Was genau ist jetzt das Beste im Mann?

In sehr kurzen Worten: Das mit dem nicht scheisse sein. Mehr Worte: Rasiererfirma Gilette hat den uralten Werbespruch mal in einen Kurzfilm gepackt und vor drei Tagen veröffentlicht. Elf Millionen Views and counting. Und natürlich die ganze Hass­lawine, die immer dann losdonnert, wenn jemand es wagt, toxische Männlichkeit auch nur anzusprechen. Nur dass diesmal keine einzelne Frau sowas gesagt hat, die man vielleicht mit sehr vielen Vergewaltigungs- und Morddrohungen ein­schüch­tern kann, sondern ein multinationaler Konzern, dem sowas elegant an seinem shiny metal ass vorbeizischt. Ja, richtig, ihr rasierenden Marketinggewinner der Wocher, Männer haben die Pflicht, andere Männer für ihr Verhalten in die Verantwortung zu nehmen. See something, say something. Und wisst ihr, Geschlechtsgenossen, eigentlich wäre das ganze beschissene Thema der sexuellen Gewalt (Belästigung, Vergewaltigung, Unterdrückung) völlig leicht aus der Welt zu schaffen: Einfach nicht machen. Einfach nicht scheisse sein, und wenn man als Mann noch so unsicher ist. Dafür müssen wir uns keine original Gilette Razor kaufen. Aber wir müssen das mit dem männlichen Scheissesein mal in den Griff kriegen. Ehrlich. Dann läuft auch alles andere besser.

Chemnitz-Studie: Youtube verbreitet Extremismus

Genauer gesagt: Der Algorithmus auf Youtube, der dafür sorgen soll, dass möglichst viele Zuschauer möglichst lange bleiben und auf möglichst viele Videos klicken, damit Youtube ihnen möglichst viel Werbung zeigen kann. Der Trick, die Zuschauer an den Bildschirm zu fesseln, heisst: Immer noch krassere Sachen auffahren. Der in Berlin lebende Politik- und Sprachforscher Ray Serrato (Freie Uni Berlin) unter­suchte nach den aktuellen, bürgerkriegsähnlichen Zuständen in Chemnitz (an­geb­lich aus­ge­löst durch einen von 400 Morden, die pro Jahr in Deutschland verübt werden), unter anderem mit einem Überfall auf das einzige jüdische Restaurant in der Stadt (das hatten wir doch schon mal vor 80 Jahren, oder?), die Empfehlungen, die Youtube seinen deutschen Nutzern gab, wenn sie nach Chemnitz und dem Geschehen dort suchten. Weiterlesen

Tube

Auffallend minimalistische YouTube-Suchmaschine von Madeline Cameron. Nur ein Suchfenster, keine Vorschläge, keine Kommentare. Eigentlich genau das, was wir alle wollen, also bin ich gespannt, wielange es dauert bis der weisse Riese die Tube blockiert. Tube via boingboing

Der Fall der Waffel, als Film und Tshirt

Zum Video „Waffle falling over“ gibt es auch das passende Tshirt (unten). Ich bin sehr froh, dass es Leute gibt, die Kunst nicht auf, sondern mit Youtube herstellen. Weiterlesen

Wie man einen Canon-Drucker final repariert

Wenn alles schief geht und der Error-Nummer-Soundso nicht weggeht, weiss John Heisz vom ibuildit-Youtube-Channel trotzdem Rat. Ausserdem ist es ein schönes, achtminütiges Vid über Sommertage voller Holzarbeiten und grimmiger Rache an unzuverlässiger Consumer Elektronik. via boingboing

Monterey Jellycam

Das Monterey Bay Aquarium (eine Stunde südlich von San Francisco) hat eine Webcam am Quallen-Tank. Mit Youtube-Livestream. Und New-Age-Keyboard-Blubbermucke. Falls man nicht einschlafen kann. Weil die Welt so schlecht ist. Dann eben schon. Wegen dem Quallenzählen. via boingboing

Der Youtube-Krieg in Syrien

Leider findet auch dieser aktuelle Krieg in Syrien, und nicht auf Youtube (oder in der nächsten Stufe innerhalb eines Games) statt. Die viertelstündige Dokumentation „Rage Wind“ stammt von der als gemässigt islamisch geltenden syrischen Rebellen­armee Ahrar al-Sham und wurde beim Sturm auf die von Truppen des Assad-Regimes gehaltenen Stadt Aleppo gedreht. Auffällig ist der hohe Anteil an Dronen- und Gopro-Aufnahmen. Nicht im Bild: Die massive Unterstützung von Ahrar al-Sham durch die Türkei, Saudi-Arabien und die USA, die gemeinsam an einer Beseitigung des Assad-Regimes und seiner Verbindungen zu Russland und dem Iran interessiert sind. Inzwischen warten in Deutschland eine halbe Million Syrer (die zehnfache Anzahl und damit ein Drittel der Bevölkerung ist insgesamt aus dem Land geflüchtet) darauf, dass dieses geostrategische Schachspiel sein Ende findet. Bis dahin ist das früher einmal relativ blühende Land völlig zerstört, auch das zeigt allerdings dieses Frontvideo. via theintercept