Wenn der rechte Rand überkocht

NPR Headquarters in Washington, DC.

Einer selbstgestrickten Tradition zufolge liest das National Public Radio NPR der US of A an jedem vierten Juli die Unabhängigkeitserklärung vor. Find ich super. Ja, wirklich, ich würde mich freuen, wenn unsere öffentlich-rechtlichen Sender zu jedem 23. Mai das Grundgesetz feierten. Aber das ist ein anderes Thema. In diesem Jahr jedenfalls sendete das NPR die Declaration Of Independence mit ihren klaren Freiheitsidealen und der massiven Kritik am damaligen King George Of England auch via Twitter, in Abschnitten zu je 140 Zeichen. Was passiert? Allgemeiner Jubel? Aber nein, weit gefehlt: Weiterlesen

Die Redneck Revolte gegen Faschismus und Kapitalismus

In den nach wie vor überwiegend agrarisch geprägten USA blüht derzeit eine neue Bewegung auf: Redneck Revolt. Mit dem Wort Rednecks meinen wir heute eher so etwas wie Landeier oder Hillbillies oder eben Spiesser von weiter draussen, die dem urbanen Leben eher hilflos gegenüberstehen, aber eigentlich bezeichnete das Wort ja mal Leute, die so arm und/oder ungebildet sind, dass sie Tag für Tag im Freien arbeiten müssen und deshalb einen von der Sonne geröteten Nacken haben. Die mangelnde Bildung, das enge, religiös und rassistisch geprägte Weltbild sind gratis mit dabei. Bisher zumindest. Weiterlesen

Was hat James B. Comey wirklich über Donald John 45th gesagt?

Hier sind die alles erklärenden Grafiken. chartlikecharts

Alles nur wegen der Ukraine?

Wobei „nur“ hier eine ziemlich tiefstapelndes Wort ist – schliesslich geht es für Russland um nicht weniger als ihren letzten ganzjährig eisfreien Militärhafen (Sewastopol), den US-Geostrategen mit einer durchaus geschickten Vorgehensweise der russischen Kontrolle entziehen wollten. Nur hat das nicht so ganz geklappt. Im Gegenzug bemüht sich der amtierende Zar, die Interessen von Mütterchen Russland zu wahren, indem er einen bankrotten Selbstdarsteller auf den US-Thron intrigiert. In einem solchen weltweiten Schachspiel wären eine oder zwei Milliarden Dollar durchaus gut angelegt. Und die irrationalen Reaktionen der sogenannten Konservativen (die ja nichts anderes konservieren als ihre eigenen Ängste) lassen sich auch hier recht einfach ausnutzen. Der US-Journalist Josh Marshall hat das im Politmagazin talkingpointsmemo sehr schön aufgeschlüsselt, und ist dabei nach Occams Rasiermesser vorgegangen: Wenn man die Fakten zusammenrechnet, ist die einfachste Schlussfolgerung als die wahrscheinliche anzunehmen. via boingboing

Tourismus und Demokratie

Die Analysten von Foursquare haben ermittelt, dass seit letzten Herbst Touristen immer zögerlicher in die USA reisen. Aktuell sind es 16% weniger als vor einem Jahr. Die Geschäftsreisen in God’s Own Country haben zwar um 3% zugenommen haben, im unbedeutenden Rest der Welt aber um 10, so dass die grossartigste Nation der Erde auch hier um 7 Punkte hinterherhängt. Natürlich weiss niemand, wie das kommt, wo doch Amerika grade erst wieder gross gemacht wurde. Mit den AnalkoNtrollen an Flughäfen und dem Moslem- und Notebookverbot hat das sicher nichts zu tun. Tja. Versteh einer die Menschen. foursquare via kottke

Schweden lässt Anklage gegen Julian Assange fallen

Wikileaks hat vor einer knappen Stunde bekannt gegeben, dass Schweden die Anklage gegen Julian Assange fallenlässt. Keine Ermittlungen mehr wegen eines Vorwurfs der „Vergewaltigung dritten Grades“, eine Ex von Assange hatte angegeben, er hätte eines nachts ohne Kondom mit ihr geschlafen, obwohl das so nicht mit ihr besprochen gewesen wäre. Ist ja grundsätzlich auch nicht ok, sowas zu machen, aber selbst der reine Vorwurf ist damit vom Tisch. Update: Die britische Regierung stellt sich quer. Weiterlesen

Die USA, ein Entwicklungsland und Vorbild für den Rest der Welt

Der US-Ökonom Peter Temin, Professor am MIT, beschreibt in seinem neuen Buch „The Vanishing Middle Class: Prejudice and Power in a Dual Economy“ einen Vorgang, der seit einigen Jahrzehnten nicht nur in den USA, sondern in allen Industrieländern stattfindet: Die Teilung eines eigentlich reichen Landes in ein produktives, von gut verdienenden Spezialisten bewohntes – und ein armes Entwicklungsland mit Arbeitern im Agrar- und Dienstleistungssektor. Weiterlesen

Anal Trump

Die Grindcoreband aus San Diego, California hat im März ihr erstes Album „If You Thought Six Million Jews Was A Lot Of People, You Should’ve Seen My Inauguration!“ vorgestellt. Die insgesamt 10 Tracks sind zwischen einer und 20 Sekunden lang und drücken das Lebensgefühl junger Amerikaner in der Ära der Neo-Korruption präzise aus. Download 5 USD, Vinyl ausverkauft (klar). bandcamp via christiannightmares

Is Trump At Mar-A-Lago?

Der oberste amtierende Polit-Clown der USA hat von 13 Wochenenden seiner Amtszeit 7 in seinem privaten Golfclub in Mar-A-Lago, Florida verbracht. Die Kosten von 25 Mio USD bisher alleine dafür übernimmt der US-Steuerzahler doch gerne. Schliesslich war Korruption selten so unterhaltsam, nicht wahr? Diese Website informiert euch laufend darüber, und rechnet das in Schulmahlzeiten, Krankenversicherung oder Obdachlosenunterkünfte um: istrumparmaralago

Warum die USA Syrien bombardiert haben

Nachdem die syrische Luftwaffe einen Rebellenstützpunkt und damit nahe zivile Wohngebiete mit Saringasbomben angegriffen hat – oder mit einem anderen Kampfstoff, oder nur Chemiebehälter mit ihren konventionellen Sprengbomben getroffen, wir wissen das alles nicht genau – hat der amtierende US-Präsident ohne Absprache mit dem National Security Council, also nur mit dem Pentagon, einen Militärflugplatz der syrischen Luftstreitkräfte mit 59 Tomahawk-Marschflugkörpern bombardieren lassen. Warum? Weiterlesen

Die Rüstungsspirale dreht sich unerbittlich, in beide Richtungen

Wie aus der Presse zu entnehmen, erhöht die US-Regierung grade die Militär­ausgaben um 10 % oder 54 Milliarden USD jährlich. Im gleichen Jahr senkt Russland (ja, die fiese Supermacht am Polarkreis, die uns alle bedroht) die Militärausgaben um 25 % von 65 auf 48 Milliarden USD. Das bedeutet, dass der gesamte Militäretat Russlands kleiner als die Erhöhung der USA und damit kleiner als 10 % deren Rüstungsausgaben ist. Ok. Wovor genau soll ich jetzt Angst haben? Und warum soll mein von der Prekarisierung bedrohtes Land zwei Prozent des Staatshaushalts für Bewaffnung ausgeben? janes, nytimes, via alternet, pic: der neue russische T14 vitaly kuszmin cc by sa

Schadenfreude ist jetzt ein amerikanisches Wort

Im Ernst. Dort wird das inzwischen öfter verwendet als hier. Einer von mehreren guten Gründen dafür: Bernie Sanders. In einer Umfrage der Fox News (ja, der US-TV-Bild) quer durch alle demografischen Gruppen steht der Sozialist ganz vorne in der Beliebtheitsskala. Zusammen mit Obamacare und Planned Parenthood. Weiterlesen

Wie man in den USA Wahlen gewinnt

Falls sich immer noch jemand wundert, warum diese Amerikaner ausgerechnet einen Soziopathen zum Präsidenten… haben sie gar nicht. Hat ja Millionen von Stimmen weniger bekommen. Nur mehr „Wahlmänner“. Und warum sitzen im US-Parlament viel mehr Rechtskonservative als rein prozentual rauskämen? Der Trick ist ganz ähnlich: Gerrymandering. Einfach die Wahlkreise so anhand der bekannten Wahlergebnisse zurechtbiegen, dass so gut wie immer eine Mehrheit für die eigene Seite rauskommt. Weiterlesen

Resistance Radio und Judendeportation

„The Man In The High Castle“ ist einerseits ein ziemlich cooles Buch vom SciFi-Altmeister Phil K. Dick (dt: „Der Alte vom Berge“), in welchem grosse existentielle Fragen anhand der Situation diskutiert werden, dass die USA den zweiten Weltkrieg verloren hätten. Der Osten vom Atlantik bis zu den Rockys ist im Buch also Nazi-Amerika, der Westen vom Pazifik bis zu den Bergen untersteht dem Tenno. Weiterlesen

Niemand wusste, wie kompliziert das Gesundheitswesen ist

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Auf einem Pressetermin am gestrigen Montag erklärte Präsident Kim Jong Orange, er habe eine sehr gute Lösung für die Ablösung des Affordable Care Act, der allen US-Amerikanern eine Krankenversicherung zugänglich machte, ohne allerdings irgendwelche Details zu nennen. Die Begründung für seine Unklarheit leuchtet ein: “It’s an unbelievably complex subject, nobody knew that health care could be so complicated.” Ja. Richtig. Genau deswegen ist er ja auch von mehreren Millionen US-Bürgern gewählt worden (die anderen haben einfach wie immer Republicans angekreuzt, weil sie Neoliberale, Nazis oder Rassisten sind). Weiterlesen

Meyer Lansky: Volksheld, Gangster und Naziverprügler

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Der als polnischer Jude geborene, spätere „Boss aller Bosse“ und Finanzgenie der New Yorker „Kosher Nostra“ Meyer Lansky starb friedlich als 80jähriger in einem Krankenhaus in Miami. Man konnte ihm im Gegensatz zu anderen Mobstern und Köpfen des organisierten Verbrechens nie etwas nachweisen. Das mag auch daran gelegen haben, dass er sich in wichtigen Fragen ohne Zögern auf die richtige Seite schlug. So berichtet das engagierte Blog Anarcho-Geek Review unter Bezug auf Buchquellen wie Robert A. Rockaways „But He Was Good to His Mother: The Lives and Crimes of Jewish Gangsters“ von einem inoffiziellen Regierungsauftrag durch den damals einflussreichen New Yorker Staatsanwalt und Kongressabgeordneten Nathan D. Perlman. Weiterlesen

Calexit, der Comic

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Matteo Pizzolo und Amancay Nahuelpan von den Black Mask Studios werden im Mai den ersten Band ihres Calexit-Comics veröffentlichen. Die Story: Nachdem ein faschistischer US-Präsident (wir wollen hier mal keine Namen nennen) in Kalifornien auf Widerstand und miserable Wahlergebnisse stösst, wird das Kriegsrecht verhängt und die Dinge nehmen ihren typischen postapokalyptischen Lauf. Damit das Lese­vergnügen nicht zu depressiv wird, sollen am Ende jeden Bandes Tipps zu zivil­gesell­schaftlichem Engagement wie etwa den Kongress-Zwischenwahlen 2018 zu finden sein. Vielversprechend. Die Pics unten sind Concept Art, keine Seiten aus dem Endprodukt. Weiterlesen

Der Präsident der USA hat Angst vor der Presse

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Das „White House Correspondents‘ Association Dinner“ wird seit 1921 von der US-Presse abgehalten und stellt eine alljährliche Gelegenheit dar, das amtierende Oberhaupt der Vereinigten Staaten auf seinen Humor zu testen – so geschehen auch letztes Jahr, als Barack Obama im Beisein der mittlerweile präsidialen Atom­fönfrisur (siehe Bild oben) zum Fake-News-Dauerbrenner „birth certificate“ befragt wurde. Nur eben diesmal, am 29. April 2017 ohne Big Pumpkin. Weiterlesen

Die neue Trump-USA-Flagge

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Impeachment: Es geht los

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Der Stadtrat der kalifornische Stadt Richmond (lauschig an der San Franciso Bay platziert) hat eine Resolution beschlossen, wonach der US-Kongress ein Amtsenthebungsverfahren gegen Donald John Trump einleiten solle. Der Grund für die ungewöhnliche Forderung ist das Geschäftsgebaren des (noch) amtierenden Präsidenten, der sich nach wie vor weigert, seine Geschäftsbeziehungen aufzudecken oder sich vollständig von ihnen zu trennen. Der nächste Schritt im Impeachement-Prozess wäre wahrscheinlich, dass sich das Landesparlament von Kalifornien mit der Sache beschäftigt. abc7news, pic ewawatch

Umfrage: US-Amerikaner finden Comedy-Show glaubwürdiger als den Präsidenten

Eine aktuelle Umfrage des US-Meinungsforschungsinstituts Public Policy Polling zeigt, dass die Wähler zwei Wochen nach der Amtseinführung der Comedy-Show Saturday Night Life (siehe Videobeitrag) mehr glauben als dem 45sten Präsidenten (48 zu 43 %). Noch verlässlicher findet die Bevölkerung allerdings Leitmedien wie die New York Times (52 zu 37 %). Die Umfragewerte des POTUS selbst sind auf 44 % Zustimmung und 44 % Ablehnung gesunken, er bleibt damit sowohl hinter Barack Obama (52/44) als auch Hillary Clinton (49/45). publicpolicypolling

Neues vom kürbisschwammgesichtigen Faschisten

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Der Ton in den USA wird rauer. Hintergrund: Das Beschlagnahmen von möglicher­weise in Illegales verwickeltem Eigentum von nicht verurteilten Bürgern auf Verdacht („civil asset forfeiture“) ist im nach Eigenangaben grossartigsten Land der Welt (43 Prozent der Kinder leben dort an oder unter der Armutsgrenze) ein beliebtes Mittel lokaler Polizeibehörden, um sich die Finanzen für den Einkauf gebrauchter Schützenpanzer und Raketenwerfer zu besorgen. Das wird von einem Bundesstaat zum anderen unterschiedlich gehandhabt, die Kritik will allerdings nicht verstummen. Ach. Hm. Weiterlesen

Melania Trump und der Ausverkauf der USA

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Die stets grimmig kuckende (ist wohl kein Spass, mit dem orangen Donald verhei­ratet zu sein), in Slowenien geborene Melania Trump hat einen US-Staranwalt beauftragt, die britische Daily Mail auf einen Schadensersatz von mindestens 150 Millionen US-Dollar zu verklagen. Grund: Die Boulevardzeitung hatte im September letzten Jahres berichtet, Mrs. Trump habe früher als Escort (=Prostituierte) gearbeitet. Nach einer anwaltlichen Drohung wurde der Artikel von der Webseite der Mail entfernt. Jetzt geht die Anklage wegen angeblicher Verleumdung wieder vor Gericht, mit der Begründung, Melania hätte ohne diese eine „once-in-a-lifetime“ Chance auf Millionenumsätze mit neuen Produktlinien und einem Werbeauftritt als „First Lady“ gehabt. Die frischgewählte US-Königsfamilie sieht also Presse als lästige Störung ihrer Geschäfte und Präsidentschaft als Geschäftsgelegenheit an. Weiterlesen

Die Nachrichten der Zukunft

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FutureCNN ist ein grossartiger, geradezu präkognitiver Twitteraccount, der uns die CNN News von morgen, übermorgen und in ein paar Jahren präsentiert. Auf der Basis der aktuellen Entwicklungen in Washington, D.C. via mefi Weiterlesen

Calexit: Wird Kalifornien 2018 unabhängig?

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Im wirtschaftlich stärksten Bundesstaat der USA (weltweit die Nummer 6, hinter Deutschland und Britannien, vor Frankreich) wächst das Bedürfnis, sich von den ins Agrarzeitalter zurücksinkenden USA abzuspalten. Die Yes California-Bewegung mit derzeit 7000 Volunteers will in wenigen Wochen mit dem Sammeln von Unter­schriften beginnen, um dann 2018 eine Volksabstimmung durchzuführen. Diese wäre nicht aussichtslos – bei der zurückliegenden Präsidentenwahl im November 16 erhielt die Kandidatin der Democrats 61,5% der Stimmen, während sich der orange­gesichtige Vertreter der Republicans mit 31,5% begnügen musste. Wenn die Volks­ab­stimmung im nächsten Jahr durchgeführt wird und das Ergebnis „Unabhängigkeit“ lautet, ist allerdings noch einen Vielzahl an politischen Hürden zu überwinden. Das demokratische Votum bleibt in jedem Fall eindeutig. Inzwischen hat die Regierung des Bundesstaats energischen Widerstand gegen die neuen Regelungen aus Washington, D.C., angekündigt. Man wolle Steuern, die bisher an die US-Bundes­regierung gehen, künftig einbehalten und für humanitäre Zwecke nutzen – das wäre bitter für die politisch weiter rechts stehenden, ärmeren „Red States“. Die Karte oben stellt eine weitere, allerdings noch weniger wahrscheinliche Variante dar: Die Union der US-Pazifikstaaten Kalifornien, Oregon und Washington mit dem weit liberaleren Kanada. In jedem Fall nimmt die Unruhe in den US of A exponentiell zu. mercury, fox, cbs, pic: thinkpol

USA: Der Staatsstreich entfaltet sich

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Noch wissen wir nicht, ob es ein Staatsstreich ist, oder wenn, ob er gelingt. Aber das anglophone Sprichwort von der Ente, die man für eine solche halten darf, wenn sie artgemäss läuft, schwimmt und quakt, weist uns deutlich auf die Möglichkeit hin. Im Augenblick werden Reisende aus angeblichen Terrornationen (definiert durch präsidentialen Erlass, ohne Reaktion des Parlaments) an US-Flughäfen vom Grenzschutz festgehalten, selbst wenn sie die US-Staatsbürgerschaft besitzen, und obwohl inzwischen vier Gerichtsurteile das verbieten. Die Anwälte der Internierten werden davon abgehalten, mit ihren Klienten zu sprechen und die Verantwortlichen der Grenzbehörden weigern sich, mit Mitgliedern des Parlaments zu sprechen. Währenddessen gibt der rechtsradikale ehemalige Goldman-Sachs-Mitarbeiter und Breitbart-Chef Steve Bannon im National Security Council die Befehle, obwohl er diesen Posten ohne vorgeschriebene Zustimmung des Senats eingenommen hat, während die Chefs der bisherigen Sicherheitsbehörden aus den Sitzungen des Council ausgeladen wurden. Warum wehrt sich das Parlament nicht gegen seine Entmachtung und die Auflösung von verfassungsgemässen Rechten? Weil es, egal ob Trump Präsident bleibt oder nach kommenden, unausweichlichen, irrationalen Anfällen durch Pence ersetzt wird, einen Machtgewinn für die antidemokratischen Kräfte im Land bedeutet. Die Patrizierklasse der USA gewinnt dabei auf jeden Fall. Ich wünsche den Bewohnern der USA viel Glück. Das Bild ist aus der Amazon-Serie „The Man In The High Castle“ nach einem Roman von Phil K. Dick.

Die Wahrheit über Trump und Obama

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Hier argumentiert der australische Autor und Libertarier Brendan O’Neill, man würde Trump für Dinge hassen und anklagen, die Obama 1000 mal schlimmer getan habe. Klingt alles logisch, oder? Ist aber gequirlte Scheisse. Ich sag mal, warum: Weiterlesen

US-Einreiseverbot vs Terroristenherkunft

antiterror

Horst Seehofer, der bayerische Möchtegern-Trump, erklärte zum grossen orangen US-Diktator gegenüber der hiesigen Presse: „Er setzt mit Konsequenz und Geschwindigkeit seine Wahlversprechen Punkt für Punkt um.“ Wie das aus nach­prüfbaren Zahlen erstellte Diagramm anschaulich zeigt, kam kein US-Terror­verdächtiger in den letzten Jahren aus Ländern, die heute mit einem Einreiseverbot belegt sind. Das Verbot selbst beruht auf einer „executive order“ des obersten US-Kürbis; diese Erlasse haben tatsächlich keine Verfassungsgrundlage und können vom Parlament einfach überstimmt werden (so wie das im Fall von Obamas Schliessung des Guantanamo-Gefängnisses geschah). Weiterlesen

Sowjetunion von Amerika: 10 Jahre Haft für Journalisten

“For the nation’s happiness.”

 

Insgesamt sechs Journalisten sind nach den „Inaugurationsfeierlichkeiten“ in Washington, D.C. in Haft und sollen nach dem erklärten Willen der Staatsanwälte wegen Unterstützung von Aufständen in besonders schweren Fällen mit 10 Jahren Haft plus 25.000 US-Dollar Geldstrafe belegt werden. Ihr Verbrechen: Sie berichteten über die Ausschreitungen am Rand der Proteste, wo Glasscheiben zu Bruch gingen und die Anordnungen der Polizei auf Widerstand trafen. Eine solches Vorgehen gegen die Presse ist ansonsten ein klares Anzeichen einer Diktatur – und Teile der USA (oder S-USA) befinden sich nicht erst seit diesen Vorfällen bereits ausserhalb einer Demokratie. Wir müssen allerdings noch abwarten, ob die zuständigen Gerichte bei den inhaftierten Medienvertretern dieselbe Schuld erkennen wie die Herren Staatsanwälte, bevor wir eine allgemeine Reisewarnung für dieses Land aussprechen müssen. Ich selbst werde jedenfalls erst wieder dort hinfliegen (obwohl viele Amerikaner nett sind und es dort immer wieder lustig war), wenn demokratische und rechtsstaatliche Verhältnisse zurückgekehrt sind. guardian via alternet, das pic zeigt Josef Stalin beim Wählen, drunter steht „Zum Wohl der Nation“.

Neulich in Washington, D.C.

feminists

Hoffentlich bin ich auch mal so cool, wenn ich alt bin. via sadanduseless