, nämlich Millionen von Wahlberechtigen, dargestellt, ist klar zu erkennen, dass 40 % bereits aufgegeben haben, überhaupt auch nur zur Wahl zu gehen. Was allein ja nicht ausreichen würde, um seine eigenen Interessen zu vertreten. Dabei wären Themen wie Mindestlohn, soziale Absicherung, Recht auf Rente, Bildung und Gesundheit oder ein Ende der Zweiklassenjustiz durchaus im Interesse der 100 Millionen. Hierzulande haben wir Bundeswahlbeteiligungen von über 70 statt den US-amerikanischen 60%. Ich wage zu behaupten, dass ein bedeutender Teil davon einfach irgendwas wählt. Ohne nachzudenken, was das für einen selber bedeutet. Trotzdem gewinnen auch hierzulande die Heulsusen locker jede Wahl. Und beschweren sich nachher, dass die Gewählten machen, was sie wollen. Klar ist Politik unverschämt kompliziert – aber das Problem liesse sich leicht für jeden Einzelnen lösen, wenn jede(r) sich überlegt, was (zum Beispiel) die drei wichtigsten Punkte wären. Und diese dann vergleicht mit den tatsächlichen, nachprüfbaren Entscheidungen von Parteien und Politikern. Der Nachteil: Man muss sich ab und zu ne Stunde hinsetzen und nachschaun, und man ist damit konfrontiert, dass man ja offenbar die Verantwortung für sein Leben übernommen hat. Oder man bleibt eine Heulsuse. Das ist einfacher. pic: us election project via wapo