Demokratie ist, wenn ein Drittel nicht hingeht

Die Landtagswahl Schleswig-Holstein 2017 ist vorüber, und alle freuen sich über die hohe Wahlbeteiligung von rund 64% (Letztesmal beteiligten sich 60, vorletztesmal 74%). Das bedeutet, dass mehr als ein Drittel der Wahlberechtigten erst gar nicht hin ging. Also weder bürgerliche noch Protestparteien spannend fanden. Und dass die diesmal führende Partei immernoch weniger Stimmen hatte als der schweigende Nichtwählerblock. Klar: Weiterlesen

Depression und Politik

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Über fünf Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter sind in Deutschland depressiv, acht Millionen insgesamt. Frauen unter 30 drei bis vier mal so häufig wie Männer über 65. Mehr Wahlberechtigte also, als sich bei der letzten Bundestagswahl aktiv für die Linke, Grünen oder CSU entschieden hatten. Was hat das für Folgen für den gesellschaftlichen Meinungsbildungsprozess, wenn acht Millionen Wahlberechtigte (also mehr als Linke, Grüne und Piraten zusammen Stimmen erhalten haben, oder halb soviel wie CDU-Wähler) grundsätzlich davon ausgehen müssen, dass am Ende sowieso alles egal ist? Das ist jetzt nur ein Beispiel. Die gesellschaftliche Realität hat eben manchmal keinen Platz für politisches Interesse. Und das ist fatal, weil es immer jemanden gibt, der bei der Wahl seine Stimme abgibt, und immer jemanden, der im wackligen demokratischen System für seine eigenen Interessen arbeitet. Das muss verbessert werden, denke ich. Die Lösung dafür müssen wir allerdings noch erarbeiten. pic Ryan McGuire cc 0