Heil Hizzle Mein Nizzle: Spass mit Nazisploitainment

Wie konnte diese grossartige Band nur so lange an mir vorüber gehen? Hanzel und Gretyl sind zwei New Yorker, die seit über 20 Jahren industrial-lastige Musik machen, zunächst nicht weit weg von anderem US-Industrial-Dance/Rock. Heute dagegen vollwertige Vertreter der neuen Deutschen Härte, mit einem musikalischen und optischen Auftreten irgendwo zwischen Rammstein, Gwar, Laibach, Ministry und Babymetal. Und wenn schon, wie ich nicht müde werde zu betonen, Metal durch nichts zu ersetzen ist, was ist dann mit herrlich unernstem Nazisploitation-Fetisch-Black-Metal? Nächste Frage: Dürfen die das? Darf man Spass mit Hitler-Zitaten haben? Ist es moralisch vertretbar, sich noch weiter aus dem Fenster in dieses dunkle Kapitel deutscher Geschichte zu lehnen als selbst Rammstein? Antwort: Ja, aber natürlich, man muss sogar. Wenn es als klar erkennbare Comic-Nummer, als Visual Kei ohne echte Sehnsucht nach Grösse, sondern als Black-Popcorn-Metal daherkommt. Ich hoffe also, dass Hanzel und Gretyl auf dem Soundtrack des zweiten Iron-Sky-Films zu hören sein werden. Weitere Anspieltipps: Ich Bin Über Alles (mit herrlich aus dem Zusammenhang gerissenen Kraftwerk-Samples, Third Reich From The Sun, Number 1 In Deutschland, Take me To Your leader (90er Industrial Rock) und Fikk Dich Mit Fire.

Visual Kei Metal: Nocturnal Bloodlust

Sie haben Doublekick, Growls und runtergestimmte Gitarren. Also muss es irgendwie Metal sein. Sehen aber aus wie Tokyo Hotel (die von denselben optischen Vorbilder kopiert haben), und der Sound ist nicht minder künstlich daherproduziert wie bei Babymetal. Trotzdem. Aus Japan kommen derzeit immer wieder innovative… oder zumindest eigenartige Interpretationen von Metal. Nein. Natürlich gefällt mir das nicht. Aber auffällig, oder bizarr genug ist es für einen Blogeintrag im 11k2, dem Fach-Webmagazin für moralisch abzulehnende Metal-Varianten. japanator